Der hat was: Solar de Serrade Alvarinho 2015

Solar de Serrade Alvarinho 2015

Ein Weißwein kurz vor Weihnachten? Ja, ich weiß, jetzt ist eigentlich Rotwein-Saison. Aber sorry, ich konnte einfach nicht anders, nachdem ich diesen Wein probiert hatte. Einen derart harmonischen, filigranen Weißwein bekommt man nicht alle Tage ins Glas, und der Solar de Serrade ist mit Sicherheit eine Zierde auch für ein anspruchsvolles Weihnachtsmenü. Grund genug, nach langer Zeit endlich mal wieder eine Weinempfehlung zu bloggen.

Der Solar de Serrade Alvarinho 2015 firmiert offiziell als Vinho verde, das ist portugiesisch - da kommt der Wein nämlich her - und heißt wörtlich "grüner Wein", eigentlich aber "junger Wein". Der Begriff hat sich als Markenname für junge, leichte, spritzige Weißweine aus dem (grünen) Norden Portugals etabliert. Mankannsessen hat sich dieser Weinkategorie schon einmal gewidmet, allerdings ist das schon eine Weile her. Und Alvarinho (portugiesisch, galicisch Albariño) ist eine Weißweinsorte, die laut Wikipedia die wichtigste Rebsorte für den Vinho Verde ist.

Albariño heißt übersetzt „die kleine Weiße vom Rhein“, und angeblich wurde lange vermutet, die Rebsorte sei mit Riesling verwandt. Man erzählt sich, dass sie zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert von Mönchen aus Deutschland oder Frankreich über den Jakobsweg nach Galicien gebracht worden sei. Neueren Erkenntnissen zufolge scheint Albariño jedoch eine Verwandte der Sorten Sauvignon Blanc oder Pinot Blanc zu sein.

Aber auch wenn Herkunft und Rebsorte stimmen, ein typischer Vertreter des Vinho verde ist der Solar de Serrade definitiv nicht. Der Wein wird ab Weingut in edle schlanke Flaschen abgefüllt, er zeigt sich im Glas mit blassgelber Farbe. Das Bouquet beeindruckt vom Start weg mit intensivem Burgunderduft (kommt da etwa die Verwandtschaft durch?), mineralischen Noten, die an nassen Granit erinnern, und fruchtigen Anklängen an Pfirsich, Aprikose und Stachelbeere. Am Gaumen dann ein cremiger Schmelz, komplexe, filigrane Fruchtaromen trotz der 13 Vol.% Alkohol und einem Bizzeln mit langem Abgang, der ein tolles Mundgefühl hinterlässt. Ein Blick aufs Datenblatt erklärt einiges: Säure: 6,1 g/l, Restzucker: 3,4 g/l.

Wer im Internet nach Hintergrund-Infos zu diesem Wein sucht, hat es leider etwas schwer. Auf der verspielten und fast unlesbaren, dafür aber grafisch sehenswerten Website des Weinguts (Achtung, mit Musik) findet man immerhin ein Datenblatt auf Portugiesisch, zum Glück mit arabischen Ziffern. Meine Bezugsquelle, der Kölner Weinhändler Rosario & Prange hat sein Sortiment leider nicht online, allerdings erhält man per Newsletter detaillierte Infos und kann auch per E-Mail bestellen. Die 8,90 €, die der Wein dort pro Flasche kostet, stellen ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis dar.

Dazu passt...

...ein aromatisches Gericht, gern mediterrane Küche wie z.B. gegrillter Fisch. Wir hatten dazu ein eher schlichtes Hühnerfrikassée, welches Spargel enthielt, auch dazu machte der Wein eine sehr gute Figur. Also am besten schon mal vormerken bzw. beiseite legen für den Start der Spargelsaison im nächsten Frühjahr. :-)

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