Adios Orakel: Spaghetti con Paolo - Spaghetti mit Tomaten-Oktopus-Sauce

Spaghetti con Paolo

Es ist schon krass: Da wird ein Krake namens Paul aus dem Oberhausener Aquarium als Orakel für den Ausgang von Fußballspielen eingesetzt. Und kaum sagt er richtig die Niederlage unserer Jungs im WM-Halbfinale gegen Spanien voraus, schon übertrifft man sich im Internet mit fiesen Zubereitungsarten für den smarten Mollusken.

Zugegeben, der Frust war groß, als wir realisieren mussten, dass sich der vierte Stern erst einmal erledigt hat. Aber warum muss man den armen Paul denn gleich "lebendig in extra-altem Pommesöl [...] frittieren und in einem urdeutschen, dunklen, muffeligen, fettverschmierten Imbiss-Bums an irgendeiner Oberhausener Ecke in Mayo und Jägersoße ertränken"? Das ist barbarisch und eines ambitionierten Kochblogs nicht würdig. mankannsessen.de hat da für die kulinarische Bewältigung unseres Halbfinaltraumas einen viel besseren Vorschlag. Und der geht auf Giorgio Locatelli zurück.

Giorgio hatte als in England lebender Italiener bei dieser Fußball-WM wahrlich nichts zu lachen: Sein Heimatland Italien kam nicht über die Vorrunde hinweg, und seine Wahlheimat England musste sich unserer deutschen Boygroup im Achtelfinale mit 4:1 geschlagen geben. Die Spaghetti mit Tomaten-Oktopus-Sauce aus seinem Buch Made in Italy - Das Kochbuch helfen einem über den Frust hinweg, auch wenn sie für uns Deutsche mit Paul zubereitet natürlich um so besser schmecken dürften.

Zutaten

  • 1 Oktopus
  • 2 rote Chilischoten
  • 1 Bund Petersilie
  • 3 Zehen Knoblauch
  • Olivenöl
  • 400 ml Dosentomaten (ganze Frucht)
  • Salz, Pfeffer
  • Limettensirup

Zubereitung

Den Oktopus mit einem Fleischklopfer zart klopfen und unter fließendem Wasser gründlich abspülen.

Eine Chilischote längs halbieren und entkernen. Den Knoblauch schälen. Etwas Olivenöl, die Chilischote, den Knoblauch, etwa 2/3 der Petersilie (ungeschnitten, mit Stengeln) und den Oktopus in einen großen Topf geben und bei mittlerer Hitze etwa 1 Stunde köcheln lassen. Etwa alle 10 Minuten den Oktopus wenden.

Anschließend den Oktopus aus dem Topf nehmen und die verzehrbaren Teile in mundgerechte Stücke schneiden. Die Kochflüssigkeit durch ein Sieb geben, auffangen und zurück in den Topf geben. Die Oktopusstücke hinzufügen und alles abkühlen lassen.

Die Stielansätze der Tomaten entfernen, und die Tomaten in Stücke schneiden. Die zweite Chilischote entkernen und fein hacken. Die Blätter der restlichen Petersilie ebenfalls fein hacken.

Etwas Olivenöl in einer großen Pfanne auf mittlerer Stufe erhitzen. Die Oktopusstücke, etwas von der Garflüssigkeit, Chili und die Tomaten samt Saft zufügen. Die Sauce etwas einköcheln lassen und mit Salz, Pfeffer sowie etwas Limettensirup abschmecken. Falls notwendig, etwas von der restlichen Garflüssigkeit des Oktopus zufügen.

Die Spaghetti in kochendem Salzwasser 1 Minute weniger als auf der Packung angegeben kochen, abgießen und zur Tomaten-Oktopus-Sauce geben. Alles gut vermischen und etwa eine Minute ziehen lassen. Dann die gehackte Petersilie zugeben und sofort servieren.

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Paul das Kraken-Orakel

Tintenfische kannten viele bisher nur mit Knoblauch vom Grill, doch zur WM tauchte ein Krake auf der eigentlich zu schade zum Verspeisen ist – hat Kraken-Orakel Paul doch bei vielen WM-Begegnungen bereits im Vorfeld das Ergebnis vohergesagt. Dazu...

Paul rocks! ;-)

Paul rocks! ;-)

Das sieht grandios aus! Muß

Das sieht grandios aus! Muß die Klopperei wirklich sein, oder wars hier nur wegen dem Fußballfrust?

Klopperei?

Ich kann bei diesem Beitrag keine "Klopperei" erkennen. Es geht doch lediglich darum, Leuten, die aus Fußballfrust Kraken verspeisen möchten, einen Vorschlag zu machen, wie sie dies mit kulinarischem Genuss tun können.

Richtig so!

weg mit dem Sch....teil!

Tja, dem Überbringer

Tja, dem Überbringer schlechter Nachrichten erging es halt häufig schlecht. Das ist wohl nicht nur eine germanische Tradition. ;-)

Klopperei

Ich glaube, Claus meinte das Zartklopfen des Tintenfisches und nicht den Fußballbezug :-)
Übrigens finde ich die Paul-Geschichte urkomisch und setze mich vehement für sein Überleben ein. Seine Verwandten dagegen esse ich sehr gern.

...

@zorra: ..., wenn er auf Deutschland tippt.
@Claus: Da stand ich wohl etwas auf dem Schlauch, aber Susa hat das ja aufgeklärt. Ich halte die Klopperei nicht für nötig (habe es jedenfalls vorher noch nie gemacht, bei der Oktopus-Zubereitung). Kann sein, dass Giorgio Locatelli das in der Tat aus lauter Fußball-Frust gemacht hat.
@Arthurs Tochter: Eigentlich kann der arme Paul ja auch nichts dazu. Wahrscheinlich hatten die Spanier die Muscheln manipuliert ;-)
@Jürgen: Solange sich unsere Jungs nicht an Pauls Vorhersagen halten, geht's ja.
@Susa: Danke für die Klarstellung.

Ich habe in Griechenland

Ich habe in Griechenland öfter gesehen, dass Tintenfische auf die Steine am Pier geschlagen wurden und auch über die Steine gerieben, so, als würde man Wäsche waschen. Auf meine Frage, was das solle, bekam ich die Antwort, dass diese Methode das Fleisch zart mache.

Ich mag keine Kraken, aber dass man der Portion ansieht, um welches Exemplar es sich genau handelt, finde ich sehr umsichtig. Schließlich will man doch nicht versehentlich Ernst essen, wenn man eigentlich Paul wollte, gell ;-)

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[...] von einem Tintenfisch treffen zu lassen – wenn der versagt kann man ihn wenigstens lecker zubereiten [...]

Und jetzt hat Paul auch noch

Und jetzt hat Paul auch noch das Finale richtig vorhergesagt. Zum Glück gibt es wohl nicht so arg viele holländische Oktopus-Rezepte, oder?! ;-)

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