Pasta puristisch: Spaghetti con burro e parmigiano

Spaghetti con burro e parmigiano

Gerade beim Kochen gilt oft der Leitsatz "Keep it simple, stupid!" - "Halt es einfach, Blödmann". Mit anderen Worten: Puristische Rezepte sind komplizierten oft gerade ihrer Einfachheit wegen überlegen, wenn die wenigen Aromen perfekt aufeinander abgestimmt sind.

Vor längerer Zeit war ich Zeuge eines Radio-Interviews mit Paolo Barilla, einem der Erben des bekannten Nudel-Konzerns. Spannend wurde es, als er nach seinem liebsten Nudelrezept befragt wurde. Ich dachte, wenn sich da einer auskennt, dann der, also hör mal genau zu. Das Ergebnis war dann etwas anders als erwartet, aber trotzdem irgendwie genial. Ihr könnt es hier nachlesen.

Paolo Barilla gab sich auf die Frage ganz familiär, wie es sich für einen Italiener gehört. Sein Lieblings-Pastarezept stamme natürlich, wie könnte es anders sein, von seiner Mamma. Als Zutaten benötigt man nur Butter (burro) und Parmesan (parmigiano).

Hier noch mal präzise für die Einkaufsliste:

Zutaten

für drei Personen

  • 500 g Spaghetti
  • 250 g zimmerwarme Butter
  • 100 g Parmesan
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Chili-Schote

Die beiden letzten Zutaten hat Barilla nicht explizit erwähnt, ich hab sie eigenmächtig dazumontiert. Wer es ganz puristisch mag, kann sie auch weglassen.

Zubereitung

Spaghetti gar kochen. Währenddessen Parmesan reiben, Knoblauchzehe und Chili-Schote putzen und fein hacken. Etwas Butter in einer Pfanne zerlassen, Knoblauch und Chili darin andünsten. Die Spaghetti abgießen und in die Pfanne geben. Jetzt immer im Wechsel 50 g Butter und 20 g Parmesan unterrühren. Gut durchmischen, damit Butter und Parmesan gleichmäßig schmelzen und die Spaghetti umhüllen können. Wenn alles untergerührt ist, sofort servieren. Nach Geschmack gehacktes Basilikum darüberstreuen.

Dazu passt ...

... ein trockener, fruchtiger italienischer roter Landwein.

Die wahren Genüsse sind

Die wahren Genüsse sind einfacher Natur, hat mal jemand gesagt. Was bei Pasta oft auch stimmt.

das "Original"

heißt Fettucine Alfredo und wird mit Bandnudeln gemacht. Es stammt aus Rom, aus dem Ristorante Alfredo.
http://www.alfredoallascrofa.com/

Ein halbes Pfund Butter? Man

Ein halbes Pfund Butter? Man könnte meinen das Rezept stammt von Horst Lichter. ;-) Die reinste Cholesterin- und Kalorienbombe. Ich bin ja dann doch eher für Spaghetti aglio et olio (gerne auch mit Pepperoni: http://www.digilotta.de/2009/04/20/spaghetti-aglio-olio-peperoncini/)

Spagetti mit Butter

Kaum zu glauben, dass sich dieses einfache Rezept in einem Kochblog wiederfindet. Freut mich als Lesender Gast ganz besonders, zumal ich seit mindestens 50 Jahren Spaghetti am liebsten so esse!

Was den Butter betrifft, ist führ die in Deutschland übliche "Diätkocherei" vermutlich zu üppig, aber italienisch Essen ist ja eigentlich ein Genuss und nicht blosse Nahrungsaufnahme! Und "Original" ist beim Kochen das Feuer des Herdes und vermutlich nicht ein Restaurant.

Für mich jedenfalls ein regelmässiges, auch Zwischendurch-Gericht ohne große Gewichtsprobleme dadurch bekommen zu haben.

Re:

@Turbohausfrau: Ein weiser Satz.
@Jan: Ich bin sicher, dieses Rezept hat viele Väter :-)
@Jürgen: Nun ja, manche sagen, der menschliche Körper produziert den größten Teil seines Cholesterins selbst. Ich plädiere hier für ein genüssliches "Sowohl als auch".
@Gast: Wir veröffentlichen auch ganz traditionelle Rezepte. :-) Ich weiß gar nicht, ob es in Italien so etwas wie Diätküche überhaupt gibt. Zumindest hat man den Eindruck, dass die Italiener längst nicht so viel Probleme mit Übergewicht haben wie wir Deutschen.

Re:

Diätküche? Ich denke mal das ist wwie bei der Medizin - die Dosis macht es! Im übrigen -bin nur naha an Italien -im schönen Engadin und hier ist im übrigen auch auf den meisten Speisekarten auch "Spaghetti Nature" zu finden. Was Deutschland betrifft, so hatte ich aus Zufall wieder einmal ein positives Erlebniss (Ochs von Vorne und Hinten)! War aber nahe der französischen Grenze im Badischen. Nicht in Bayern, wo mir mittlerweile das Beste vom Schweinebraten (Kruste) als extra gebratene Dekoration auf dem Teller serviert wird. Aber das entspricht halt auch dem "deutschen Massengeschmack", der auch hier leider immer mehr zu spüren ist.

Oh, das sehe ich jetzt erst:

Oh, das sehe ich jetzt erst: ein schöner Post und ein schönes Rezept. In der Schlichtheit zeigt sich der pure Geschmack. Iss in Italien auch nicht anders ;)!

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