Weinempfehlung zu einem oder mehreren Gerichten

Italiens Weine Teil 2: Villa Girardi Bardolino Chiaretto 2013

Villa Girardi Bardolino Chiaretto 2013

Weiter geht es in meiner neuen Serie über italienische Weine. Passend zur Saison ist diesmal ein Rosé an der Reihe, oder korrekter ein Chiaretto, wie die Winzer in der Region um den Gardasee ihre Rosés zu nennen pflegen. Der bekannteste Weinort dieser Gegend dürfte Bardolino sein, Namensgeber für die dortige Weinregion. Im Hinterland von Bardolino, eine halbe Autostunde entfernt, ist auch das Weingut Villa Girardi beheimatet, der Produzent des heutigen Testkandidaten mit Namen Villa Girardi Bardolino Chiaretto, Jahrgang 2013.
Mir fällt gerade auf, dass im Bordeaux ähnliche Weine gelegentlich Clairet heißen, was darauf hindeuten könnte, dass beide Begriffe einen gemeinsamen Ursprung haben. Vermutlich ist es das lateinische clarus, was hell, klar, leuchtend bedeutet. Aber ich will hier keine Etymologie betreiben, es soll im Folgenden ausschließlich um die Genussfaktoren dieses Weines gehen.

Neue Serie: Italiens Weine. Teil 1: Carpineto Chianti Classico Riserva DOCG 2009

Carpineto Chianti Classico Riserva 2009

Durch einen glücklichen Zufall (mehr wird nicht verraten ;-)) bin ich neulich in den Besitz einer Sechserkiste hochwertigen italienischen Weines gelangt. Ich fände es extrem unfair, diese schönen Weine ganz allein wegzutrinken und niemandem etwas davon zu erzählen, außerdem wäre das unter Gourmet-Bloggern extrem unüblich. Deshalb habe ich mich zu dieser neuen mankannsessen-Serie entschlossen. Zu jedem Wein soll es, wie hier üblich, eine Rezeptempfehlung geben. Am Ende der Serie, so die Idee, werden dann zwei komplette Menüs gehobener italienisch-mediterraner Küche mit korrespondierenden Weinempfehlungen stehen.

Teil 1 widme ich dem Carpineto Chianti Classico Riserva 2009, einem klassischen Repräsentanten toskanischer Winzerkunst.

Was für ein Spargelwein! Fattoria La Rivolta Falanghina Taburno DOC 2012

Albet i Noya Cabernet rosat 2013

Zwei Testfragen zu Beginn: Wo genau liegt Kampanien, und was ist Falanghina? Das weiß wirklich nicht jeder, auch unter italophilen Weinfreunden. Kampanien ist eine Region an der südlichen Westküste Italiens und nicht zu verwechseln mit Kalabrien, das liegt noch weiter südlich. Viel bekannter ist ihre Hauptstadt Napoli (Neapel). Und Falanghina ist, man ahnt es vielleicht, eine dort wachsende Edelrebe. Sie ist sonst kaum irgendwo anzutreffen, aber speziell in der Region um Neapel sehr beliebt. Es ist eine sehr alte Rebsorte, sie soll schon den Römern bekannt gewesen sein.

Zur Verkostung kommt hier ein Produkt des nordöstlich von Neapel gelegenen Weinguts Fattoria La Rivolta, der Falanghina Taburno DOC 2012.

Rarität für die Terrasse: Albet i Noya Cabernet rosat 2013

Albet i Noya Cabernet rosat 2013

Die Terrassensaison ist eröffnet, Zeit für den ersten Rosé des Jahres. Genauer gesagt, einen "Rosat". Das ist katalanisch, denn mein Wein ist der Albet i Noya Cabernet rosat 2013 aus der spanischen Weinbauregion Penedès, der laut Wiki-pedia bedeutendsten in Katalonien. Der auf Bioweine spezialisierte Weinversand Delinat, dessen Degustier-Service ich mir seit einiger Zeit gönne, hat gutes Timing bewiesen und mir rechtzeitig eine Kiste mit drei Flaschen Roséwein geschickt.

Die Weine zum mankannsessen-Weihnachtsmenü 2013 vom Weingut Kreuzberg

Kreuzberg-Weine zum Weihnachtsmenü

Bereits 2009 konnten wir hier drei Weine des renommierten Weinguts Kreuzberg von der Ahr vorstellen. Wir freuen uns daher sehr, dass wir für unser diesjähriges Weihnachtsmenü Weingut Kreuzberg als Sponsor gewinnen konnten. Liest man die Referenzen auf der Homepage des Weinguts nach, findet man so beeindruckende wie die "Kollektion des Jahres" der Feinschmecker Wine Awards 2011, dreieinhalb Sterne bei Eichelmann oder ein Platz auf der Handelsblatt-Liste der 100 besten Weingüter Deutschlands.

Diese Referenzen sind hart erarbeitet, überlässt Kreuzberg doch schon im Weinberg nichts dem Zufall. Dort betreibt er integrierten Weinbau mit organischer Düngung und Bodenbearbeitung. Schon mal per Hand an einem Steilhang Mist verteilt? Da kann man nur sagen: Respekt! Selektive Handlese und aufwändige Gärverfahren mit hochwertigem Materialeinsatz gehören ebenso dazu, das mineralisch geprägte Terroir des Devonschiefers gibt's von der Natur obendrein.

Wir fühlen uns deshalb sehr geschmeichelt, waren aber bei der Weinprobe dennoch um größtmögliche Objektivität bemüht.

Zum Feste nur das Beste: Der Wein zum Weihnachtsmenü

Der Wein zum Festmenü 2012

Ein festliches Dinner wird erst durch passende Weine eine runde Sache. Unser Sponsor Solvino war wie auch letztes Jahr wieder so nett, uns ebensolche zu unserem Weihnachtsmenü zur Verfügung zu stellen. Die waren mal wieder etwas kostspieliger, aber einem geschenkten Gaul guckt man nicht ins Maul, pardon auf den Preis. Und zu Weihnachten darf es ja gern mal etwas mehr sein, deshalb heben wir zum Fest der Feste traditionell die Zehn-Euro-Grenze bei Weinempfehlungen auf. Das ist schon deshalb sinnvoll, weil das Niveau der diese Woche vorgestellten Rezepte hochwertige Weine quasi erforderlich macht, um kulinarisch auf Augenhöhe zu bleiben.

Dieses Mal durften wir uns an folgenden kostbaren Tropfen erfreuen:

Gar nicht verkalkt: Rudolf May Silvaner Kalkmineral 2011 Kabinett

Rudolf May Silvaner Kalkmineral 2011

Da ich nördlich der deutschen Weinbaugebiete geboren bin und auch dort sozialisiert wurde, hatte ich schon einige Vorurteile über Wein mitbekommen, bevor ich den ersten Schluck davon genießen konnte. Eins davon war: "Frankenwein ist sauer". Der trockene, eher säurebetonte Wein aus Franken war schon damals nichts für Weineinsteiger, die typischerweise eher den süßlichen Schoppenweinen zugeneigt sind. Im traditionellen Bocksbeutel abgefüllt, war der Frankenwein schon immer was für Kenner und Liebhaber.

Offizielle Statistiken erhärten dies, etwa 40% der Frankenweine mit amtlichem Prüfsiegel tragen das Prädikat "trocken", eine etwa gleich große Menge wird in den klassischen Bocksbeutelflaschen abgefüllt. Wobei die fränkische Version von "trocken" die verschärfte ist, denn in Franken darf ein trockener Wein nur maximal 4 g/l Restzucker enthalten anstatt wie sonst in Deutschland 9 g/l. Den ältesten Urahnen des Bocksbeutels, ein keltisches Tongefäß aus der Zeit um 1400 v. Chr., fand man übrigens auf fränkischem Boden bei Wenigumstadt. Neben der Müller-Thurgau ist die Silvaner die klassische, prägende Weinrebe in Franken.

Rudolf May ist Winzer im fränkischen Retzstadt, ca. 20 km nördlich von Würzburg. Sein relativ junges Weingut, gegründet erst 1999, ist mit 13 ha Anbaufläche nicht gerade klein. Man ist dort stolz auf sein "Terroir", karge, "skelettreiche" Böden, die von Muschelkalk geprägt sind, und praktiziert naturnahen Weinbau mit viel Handarbeit an vorzugsweise alten Rebstöcken. Neulich hatte ich das Vergnügen, seinen Silvaner Kalkmineral 2011 zu verkosten, ein Geschenk der Familie.

Auch in nicht-homöopathischen Dosen gut verträglich: Harteneck Gutedel 2011

Harteneck Gutedel 2011

Das Weingut Harteneck liegt im Markgräflerland, das ist die sonnenverwöhnte Region ganz im Südwesten Deutschlands, südlich von Freiburg. Dort hat man sich ganz dem biologisch-dynamischen Weinbau nach Demeter-Regeln verschrieben, das ist die Premier League des Bio-Weins, ökologischer Landbau unter anthroposophischen Prinzipien. Bei den Anbaumethoden spielt z. B. Hornkiesel und Hornmist eine zentrale Rolle "für die Biodynamik zur Speicherung kosmischer Kräfte (sic!)". Da darf man doch mal gespannt sein, einen Wein, der kosmische Kräfte bündelt, habe ich noch nie probiert.

Die Gutedel, je nach Region auch Chasselas oder Fendant genannt, gilt als eine der ältesten Rebsorten. Nach einer Überlieferung soll ihr Ursprung in Ägypten vor 5.000 Jahren liegen, auch wenn dies wissenschaftlich nicht bestätigt ist. Sie ist die meistangebaute Rebsorte der Schweiz und im Markgräflerland. Der Harteneck Gutedel 2011 trocken ist nach eigenen Angaben der beliebteste Wein des Weinguts.

Terrassenwein in Rot: Flor de Montgó Organic Bag-in-Box 3l.

Flor de Montgo

Das Schöne beim Weintrinken ist, dass man genießen und sich gleichzeitig ganz entspannt weiterbilden kann. Z. B. wusste ich bisher weder genau, wo die Weinbauregion Yecla liegt (im Südosten Spaniens), noch was die Rebsorte Monastrell genau ist. Letztere ist besser bekannt unter ihrem französischen Namen Mourvèdre, sie ist eine der in Südfrankreich verbreiteten Edelreben und fast immer in Cuvées von Châteauneuf-du-Pape und anderen Weinen der Region vertreten. In der spanischen D. O. Yecla stellt sie mit ca. 80% den Löwenanteil der Rotwein-Trauben.

Die Monastrell wird nur selten reinsortig ausgebaut. Somit ist die Flor del Montgo Organic Bag-in-Box - 3,0 L. des Online-Weinshops vinos.de gleich in dreifacher Hinsicht etwas Besonderes: Ein reinsortiger Monastrell als Biowein im Weinschlauch. Da juckt einem die Weinnase und sagt: Her damit!

Spaniens Winzer trotzen der Krise: D.O. Utiel-Requena Partybox Rosé 3,0 L.

D.O. Utiel-Requena Partybox Rosé

Den Online-Weinversand vinos.de habe ich schon länger in Beobachtung. Nach eigenen Angaben waren sie seinerzeit einer der ersten Online-Weinshops überhaupt und haben mit über 1.800 das umfangreichste Angebot an spanischen Weinen im Netz, das ich je gesehen habe. Dabei geht die Preisspanne von einfachen Landweinen (span. Vino de mesa) für unter vier Euro bis zur Ultra-Premiumklasse im vierstelligen Euro-Bereich, das Ganze mit sehr attraktiven Versand- und Rücknahmebedingungen.

Auch für die aktuelle Wirtschaftskrise im Mittelmeerraum hat man die passende Antwort parat. Es wurde kurzerhand das Bodegas Projekt Krisenbox ins Leben gerufen, nach eigenen Angaben um die derzeit sehr günstigen Preise für spanischen Wein direkt den deutschen Endkunden zugute kommen zu lassen. Hierzu wurden insgesamt vier Bag-in-Box-Abfüllungen (neudt. für Weinschlauch) kreiert und zum knallharten Preis von jeweils 10 Euro/3 l angeboten.

Das mag man Krisengewinnlertum nennen oder als Marketing-Gag bezeichnen. Ich habe mir mein eigenes Bild gemacht und mir die Partybox Rosé der hierzulande weithin unbekannten D.O. Utiel-Requena kommen lassen. Das Ergebnis: Alle Achtung! Wenn in Spanien alle so kreativ mit der Krise umgingen, wäre sie vermutlich schnell überwunden. Mehr dazu im Blog.

Nach dem Essen: Prickelnder Lesegenuss mit dem neuen Buch von Ann Westphal