Die Weine zum mankannsessen-Weihnachtsmenü 2013 vom Weingut Kreuzberg

Kreuzberg-Weine zum Weihnachtsmenü

Bereits 2009 konnten wir hier drei Weine des renommierten Weinguts Kreuzberg von der Ahr vorstellen. Wir freuen uns daher sehr, dass wir für unser diesjähriges Weihnachtsmenü Weingut Kreuzberg als Sponsor gewinnen konnten. Liest man die Referenzen auf der Homepage des Weinguts nach, findet man so beeindruckende wie die "Kollektion des Jahres" der Feinschmecker Wine Awards 2011, dreieinhalb Sterne bei Eichelmann oder ein Platz auf der Handelsblatt-Liste der 100 besten Weingüter Deutschlands.

Diese Referenzen sind hart erarbeitet, überlässt Kreuzberg doch schon im Weinberg nichts dem Zufall. Dort betreibt er integrierten Weinbau mit organischer Düngung und Bodenbearbeitung. Schon mal per Hand an einem Steilhang Mist verteilt? Da kann man nur sagen: Respekt! Selektive Handlese und aufwändige Gärverfahren mit hochwertigem Materialeinsatz gehören ebenso dazu, das mineralisch geprägte Terroir des Devonschiefers gibt's von der Natur obendrein.

Wir fühlen uns deshalb sehr geschmeichelt, waren aber bei der Weinprobe dennoch um größtmögliche Objektivität bemüht.

2012er Pinot Blanc trocken, Lifestyle-Kollektion

Den Anfang machte zur Pastinaken-Crème Brulée mit frittierten Jakobsmuscheln der 2012er Pinot Blanc trocken aus der Lifestyle-Kollektion. Mit ihm hatten wir einen klassischen Vertreter deutscher Weißburgunder im Glas, von blassgelber Farbe und mit typischer Pinot-Nase, sprich einem frischen Bouquet mit dezenten Honig- und Zitrusnoten. Mit 12 Vol.-% Alkoholgehalt sowie geschmacklich gehört er zu der leichteren Sorte, Charakteristika sind eine zurückhaltende Säure, zarte Fruchtaromen, schöner Schmelz, der vom Kaltgärverfahren stammen dürfte, sowie eine feine Würze. Diese entwickelt sich vorteilhaft, wenn der Wein eine Weile im Glas ist, man sollte ihn also nicht zu kalt trinken. Die Mineralik ist zurückhaltend, aber gut wahrnehmbar und passt sehr gut zu der eleganten Statur des Weines. Die zweifellos hohe Qualität sorgt im Finale für eine schöne Länge.

Die Lifestyle-Kollektion steht im Hause Kreuzberg für leichte, zugängliche Weine mit gutem Preis-Leistungsverhältnis. Der Pinot Blanc ist denn auch klassifiziert als "Deutscher Landwein Rhein", hat also kein Prädikat. Damit dürfte Ludwig Kreuzberg in der Weinszene Kandidat für die Untertreibung des Jahres sein. Mit 7,50 Euro ist der Wein außerdem überaus preiswert. Wir sind mal so frei und stufen ihn als mankannsessen-Geheimtipp ein.

2012er Spätburgunder Unplugged trocken

Zur Entenkeule mit Karotten-Ingwer-Püree und Essig-Karamell-Sauce durfte dann der 2012er Spätburgunder Unplugged trocken zeigen, was er kann. Der Begriff "Unplugged" steht dabei für die naturnahen, klassischen Methoden des Weinguts, die fast immer ohne die heute oft üblichen Eingriffe auskommen und die für alle Kreuzberg-Weine gelten.

Zunächst waren wir von dieser Weinauswahl etwas überrascht: Zu solch dunklem, würzig mariniertem Fleisch mit asiatischer Note hätte ich jetzt klassischer Weise einen schweren, reifen Barriquewein mit etwas Restsüße ausgewählt. Stattdessen also dieser junge, wiederum eher leichte, trockene Spätburgunder. Aber man lässt sich ja gern überzeugen.

Das fiel dem Unplugged dann allerdings nicht schwer. Im Glas funkelte er schon mal rubinrot und verströmte ein ätherisches Bouquet mit Anklängen an Dörrobst. Der Gaumen durfte dann wieder eine feine Säure und Mineralik registrieren, die neuen Barriques ließen sich gut erahnen. Überraschend waren für mich die Fruchtnoten, die mich an Quitte erinnerten und die eine faszinierende Symbiose mit der Schärfe des Ingwers und der Würze der Sauce eingingen. Auch dieser Wein verfügt über eine komplexe, filigrane Statur und verabschiedet sich in der Kehle mit einer schönen Länge. Im Nachhinein denke ich, dass er durch Dekantieren ein bis zwei Stunden vor dem Genuss noch dazugewonnen hätte.

Der Wein ist zwar kein Schnäppchen, aber 15,00 Euro sind für einen Spätburgunder dieser Qualitätskategorie ein fairer Preis. Wir würden ihn allen Liebhabern asiatischer Gerichte empfehlen, die dazu eine Alternative zu den üblichen holzlastigen Schwergewichten aus Südeuropa und Übersee suchen.

2010er Cuvée Noir trocken

Zu den Schoko-Chili-Cakes wartete dann die 2010er Cuvée Noir auf uns. Von dieser durften wir seinerzeit bereits den 2006er Jahrgang verkosten. Damals hatte Herr Kreuzberg uns gehörig aufs Glatteis geführt, da wir den Wein im Paket mit zwei Burgundern und ohne Cuvée-Deklaration glatt für eine Pinot-Cuvée hielten. Weit gefehlt, hier handelt es sich um eine Assemblage aus Regent, Dornfelder und Portugieser. Von unserem Verkostungstrio war dies der kräftigste Tropfen, er war uns denn auch zu unserem Dessert empfohlen. Auch hier bewegen wir uns also wieder etwas abseits der Trampelpfade: Ein trockener Rotwein, fast ohne Restsüße, zu einem Schokoladen-Dessert. Aber schau'n wir mal...

Mein Geschmacksgedächtnis reicht leider nicht so lange zurück, als dass ich mich im Detail an den 2006er erinnern könnte, insgesamt würde ich die Beschreibung von damals aber auch für den 2010er gelten lassen, auch wenn ihr eine irrige Annahme zugrunde lag. Hier die aktuelle Version: Brombeerrote Farbe im Glas, Brombeer auch im Bouquet und am Gaumen, zusammen mit anderen roten Beerenaromen, wobei ich für den 2010er abweichend Cassis-Noten, die ein wenig an einen Cabernet erinnerten, wahrgenommen habe. Auch hier wieder eine schöne Säure, körperreiche Struktur und dezente Eichenholztöne sowie die markante tolle Länge.

Beinahe überflüssig zu betonen, dass der Wein mit unseren Schoko-Chili-Cakes keinerlei Mühe hatte, sondern auch zu diesem Gang ein eleganter Begleiter war. Und auch die Cuvée Noir besitzt mit 9,90 Euro ein bemerkenswertes Preis-Leistungsverhältnis.

Fazit

Abschließend dürfen wir festhalten, dass wir eine mutige und nicht alltägliche, aber wunderbar harmonische Weinauswahl auf hohem Niveau verkosten durften, die für jedes Weihnachtsmenü eine Bereicherung ist. Vor allem die beiden Damen am Tisch waren von der Leichtigkeit und Eleganz der Weine begeistert. Von dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Ludwig Kreuzberg. Für die Liebhaber hochwertiger deutscher Rotweine sei noch darauf hingewiesen, dass wir es hier mit dem Basis-Sortiment (sic!) aus dem Hause Kreuzberg zu tun hatten. Im Sortiment des Weinguts dürfte es noch weitaus größere Schätze zu entdecken geben.

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