Kulinarische und stressfreie Festtage: Das mankannsessen.de Weihnachtsmenü 2011

Das mankannsessen.de Weihnachtsmenü 2011

Alle Jahre wieder, die Vorweihnachtszeit verlangt uns alles ab: Neben dem beruflichen Stress, der zum Jahresende meistens zunimmt, häufen sich Weihnachtsfeiern, Geschenke müssen beschafft werden und um das Weihnachtsmenü muss man sich auch noch Gedanken machen.

Bei Letzterem möchte das mankannsessen.de-Team seinen gestressten Lesern gerne etwas Hilfestellung geben. Dazu haben wir ein 4-gängiges Weihnachtsmenü kreiert, das wir in diesem Beitrag vorstellen. Besonderes Augenmerk haben wir darauf gelegt, dass sich alle Gänge entweder gut vorbereiten oder besonders schnell und einfach zubereiten lassen. In einem Selbstversuch hat das Team das Menü ausprobiert und für gut befunden. Somit hoffen wir, unseren Lesern Anregung und Inspiration für ein kulinarisches und dennoch (kochmäßig) stressfreies Weihnachten zu geben. Wir wünschen viel Vergnügen beim Nachkochen.

... und die hoffentlich passenden Weine gibt es hier.

Zum Aperitiv: Appetithäppchen mit Lachs - oder: was macht die lila Kuh im Frischkäse?

Appetithäppchen mit Lachs

Zum Auftakt unseres Menüs zaubert die Pralinenmeisterin eine ihrer Spezialitäten. Die Lachshäppchen lassen sich ratzfatz in 20 Minuten herstellen. Sie sollten erst kurz vor dem Verzehr hergestellt werden, da die Cracker sonst durchweichen.

Zutaten

(für 4 Personen)

  • ca. 25 Cracker
  • Frischkäse mit Lachs
  • Kaviar
  • 1 Scheibe Räucherlachs
  • Dill
  • Zitrone

Zubereitung

Cracker auf einer Servier-Platte verteilen. Einzeln mit dem Frischkäse bestreichen, sofern man Lachsfrischkäse im Supermarkt seines Vertrauens gefunden hat. Dies ist leider oft schwierig, da es inzwischen so viele neue Sorten von Frischkäsevariationen auf dem Markt gibt, dass für die Klassiker (z.B. mit Lachs) einfach kein Platz mehr im Kühlregal bleibt. Da findet man z.B. Frischkäse mit Honig-Geschmack oder mit Flammkuchen-Aroma und eben auch mit Schokolade von der lila Kuh ... Was soll das?! Kräuter im Frischkäse, Pfeffer, Lachs - das passt, aber wer braucht schon Honig, Flammkuchen oder Schokolade in seinem Frischkäse?
Das einzig Gute an diesen unsäglichen Sorten und dem Fehlen des Lachs-Klassikers: Man muss sein Improvisationstalent aktivieren. So nehme ich also für den Fall des fehlenden Lachsfrischkäses einen Original-Frischkäse mit purem Frischkäsegeschmack und mische ihn mit Lachspaste aus der Tube, je nach Konsistenz evtl. etwas Natur-Joghurt hinzufügen, vermischen und kurz vor dem Eintreffen der Gäste mit dem Mixer oder Pürierstab noch leicht aufschlagen. Masse dann mit einem Messer oder Teelöffel auf den Crackern verteilen.

Anschließend je 1 Espressolöffelchen voll Kaviar auf den Käse geben (es gibt neuerdings auch vegetarischen Kaviar - der wird aus Algen hergestellt ...), mit einem feinen Streifen vom Räucherlachs und Dill garnieren. Auf jedes Häppchen einen Tropfen Zitronensaft träufeln und rasch servieren, um ein Durchweichen zu vermeiden.

Die Häppchen sind sehr nette Begleiter zu einem prickelnden Aperitiv und machen Lust auf das, was danach noch kommen mag ...

Vorspeise: Pastinakencrèmesuppe mit Knusperchips und Blätterteigsticks

Pastinakencrèmesuppe mit Knusperchips und Blätterteigsticks

Nach dem Aperitiv geht es weiter mit einem Rezept aus dem aktuellen essen & trinken-Heft (Nr. 12/2011). Die Suppe hat bei uns allerdings noch ein Geschmackstuning durchlaufen. Sie kann einige Stunden vor dem Verzehr zubereitet werden. Die Kombination aus der Suppe, dem Kürbiskernöl und den knusprigen Pastinakenchips hat uns sehr gut gefallen.

Zutaten

(für 4 Personen)

  • 3 Platten TK-Blätterteig (à ca. 75 g)
  • 1 TL Lebkuchengewürz
  • Mehl zum Bearbeiten
  • 100 g weiße Zwiebeln
  • 600 g Pastinaken
  • 40 g Butter
  • 4 EL Noilly Prat
  • 100 ml Weißwein
  • 700 ml Gemüsefond
  • 250 ml Schlagsahne
  • Salz, Pfeffer
  • Cayennepfeffer
  • Zitronensaft
  • 4 EL Kürbiskernöl

Zubereitung

Den Backofen auf 220 °C vorheizen.

Die aufgetauten Teigplatten auf die Arbeitsfläche legen. 2 Platten dünn mit Wasser einpinseln, mit dem Lebkuchengewürz bestreuen. Die Platten übereinander legen, die nicht bestreute zuoberst. Leicht andrücken. Dann auf der bemehlten Arbeitsfläche ca. 30 x 20 cm groß ausrollen. In 20 dünne Streifen schneiden, nebeneinander auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Im Backofen auf der 2. Schiene in 12 - 15 Minuten goldbraun backen.

Die Zwiebeln schälen und fein würfeln. Pastinaken schälen, längs halbieren und quer in ca. 2 mm dünne Scheiben schneiden. 20 g Butter auf mittlerer Stufe erhitzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. 3/4 der Pastinaken dazu geben und kurz mitdünsten. Mit Wermut und Wein ablöschen. Mit dem Fond auffüllen und abgedeckt in ca. 20 Minuten weich kochen.

Die restliche Butter auf mittlerer Stufe in einer Pfanne erhitzen. Die restlichen Pastinaken darin in 5 - 6 Minuten goldbraun braten. Dabei salzen, pfeffern. Dann aus der Pfanne nehmen und auf Küchenkrepp entfetten.

Die Suppe mit einem Zauberstab fein pürieren und durch ein Sieb geben. Sahne hinzufügen. Einmal aufkochen. Mit Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer, Zitronensaft und etwas (wenig!) Lebkuchengewürz abschmecken. Etwas Speisestärke einrühren und aufkochen lassen, damit die Konsistenz der Suppe etwas dicklicher wird.

Die Suppe in tiefe Teller geben. Die gebratenen Pastinakenchips darauf verteilen und mit jeweils 1 EL Kürbiskernöl beträufeln. Mit den Blätterteigsticks servieren.

Hauptspeise: Ente mit Essigkaramelsauce und Chili-Ingwer-Karotten

Ente mit Essigkaramelsauce und Chili-Ingwer-Karotten

Kommen wir zur Hauptspeise. Hier haben wir uns für ein Rezept aus Wolfram Siebecks Buch Alle meine Rezepte entschieden. Das Besondere hieran ist die Garmethode für die Ente. Der Vogel wird bei niedriger Temperatur mehrere Stunden im Ofen schonend gegart. Das Resultat ist einfach sensationell: Das Brustfleisch ist so zart, dass man es fast mit der Gabel zerteilen kann. Ein weiteres Highlight dieses Gangs ist die sehr intensive, hocharomatische Sauce. Auch dieses Gericht lässt sich sehr gut vorbereiten.

Zutaten

(für 4 Personen)

Ente mit Essigkaramelsauce

  • 1 Ente (ca. 3,5 kg)
  • 4 - 6 EL Demi Glace
  • 400 ml Hühnerfond
  • 4 EL Sherryessig
  • 250 ml Weißwein
  • 4 EL Zucker
  • Salz, Pfeffer

Chili-Ingwer-Karotten

  • 800 g Karotten
  • Butter
  • Cayennepfeffer
  • 1 walnussgroßes Stück Ingwer

Zubereitung

Ente mit Essigkaramelsauce

Den Backofen auf 80 °C vorheizen.

Die Ente unter fließendem kalten Wasser kurz abwaschen und trocken tupfen. Mit einer Mischung aus Salz und Pfeffer von außen gründlich einreiben. Dann in einer Pfanne bei mittlerer Hitze rundherum goldbraun anbraten. Die Hitze sollte nicht zu stark sein, damit die Haut nicht zu dunkel wird. Während des Anbratens noch einmal salzen.

Anschließend die Ente in eine flache Form oder ein tiefes Backblech legen und auf die untere Schiene des Backofens schieben. Für ca. 7 Stunden backen.

In der Zwischenzeit die Sauce zubereiten. Dafür den Zucker in einem Topf bei mittlerer Hitze zu Karamel schmelzen lassen. Mit dem Sherryessig, einem Glas Weißwein und einer halben Tasse Hühnerfond ablöschen. Um die Hälfte einkochen lassen. Dabei auch die Demi Glace in die Sauce geben. Mit wenig Salz, Pfeffer, Sherryessig, Zucker abschmecken.

Die Ente aus dem Ofen nehmen und mit einem Backpinsel mit etwas Sauce bestreichen. Dann kurz unter den Grill schieben. Die Haut soll dabei nicht kross werden, sondern glaciert.

Chili-Ingwer-Karotten

Die Karotten schälen und in fingerlange Streifen schneiden. Dann gar dämpfen. Kurz vor dem Servieren etwas Butter in einem Topf auf mittlerer Stufe erhitzen. Den Ingwer in Scheiben schneiden und zusammen mit etwas Cayennepfeffer in der Butter anschwenken. Die Karotten kurz darin wälzen.

Fertigstellen

Die Ente aus dem Ofen nehmen, tranchieren und zusammen mit mit der Sauce, den Karotten und etwas Baguette servieren.

Dessert: Zimtparfait mit Burgunderpflaumen

Zimtparfait mit Burgunderpflaumen

Wir beschließen unser Weihnachtsmenü mit einem weiteren Gericht aus Wolfram Siebecks Buch Alle meine Rezepte. Es erfordert etwas mehr Vorbereitung, da die Pflaumen 2 Tage in Rotwein marinieren müssen. Die Zubereitung ist aber auch stressfrei und das Ergebnis extrem überzeugend.

Zutaten

(für 4 Personen)

  • 500 g Trockenpflaumen
  • 4 EL Honig
  • 1 TL bittere Orangenmarmelade
  • 1/2 l kräftiger Rotwein
  • 3 Eigelb
  • 125 g Zucker
  • 1/2 EL gemahlerner Zimt
  • 2 EL Zwetschgenwasser
  • 1/2 l Sahne
  • Einige Blätter frische Minze

Zubereitung

Die Pflaumen nicht zu dicht nebeneinander in eine flache Form legen. 1/2 l Wasser zusammen mit dem Honig aufsetzen und so lange offen kochen lassen, bis die Mischung zu einem süßen Sirup wird. Über die Pflaumen gießen.

Den Rotwein mit der Orangenmarmelade verrühren. Die Pflaumen mit dem Rotwein bedecken und 2 Tage im Kühlschrank ziehen lassen.

Die Eigelbe schaumig rühren, nach und nach Zucker und das Zimtpulver zugeben und weiter rühren, bis die Masse cremig und dicklich wird. Das Zwetschgenwasser unterrühren.

Die Sahne steif schlagen. Davon 2 EL unter die Masse rühren, dann die restliche Sahne vorsichtig unterziehen. In eine rechteckige Kuchenform füllen und mindestens 3 Stunden ins Gefrierfach stellen.

Das Parfait etwa 30 Minuten vor dem Servieren aus dem Gefrierfach in den Kühlschrank stellen. Zum Servieren Scheiben abschneiden und diese mit den Pflaumen und einigen Minzblättern auf Tellern anrichten.

Trackback URL for this post:

http://www.mankannsessen.de/trackback/641

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
Diese Frage dient dazu festzustellen, ob Sie ein Mensch sind und um automatisierte SPAM-Beiträge zu verhindern.

Nach dem Essen: Prickelnder Lesegenuss mit dem neuen Buch von Ann Westphal