Passend zur Jahreszeit: Hähnchensuppe "India meets Thailand"

'India meets Thailand'-Hähnchensuppe

Passend zur kalten Jahreszeit in Deutschland eine meiner Lieblingssuppen (ja, ich bin ein bekennender Suppenfan :-)). Diese Suppe ist eigentlich eine Thaisuppe, die ich vor einigen Jahren in Thailand 'entdeckt' habe. Die Suppe durfte ich mir schmecken lassen während einer Pause zwischen Tauchgängen in der Andaman Sea (Tauchgebiete wie z.B. Raya Noi, Phi Phi, etc.) auf Deck unseres Schiffes. Das war zur Stärkung zwischen den Tauchgängen genau das richtige. Obwohl diese Tauchgebiete eigentlich recht warm sind, kühlt man beim Tauchen doch ziemlich ab und da es unter Wasser soviel zu bestaunen gibt (z.B. Clownfische bekannt aus dem Film Nemo oder den wirklich hübschen aber giftigen Rotfeuerfisch und nicht zu vergessen den Mantarochen, der nahezu schwerelos und majestätisch durch die Tiefen schwebt) merkt man das nicht. Nach dem Auftauchen dann umso mehr, wenn man am ganzen Körper zittert vor Kälte. Dann ist eine warme Suppe zum Aufwärmen genau das Richtige.

Damals habe ich mir leider das Rezept nicht geben lassen, aber manchmal kommt einem dann der Zufall zuhilfe - so in meinem Fall.

Vor kurzem war ich mal wieder in Deutschland, um meine Eltern zu besuchen. Was soll ich sagen, bei Muttern schmeckt es einfach am besten und diesesmal hatte sie eine Überraschung bereit: Eine leckere Thaisuppe, fast genauso wie ich sie von Thailand in Erinnerung hatte. Doch woher hatte meine Mutter das Rezept? Die Zutaten, Geschmack der Suppe - alles völlig authentisch. Tja, sie überrascht mich eben immer wieder :-).
Meine Mutter hatte einen Kochkurs besucht, der von einer Dame aus Thailand in meinem Geburtsort im Süden Deutschlands angeboten wurde. Die Zutaten waren dann auch schnell geklärt - alles erhältlich im lokalen Asia-Shop.

Wieder in Bangalore - meiner Wahlheimat - angekommen, habe ich mir natürlich gleich vorgenommen, diese leckere Suppe ebenfalls zu kochen (oder zumindest mich davon inspirieren zu lassen).
Das Problem war hauptsächlich die Beschaffung der Zutaten. Daher habe ich dieses Gericht abgewandelt - herausgekommen ist dabei eine Indo-Thai Kreation. Am schwierigsten war die Beschaffung der Zitronenblätter, die mir dann eine Bekannte von ihrem Urlaub aus Thailand mitgebracht hat - Zitronenblätter lassen sich übrigens gut einfrieren ohne an Geschmack zu verlieren. Interessant war das scouting nach Galgant. Galgant gehört ebenfalls zur Ingwer Familie, hat ein wunderbares, kräftiges Aroma, ist aber im Süden Indiens sehr schwer zu finden. Hauptsächlich wohl deshalb, weil Ingwer und Mango-Ingwer (mehr dazu in einem meiner nächsten Rezepte) in der indischen Küche Verwendung finden. In der ursprünglichen Thaisuppe werden Garnelen verwendet - diese habe ich durch Hähnchen ersetzt.

Ich persönlich bin mit dem Ergebnis meiner Fusion aus indischer und thailändischer cuisine sehr zufrieden und lade ein zum Nachkochen. Das Schöne ist zudem, dass die Suppe sich sehr schnell und einfach zubereiten lässt, dabei aber ein vollwertiges Gericht ist.

Zutaten

(für 4 Personen)

  • 600g Hühnerbrustfilet
  • 5 mittelgroße Kartoffeln
  • 3 Süsskartoffeln (Yam)
  • 5 - 6 Taro (kleine asiatische Kartoffeln)
  • 5 Karotten
  • 2 - 3 Delhi-Karotten (kann man auch weglassen und stattdessen mehr Karotten nehmen)
  • 2 - 3 rote Chilis
  • 3 - 4 EL Sonnenblumenöl
  • 6 EL Fischsauce
  • 4 EL Austernsauce
  • 3 TL Chicken Masala (es wird bisweilen in Europa zwar auch 'indisches Currypulver' verkauft - wer will, kann das nehmen. Ich persönlich halte davon jedoch nichts. Es gibt in Indien kein 'Currypulver' - Curry ist vielmehr die Bezeichung für eine Art Grundrezept. Wenn man eine authentische Gewürzmischung haben möchte sollte man daher ein 'chicken masala' verwenden.
  • 1 TL braunen Zucker (Rohrzucker)
  • 1 - 2 l Wasser
  • 1 Dose ungesüsste Kokosnussmilch
  • 6 - 8 frische Zitronenblätter
  • 3 - 4 Stengel frisches Zitronengrass
  • 1 Stück frischer Galgant (5 cm)
  • frischer Koriander (oder alternativ Frühlingszwiebeln) zum Garnieren
  • Reisnudeln oder alternativ Basmatireis

Zubereitung

Reisnudeln oder Reis

Reisnudeln nach Packungsanleitung z.B. im Reiskocher kochen (etwa 10 Minuten) mit einem Spritzer Öl. Dabei aufpassen, dass die Nudeln 'al dente' bleiben. Schliesslich kommt später noch unsere heisse Suppe darüber.
Wer lieber Reis dazu mag (ich empfehle Basmati-Reis wegen des duftenden Aromas das sehr gut zur Suppe passt): Reis sorgfältig waschen (2 Tassen fuer 4 Personen) und etwas quellen lassen (20 - 30 Minuten). Dann mit einem Spritzer Öl in einen Topf oder Reiskocher und ca. 10 bis 15 Minuten kochen lassen bis der Reis gar ist. Wer mag kann zum kochenden Reis 3 - 4 Cardamom pods dazugeben und etwas Safran. Das verleiht dem Reis eine weitere Geschmackdimension und man erhält einen wunderbaren, duftenden Reis.

Suppe

Das Hühnerbrustfilet in mundgerechte Stücke schneiden und in eine verschliessbare Plastikschale geben. Die Fischsauce, Austernsauce, Zucker und Chicken Masala dazugeben. Kräftig umrühren und in etwa 30 Minuten im Kühlschrank ziehen lassen.

In der Zwischenzeit die Kartoffeln und Karotten waschen, schälen und ebenfalls in mundgerechte Stücke schneiden. Die Chilischoten längsseits aufschneiden, die Kerne entfernen und in kleine Ringe schneiden.
Das Zitronengras waschen und in grosse Stücke (3 - 4 cm) schneiden. Galgant ebenfalls waschen und in Scheiben schneiden (oder unregelmässige grobe Stücke). Galgant kann man schälen, muss man aber nicht. Ich bevorzuge das Aroma mit Schalen.

Die Chilli, Kartoffeln und Karotten in einen grossen Topf (ich habe einen wirklich großen Hexenkessel mit ca. 8 Liter Fassungsvermögen :-)) oder Wok geben und im Sonnenblumenöl kurz anbraten (nicht zu hohe Hitze).
Dann das marinierte Fleisch (nicht die Marinade - brauchen wir etwas später) hinzugeben und anbraten (bis das Fleisch nicht mehr rosa ist).

Nun das Wasser und die Marinade hinzugeben sowie Galgant, Zitronenblätter und Zitronengras. Das Ganze nun bei mittlerer Hitze kochen (ohne Deckel) bis das Gemüse und Fleisch gar ist.
Nach Belieben kann mit Wasser, Fischsauce und Austernsauce abgeschmeckt werden. Alternativ kann man auch etwas Salz verwenden (doch Vorsicht, Fischsauce selbst ist ziemlich salzig, daher Salz sehr sparsam verwenden).
Galgant kann man übrigens nicht mitessen und auch vom Verzehr des Zitronengras und der Zitronenblätter würde ich eher abraten.
Die Suppe nun mit den Reisnudeln oder Reis servieren und mit frischem Koriander bestreuen. Guten Appetit!

Sehr schön, und es zeigt sich

Sehr schön, und es zeigt sich auch hier, dass man die Rezepte sklavisch nachzukochen braucht, sich daran orientiert und etwas leckeres improvisiert, vielleicht kommt auch mal was neues raus dabei. Wenn ich keinen Galgant hatte, nahm ich stattdessen Ginger. Kaffirblätter (Zitronenblätter) friere ich auch ein, Basilikum geht nicht. Dass Kaffir zusammen mit Zitronengras verwendet wird, wundert mich, ist aber nicht tragisch, bin nicht Experte.
PS: Du bist mir bis jetzt als Autor nicht aufgefallen, für mich neu.

Improvisation

Hallo Erich, absolut richtig. Einfach Mut zum Ausprobieren und es ergeben sich wunderware neue Aromen und Gerichte. Prinzipiell ist alles erlaubt was schmeckt. Kaffir mit Zitronengras in der Suppe gibt einen fantastich, frischen Geschmack ... einfach ausprobieren, kann ich nur sehr empfehlen :-)
Zum PS: Ja, bin Gastautor und schreibe ab und an. Mipi ist da wesentlich fleissiger :-).

Danke

Werde ich ausprobieren, das mit kaffir lime and lemon grass, mach ich in einer Suppe.

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