Weinempfehlung zu einem oder mehreren Gerichten

Alle Jahre wieder: Welcher Wein zum Weihnachtsmenü? mankannsessen.de hat Antworten

Der Wein zum Weinachtsmenü

Es soll angeblich Menschen geben, die nur zu Weihnachten Wein trinken und sonst nie. Das liegt natürlich außerhalb meiner Vorstellungskraft, aber einmal im Jahr ist immerhin besser als nie. Aber gleichgültig, ob selten oder nicht: Damit dieses Ereignis nicht zum Frusterlebnis wird, möchte mankannsessen.de auch hier etwas Schützenhilfe leisten und zum zuletzt hier vorgestellten Weihnachtsmenü die - hoffentlich - passenden Weine präsentieren. Und da es ein schöner Brauch ist, sich an Weihnachten etwas Besonderes zu gönnen, wird die 10 €-Preisgrenze für diese Weinempfehlung außer Kraft gesetzt.

Bei der Auswahl und Beschaffung der Weine war uns einmal mehr unser Sponsor solvino.de behilflich. Schon an dieser Stelle sei verraten, dass wir drei Weine zu verkosten hatten, die jeder für sich alles andere als alltäglich waren.

Tue Gutes und trink dir einen: Spirit of Africa Badischer Rotwein Cuvée

Spirit of Africa

Zu Weihnachten werden ja allerorten Spenden gesammelt, auf mal mehr, mal weniger originelle Weise. Außer einem guten Gewissen hat man selber davon meist allenfalls einen kleinen Steuervorteil, wenn überhaupt. Ich möchte deshalb heute einen Weg vorstellen, wie man gleichzeitig anderen und sich selbst Gutes tun kann, indem ich den wohl ersten Benefiz-Wein überhaupt vorstelle: Den Spirit of Africa Badischer Rotwein Cuvée.

Die Hälfte des Erlöses aus dem Verkauf dieses Weines geht nämlich an den Verein SupEdu e.V. Support & Education for a better world, dessen Ziel es ist, Kindern in aller Welt zu ihren Grundrechten, speziell Bildung, angemessene Ernährung und gesundheitliche Versorgung, zu verhelfen. Derzeitiger Schwerpunkt der Vereinsaktivität ist Kenia, wo man sich um Schul- und Waisenkinder kümmert. Mehr zum Wein im Artikel.

"Blumig, erdig, im Abgang waldig": Kleines sensorisches Wein-Wörterbuch frei nach Axel Hacke

Die meisten Experten, oder solche, die dafür gehalten werden wollen, bedienen sich einer eigenen Sprache, um ihresgleichen ihre Kompetenz zu demonstrieren und Außenstehende zu beeindrucken oder einzuschüchtern, je nach Anlass. Das gilt auch für Weinfans. Vor blumigen Adjektiven nur so strotzende Verkostungsnotizen gibt es auch im Internet zuhauf, ich habe mich hier bei Gelegenheit ja auch schon darüber lustig gemacht.

Ein Meister im Sichlustigmachen ist Axel Hacke, unter anderem Kolumnist der Süddeutschen und Autor des "kleinen Handbuchs des Verhörens" Der weiße Neger Wumbaba. Seine grandiose Glosse "Wein oder nicht Wein" bringt die Sache auf den Punkt. Vor dem Weiterlesen möge sich jeder die fünf Minuten Genuss gönnen und sie sich anhören (bitte dazu auf das Bild klicken). Im Artikel versuche ich dann anschließend, einigen der verwendeten Wein-Adjektive etwas auf den Zahn zu fühlen.

Zeuge einer Verwandlung: Montes Alpha Cabernet Sauvignon 1997

Montes Alpha Cabernet Sauvignon 1997

Montes Alpha ist nicht irgendein Wein, sondern der erste exportierte Premiumwein Chiles und das Flaggschiff von Aurelio Montes, dem chilenischen Weinpionier und bekennenden Qualitätsfanatiker. Montes überlässt bei seinen Premium-Weinen nichts dem Zufall, beispielsweise lässt er die Trauben aus seinen Top-Lagen nur nachts lesen, in seiner Kellerei gibt es keine Pumpen, alles läuft per Schwerkraft. Sein Cabernet Sauvignon ist streng genommen eine Cuvée mit einem Achtel Merlot, was laut chilenischem Weingesetz erlaubt ist. Dem Wein schadet das nicht, es rückt ihn um so mehr in die Nähe der Bordeaux Grand Crus. Doch der Reihe nach.

Dieser Wein war ein Geschenk der Familie. Er hatte ein versprochenes Lagerpotenzial bis 2017. Leider wurde er in Ermangelung geeigneter Räumlichkeiten über mindestens 10 Jahre bei Temperaturen zwischen 18 und 20 Grad gelagert, im Sommer auch darüber. Deshalb hatte ich zunehmend Sorge, den Höhepunkt in der Entwicklung des Weins zu verpassen, und habe ihn am vergangenen Wochenende geöffnet. Eine weise Entscheidung, wie sich herausstellen sollte.

Der letzte Rosé: La Bastide St. Dominique Pays de Méditerranée 2010

La Bastide St. Dominique Pays de Méditeranée

Die Zeiten für Schönwetter-Wein dürften seit gestern erst mal vorbei sein. Widmen wir also diesen Beitrag einer Reminiszenz an den goldenen Oktober, indem wir meinen Neuerwerb verkosten, den Pays de Méditeranée 2010 Rosé meines südfranzösischen Lieblings-Châteaus La Bastide St. Dominique.

Das Château ist normalerweise renommiert für seine hochkonzentrierten aromatischen Weine der Appellations Contrôlée Côtes-du-Rhône- und Châteauneuf-du-Pape. Der hier präsentierte, als Landwein der geschützten Herkunftsbezeichnung Pays de Méditerranée klassifizierte Rosé des Jahrgangs 2010 ist sozusagen der Einsteigerwein im Rosésegment von La Bastide. Das lässt aufhorchen, denn für weniger als fünf Euro wird hier eine Qualität geliefert, die ihresgleichen sucht.

Auf den Indian Summer! Badischer Sekt Pinot Noir Rosé Winzerkeller Wiesloch 2009

Winzersekt Pinot Noir Rosé

Es gibt offenbar auch beim Wetter so etwas wie Gerechtigkeit, zumindest kann man den aktuellen zauberhaften Indian Summer durchaus als Kompensation für den miserablen Sommer betrachten. Und dann auch noch an einem verlängerten Wochenende - was will man mehr? Da kann es schon passieren, dass man auf der Terrasse spontan Lust auf etwas Spritziges bekommt.

Glücklicherweise hatte ich für diesen Fall vorgesorgt. Bei mir im Kühlschrank befand sich noch ein Fläschchen badischer Rosé-Sekt des Jahrgangs 2009 des Winzerkellers Wiesloch, den ich eigentlich für einen lauen Sommerabend angeschafft hatte.

Terrassenwein für den Spätsommer: Ducourt La Rose du Pin 2010 Rosé Weinschlauch 5 l

Ducourt La Rose du Pin 2010 Rosé Weinschlauch

Wenn es gut läuft, gibt der Sommer am kommenden Wochenende noch mal alles, zumindest wenn man das Glück hat, im Südwesten der Republik zu wohnen. Eine gute Gelegenheit also, sich doch noch einen Rosé-Weinschlauch für die Terrasse zuzulegen. Mein bevorzugter Weinschlauch-Lieferant ist nach wie vor Jacques' Weindepot, kaum irgendwo ist die Auswahl größer und die Qualität vergleichbar hoch. Der sonst immer von mir bevorzugte Marrenon fiel allerdings diesmal gnadenlos durch: Der 2010er Jahrgang ist leider arg blass, flach und irgendwie nichtssagend geraten. Also etwas tiefer ins Portmonee gegriffen und sich einen Bordeaux Rosé gegönnt.

Na geht doch: Wolfberger Crémant d'Alsace Blanc de Noirs

Wolfberger Crémant d'Alsace Blanc de Noirs

Man soll sich immer auf seine Stärken konzentrieren, sagt eine Weisheit. Im Falle der Winzergenossenschaft Wolfberger liegt die Stärke klar in der Produktion eleganter Crémants. Die unter derselben Marke erhältlichen Weißweine haben, wie hier getestet, dagegen anscheinend eher schwankende Qualität. Eigentlich erstaunlich, da die Qualität eines Crémants ja wesentlich durch den verwendeten Wein bestimmt wird. Nehmen wir halt mal an, dass die Winzer von Wolfberger bei der Produktion des Pinot gris 2008 einen schlechten Tag hatten. Der diesmal getestete Wolfberger Crémant d'Alsace Blanc de Noirs brut ist jedenfalls über jeden Zweifel erhaben.

Versprechen nicht gehalten: Wolfberger Pinot Gris 2008 Rèserve Particulière

Wolfberger Pinot Gris 2008

Eine Marke ist ein Qualitätsversprechen, lernt man als Marketing-Student im ersten Semester. Und Wolfberger ist eine Marke für elsässischen Wein, die Genossenschaft aus Eguisheim in der Nähe des hübschen Städtchens Colmar produziert etwa 10% allen elsässischen Weins.

Bei großen Winzergenossenschaften bin ich normalerweise skeptisch, was die Qualität angeht. Mein Eindruck ist, dass einige eher ihren Umsatzzielen die höchste Priorität einräumen. Wolfberger hatte mich da kürzlich mit ihrem eleganten, knackigen Crémant d'Alsace brut angenehm überrascht. Deshalb griff ich bei meinem letzten Einkauf in Frankreich auch gern zum Wolfberger Pinot Gris 2008 Rèserve Particulière, im Sonderangebot für 4,99 Euro. Auch, da die goldene Banderole prämierte Qualität signalisierte.

Um es vorwegzunehmen: In diesem Fall hat die Marke ihr Qualitätsversprechen leider nicht gehalten.

Weinberge einmal anders: Batalla del Vino in Rioja

Schon mal über einen Rotweinfleck auf dem Hemd geärgert? Locker bleiben, es geht auch heftiger. Wer als Kind den Spruch "Mit Essen und Trinken spielt man nicht" gehasst hat und schon immer wissen wollte, was eine wirklich mal passende Verwendung für Rotwein aus Tetra-Paks ist, wo man Weinberge in Einkaufswagen durch die Gegend schiebt, sich für eine Weinprobe Taucherbrillen und Badelatschen anzieht und wo Rotwein im Gottesdienst eine spezielle Rolle spielt, für den gibt es heute einen ganz besonderen Veranstaltungstipp.

Dass die Spanier wilde, extravagante Volksfeste wie die Stierhatz von Pamplona oder die Tomatina von Buñol lieben, war mir ja bekannt. Die Batalla del Vino in Rioja aber lässt mir dann doch den Atem stocken. Na ja, es geht halt nichts über Tradition. Wer es partout mal selbst probieren will: Der Termin ist jedes Jahr am 29. Juni.