Kochen im Urlaub Teil 1: Thailändisch-baltisches Fischcurry

Thailändisch-baltisches Fischcurry

Die Urlaubssaison ist ja leider schon fast wieder vorbei. Eine der beliebteste Übungen heimkehrender Urlauber ist es, die daheimgebliebenen Freunde, Verwandten und Kollegen mit Urlaubsbildern und –videos zu nerven. Ich nehme mich da natürlich nicht aus, allerdings werde ich mich hier im Blog auf Fotos meiner Urlaubs-Kochrezepte beschränken. Und da mein lieber Co-Blogger Indian Summer gerade dabei ist, die Fusion-Küche hier salonfähig zu machen, springe ich auf diesen Trend auch gleich mit auf. Der erste Versuch ist ein Thai-Fischcurry mit baltischen Zutaten.

Unser Stammquartier an der vorpommerschen Ostseeküste (Ostsee = engl. „Baltic Sea“) verfügt über eine gut ausgestattete Küche, sodass man auf Restaurantbesuche im Prinzip verzichten und sich auch im Urlaub weiter als Hobbykoch betätigen kann. Ein kleines Problem ist alledings die Versorgungslage: Zwar sind auch die Ferienorte in Meck-Pomm mittlerweile fast lückenlos mit Edeka- und Aldi-Märkten bestückt. Das Sortiment ist jedoch speziell an den nicht so urbanen Orten eher am Grundbedarf orientiert, was beim urlaubenden Hobby-Gourmet das Improvisationstalent herausfordert. Genau deshalb führe ich im Urlaub gewohnheitsmäßig neben einer Grundausstattung an scharfen Messern und Weingläsern – geübte Ferienwohnungs-Urlauber werden wissen, warum – einen Satz an exotischen Gewürzen mit, dieses Mal auch eine daheim zubereitete Fischcurry-Mischung.

Die Anregung für dieses Rezept habe ich mir von einem Thai-Imbiss (sic!) geholt, bei dem wir eher zufällig eingekehrt waren. Das dort bestellte Thai-Curry mit Huhn war sehr authentisch und äußerst delikat, es stand Pate für dieses Fischcurry. In der heimischen Küche würde ich dazu eine grüne Curry-Paste, Fischsauce, Limettenblätter, Tamarindenmus und Palmzucker verwenden. Leider sind solche Zutaten an unserem Urlaubsort definitiv nicht, sondern erst in der nächsten größeren Stadt, eine Autostunde entfernt, zu bekommen, wenn überhaupt. Der lokale Edeka-Markt führt immerhin Limetten, frischen Ingwer und Kokosmilch. Für die Thai-Ostsee-Crossover-Variante sind deshalb auch die mitgebrachte Curry-Mischung, für die Schärfe Piri-Piri-Schoten aus dem Glas, ordinäres Salz und für die Süße Orangensaft und Aprikosen-Konfitüre erlaubt.

Der Fisch reißt es dafür wieder raus. Wenn man wie ich alltags Luftlinie 500 km von der nächsten Küste entfernt wohnt, ist man mit frischem Fisch – ich meine jetzt wirklich frischen Fisch, der nur nach Meerwasser und nichts Anderem riecht – nicht gerade verwöhnt. Insofern ist die Küste der einzig wahre Ort, um ein richtig gutes Fisch-Curry zu machen.

Zutaten

für 4 Personen

  • 1 kg Fischfilet (z.B. Zander)
  • 1 rote Paprikaschote
  • 1 mittelgroßen Zucchino
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 1 große Schalotte
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Stück Ingwerknolle, ca. 5 cm
  • 1 Dose Kokosmilch
  • Fischcurry-Mischung, bestehend aus Koriander, Kurkuma, Kreuzkümmel, rotem Chilipfeffer, schwarzem Pfeffer und zerstoßenen Fenchelsamen
  • Zesten und Saft einer Limette
  • 1 EL Butter
  • etwas Orangensaft und Aprikosen-Konfitüre
  • Salz
  • 1-2 Piri-Piri-Schoten aus dem Glas

Zubereitung

Das Fischfilet ggf. enthäuten und in mundgerechte Stücke schneiden. Die rote Paprika putzen, waschen und in Rauten schneiden. Den Zucchino in 1 cm dicke Scheiben und diese jeweils in 4-6 Stücke schneiden. Die Frühlingszwiebeln putzen und in schräge, 1 cm lange Stücke schneiden. Die Schalotte putzen und achteln. Die Knoblauchzehen fein hacken. Die Ingwerknolle schälen und in streichholzdünne Streifen schneiden. Die Limette schälen und auspressen. Die Piri-Piri-Schoten aufschlitzen, entkernen und fein hacken.

Die Butter zerlassen und den Knoblauch darin anbraten. Dann das Gemüse bis auf die Frühlingszwiebeln hinzufügen und ebenfalls anbraten. Mit der Fischcurry-Mischung bestreuen, kurz durchmischen, dann die Kokosmilch angießen und aufkochen. Die Limettenzesten und je nach gewünschtem Schärfegrad die Piri-Piri-Schoten hinzufügen und ca. 10 min. sanft kochen lassen. Die Fischfilet-Stücke hinzufügen, kurz aufkochen, dann die Hitze herunterdrehen und ca. 4-5 min. ziehen lassen. Die Frühlingszwiebeln untermischen und mit Salz, Limettensaft, Orangensaft und Aprikosen-Konfitüre abschmecken. Die Limettenzesten wieder herausfischen und mit gedämpftem Basmati-Reis servieren.

Mmm...Es klingt sehr lecker

Mmm...Es klingt sehr lecker und sieht sehr gut aus!Ich muss das probieren!Besten Dank für das super Rezept! :P

Viele Grüße

Laura

Prima, alles klar und doch eine Frage

Besten Dank für das interessante Rezept mit teilweise vorrätigen oder zumindest leicht zu beschaffenden Zutaten. Dieses Rezept/Gericht wird nicht lange auf sich warten müssen.
Wenn ich die Einleitung richtig interpretiere müsste das Ganze 1:1 auch mit zum Bsp. Hähnchenbruststücken statt Fisch gelingen. Richtig? Herzlichen Dank für die klärende Antwort.

Antwort

Vielen Dank. Wie gesagt, frischer Fisch ist wichtig. Das oben genannte Original war in der Tat mit Hähnchenbruststreifen, hat auch sehr gut geschmeckt. Dann kann man auch eine andere Currymischung, z.B. Panang mit Erdnüssen, verwenden.

prima, das Rezept nehme ich

prima, das Rezept nehme ich mir mit in den nächsten Urlaub auf Fischland-Darß, dort gibt es den schmackhaften Bodden-Zander, der dieses Gerichtes bestimmt würdig ist.
Und dort reise ich auch immer mit Küchen-Gewürz-Messerkistchen im Ferienhäuschen an, ich weiß also genau, wovon Du sprichst ;))

Das klingt aber fantastisch.

Das klingt aber fantastisch. Ich kann dies am Wochenende vorbereiten. Vielen Dank für dieses geile Rezept. Grüße, Ina

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Gefällt mir und erinnert an meine Urlaube in Ferienwohnungen, wo Improvisation gefragt war. Macht aber Spaß!

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