Japanisch für Anfänger: Nudeln mit Schweinefilet, Gemüse und Seetang

Nudeln mit Schweinefilet, Gemüse und Seetang

Japanische Küche hat mir schon immer einen Heidenrespekt eingeflößt, wie das Meiste, das aus Japan kommt. Die japanische Kultur ist irgendwie so - puristisch trifft es wohl am besten. Das ist auch das Merkmal fast aller japanischer Rezepte. Der Charakter eines Gerichts wird mehr als anderswo von der Eigenart seiner Zutaten bestimmt, Gewürze spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Die Liste der Zutaten klingt dabei oft Furcht einflößend: Wer weiß schon auf Anhieb, was Miso, Daikon oder Mirin ist, geschweige denn, wo man es bekommt. Da ist es gut, wenn es in meinem Lieblings-Asienkochbuch, dem Großen Buch der Asiatischen Küche, ein echtes Anfängerrezept gibt, das man nicht nur mit Zutaten aus dem ganz normalen Supermarkt, sondern auch ohne ein Sushi-Zertifikat und bis an die Zähne mit Haiku-Messern bewaffnet hinbekommt. Wobei es in der Küche kaum etwas Besseres gibt als ein Haiku-Messer.

Dazu geht es noch herrlich schnell. Und ich hatte endlich das Rezept für die gebratenen Nudeln aus meinem Asien-Imbiss, das mir immer so gut geschmeckt hat. Da war es allerdings ein Thai-Rezept und entsprechend schärfer abgeschmeckt.

Zutaten

für vier Personen

  • 2 Karotten
  • 2 Stangen Staudensellerie
  • 1 kleiner Chinakohl
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 250 g frische Sojasprossen (oder wenn's sein muss aus dem Glas)
  • 500 g asiatische Nudeln
  • 250 g Schweinelende
  • 1 Nori-Blatt (getrockneter, gerösteter Seetang)
  • japanische Sojasauce
  • Mirin oder ersatzweise feiner Essig
  • 2 TL Zucker
  • Öl zum Braten

Zubereitung

Aus dem Chinakohl die weißen Strunken herausschneiden und den Rest in feine Streifen schneiden. Karotten und Staudensellerie putzen und in streichholzdicke Streifen oder besser Stifte schneiden. Die Frühlingszwiebeln putzen und quer in ca. 1 cm lange Stücke schneiden. Die Schweinelende in feine Streifen schneiden. Das Nori-Blatt in einer trockenen Pfanne leicht anrösten, bis es duftet, dann ebenfalls in feine Streifen schneiden.

Die Nudeln in reichlich Wasser aufsetzen und nach Anleitung garen. Bei den asiatischen Nudeln aus dem Supermarkt dauert das oft nur 2-3 min. Parallel in einem Wok etwas Öl bis zum Rauchpunkt erhitzen, die Filetstreifen unter ständigem Rühren 2 min. braten, dann herausnehmen. Nacheinander die Karotten, den Staudensellerie, den Chinakohl und die Frühlingszwiebeln hineingeben und bei starker Hitze ebenfalls kurz braten, ganz zum Schluss die Sojasprossen hinzugeben, das Fleisch wieder dazugeben und alles großzügig mit Sojasauce und etwas Mirin oder Essig ablöschen. Wer hat, kann auch etwas Worcestersauce (so steht es im Originalrezept) dazutun.

Die Nudeln abgießen, den Wok-Inhalt daruntermischen und mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Ich nehme immer noch etwas asiatische Fischsauce. Dann das gehackte Nori-Blatt darüberstreuen und servieren.

Wer findet den Fehler auf dem Foto? Richtig, die Nori-Streifen fehlen. Als ich es gemerkt hatte, war das Gericht leider schon aufgegessen ...

Dazu passt ...

... jeder leichte, nicht zu säurebetonte Weißwein wie z.B. der hier schon mehrfach gelobte Auxerrois von Menges, oder natürlich wie in Japan wohl eher üblich Sake oder grüner Tee.

Japanisch?

Das Rezept ist total unjapanisch. In Japan werden Nudeln aus Weizen (Ramen) fast ausschliesslich in Suppen verwendet. Am ehesten gleicht das noch Bami Goreng über das statt Ketjap irgendwas einfach japanische Sojasauce und Mirin gekippt wurde. Und die typischen gebratenen Nudel aus dem Asia-Imbiss basieren meist auf diesem indonesischen Rezept. Mirin ist übrigens richtig süß, wie da ersatzweise Essig passen soll, ist mir ein Rätsel.

Re: Japanisch?

Lieber Michael, Du bist hier ja für Deine bissigen, dafür anonymen Kommentare bekannt. Das ist OK, wenn Du Dich so gut auskennst, soll die Blogosphäre gern daran teilhaben. Was die Authentizität der Rezept aus dem zitieren Kochbuch angeht, lasse ich mich durch Deine Kritik allerdings nicht irritieren.

Hallo "Weinnase", anonym? Ich

Hallo "Weinnase", anonym? Ich schreib doch meinen Namen hin? Was fehlt noch? Adresse? Geburtsdatum? Schuhgröße? Wenn Kritik hier nicht erwünscht ist, fliegt ihr halt aus dem Feedreader raus. Done. Den Blödsinn mit dem Essig habe ich immer noch nicht verstanden, interessiert mich jetzt aber auch nicht weiter.

Re: Anonym

Wie wär's denn mit einer URL, wie es sonst alle hier machen? Der Essig, den ich im Schrank habe, ist auch süßlich, auf jeden Balsamico z.B. trifft das zu. Ich kann mir nicht helfen, Deinen pampigen Tonfall finde ich hier einfach deplatziert. Aber Du hast das ja gerade ganz in meinem Sinne geregelt, vielen Dank.

Mein erster Kommentar ist

Mein erster Kommentar ist nicht pampig, der ist sachlich. Pampig bin ich erst im zweiten Kommentar geworden, als du persönlich wurdest und in keinster Weise auf meine Kritik eingegangen bist.

Mirin lässt sich am besten durch Sherry ersetzen (einen lieblichen). Wenn man in einem Rezept Sake braucht, kann man den ganz gut durch einen trockenen Sherry austauschen.

Wenn ersatzweise ein süßer Essig verwendet werden soll, dann sollte das auch im Rezept stehen (und nicht "fein", was soll das sein?). Aber in diesem Gericht ist sonst nichts Essigsaures drin, mit Essig macht man sowas kaputt.

Ansonsten ist der Grund warum zwei meiner Freundinnen (Thailänderin und Japanerin) hier nichts "authentisches" essen wollen, der, dass die meisten "asiatischen" Rezepte eine wilde Kombination völlig unterschiedlicher Küchen sind. Gibt es eigentlich auch das "Große Kochbuch der europäischen Küche"?

Um die japanische Küche (abseits von Sushi & Co) wirklich kennenzulernen, könnte man beispielsweise mit "A first book of Japaneses Cooking" anfangen (falls es das noch zu kaufen gibt) oder man schaut mal bei Harris Salat (http://www.japanesefoodreport.com/) vorbei (leider recht unregelmässig).

Nun ist genug, nimm die Kritik an oder lass' es, aus dem Feedreader bleibt ihr, wie gewünscht, draussen.

Egal woher, sieht auf jeden

Egal woher, sieht auf jeden Fall gut aus.

Wokgerichte sind was sehr

Wokgerichte sind was sehr feines - fein für Zeitsuchende und auch für den Gaumen. Am Foto sind wohl etwas viele Nudeln drauf - aber die Kombination der asiatischen Aromen finde ich immer wieder spannend.

...

Probiere ich auch mal aus!!

Vielen Dank fuer diese

Vielen Dank fuer diese Website! Es gibt viele interessante Rezepte und gute Vorschlaege. Tolle Idee!

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