Für sein Sommerseminar 2007 hat Wolfram Siebeck eine Spezialität aus Belgien ausgegraben: Kaninchen in Bier. Wegen seiner rustikalen Art und seinen kräftigen Aromen ist es allerdings kein ausgesprochenes Sommergericht, sondern passt auch sehr gut in die kalte Jahreszeit. Siebeck bereitet das Rezept mit einem ganzen Kaninchen zu, welches sicher für 4 Personen reicht. Es funktioniert aber genau so gut für einzelne Kaninchenkeulen, so dass man es auch - wie hier - für 2 Personen zaubern kann.
Dem ersten Reflex gehorchend würde man sicher dunkles Bier dazu trinken. Mindestens ebenso gut verträgt es einen kräftigen Rotwein (wir hatten dazu einen 2002er Dornfelder vom Weingut Mosbacher).
Als Beilagen empfehlen wir Petersilienkartoffeln und das Karottengemüse von hier.
Mit Filetsteaks kann man eigentlich nicht viel falsch machen, außer sie zu lange zu braten. Allerdings gibt es schon gewisse Raffinessen, die ein solches Gericht erst zur kulinarischen Großtat werden lassen. Diese Variante kommt eher klassisch-deftig daher, mit einem leicht mediterranen Touch. Sie ist eine Reminiszenz an mein früheres Lieblingsrestaurant "Da Roberto", wo diese Spezialität direkt am Tisch zubereitet wurde. Leider wurde das Restaurant vor etwa 10 Jahren wegen einer Familienstreitigkeit geschlossen, was mich noch heute schmerzt. Aber die Besitzer waren Sizilianer, und wenn man sich da richtig weg hat...
Warum das Rezept Filetsteak "Lady Gaga" heißt, dazu mehr im Artikel.
Wirsing ein müffeliges Wintergemüse, nach dem die Wohnung noch tagelang nach Kohl riecht? Das muss nicht sein. Wir haben auf mankannsessen.de schon der öfteren gezeigt, dass es auch anders geht (z.B. hier, hier oder hier). Dieses Gericht aus dem Buch Currys ist ein weiteres Beispiel. Hier heißt es "Wirsing goes Thailand". Das Curry ist nicht nur sehr köstlich, sondern auch noch eine willkommene Abwechslung nach den fetten Feiertagen.
Ein gut sortierter Gourmet-Haushalt sollte auch immer über eine Grundausstattung für Alltagsgerichte verfügen für den Fall, dass man mal das Einkaufen vergessen hat. Vor allem dann, wenn man wie ich zu Fertiggerichten in etwa die gleiche Einstellung hat wie zu Atommüll - am besten möglichst weit weg davon.
Was immer geht, sind natürlich Pastagerichte und, wenn wie in meinem Fall mal weder eine Dose Tomaten noch eine Tube Tomatenmark im Haus ist, Risotto. Da kann man so ziemlich alles reintun, was man in der Küche so zu essen findet. Wenn man sich ein bisschen geschickt anstellt, kommt sogar so etwas wie Surf 'n' Turf dabei raus.
Wenn man sich den Spinat wegdenkt, sieht dieses Gericht von oben fast aus wie die Schweizer Nationalflagge. Dabei hat es mit der Schweiz rein gar nichts zu tun. Es stammt nämlich aus Wolf Ueckers - leider vergriffenem - Klassiker Der große Uecker - die neue, alte Küche. Uecker wiederum hat es von Otto Koch.
Die größte Hürde bei der Zubereitung stellt die Notwendigkeit eines Dämpfeinsatzes dar, in den die Saiblingsfilets hineinpassen. Ich habe dafür meinen Wok verwendet, der einen großen Dämpfaufsatz besitzt. Ansonsten ist die Zubereitung sehr einfach.
Und weil da lauter gute Sachen drin sind, die einem zum Start ins neue Jahr ordentlich Power geben, ist das mein Beitrag zum aktuellen Blog-Event LXXIII.
Der deutsche Weinbau erfährt im Moment eine radikale Modernisierung, keine Frage. Dieser Prozess ist zwar schon längere Zeit im Gange, aber gerade die teilweise sensationellen Ergebnisse der jüngsten Zeit erschienen bis vor zehn Jahren nicht vorstellbar, insbesondere im Bereich der Rotweine.
Nun wird die Fachpresse ja nicht müde, das dem Klimawandel zuzuschreiben. Für mich ein klarer Fall von Quotenschinderei, Klimawandel verkauft sich halt gut. In Wahrheit ist es viel einfacher: Erstens gibt es mittlerweile eine große Nachfrage nach hochwertigen deutschen Rotweinen, und zweitens beherrschen immer mehr deutsche Winzer dieses Handwerk, das sie sich zunehmend von ihren Kollegen aus Südeuropa und Übersee abschauen. Dabei kommen neben interessanten Cuvées heimischer Rotweinsorten auch immer öfter die international verbreiteten und nachgefragten Edelreben Cabernet-Sauvignon, Merlot oder Syrah/Shiraz zum Einsatz. Das Ergebnis sind Rotweine, die man ohne Weiteres neben die großen Weine aus dem Burgund, dem Bordelais, der Toskana, Coonawarra oder dem Napa Valley stellen kann.
Ein besonders mutiger Vertreter der modernen deutschen Winzerzunft ist Frank Schiele aus Rauenberg im badischen Kraichgau. Bei mankannsessen.de ist er kein Unbekannter, wir widmeten ihm unser letztes Winzerporträt. Schiele musste keine Traditionen über Bord werfen, er ist erst seit 2006 Winzer und konnte somit ganz unbelastet loslegen. Bei seinen Rotweinen setzt er kompromisslos auf Cabernet-Sauvignon und Merlot, die heimischen Weinparzellen wurden dafür neu bestockt. Der einzige Traditionswein im Sortiment ist ein Spätburgunder.
Sein Flaggschiff, die "Cuvée Andrea" Rotwein trocken Barrique, möchte ich heute vorstellen und allen ans Herz legen, die für die Festtage oder den Jahreswechsel noch nach einem außergewöhnlichen Wein suchen. Dass ein solcher Rotwein in Deutschland möglich ist - man muss ihn probiert haben, um es zu glauben. Er hat wahrhaft südländisches Flair, von der Charakteristik her ist es für mich ein deutscher Brunello.
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