Praxistest: Vulkanus Messerschärfer "Edelstahl"

Im Test: Vulkanus Messerschärfer

Wie auch schon einige Bloggerkollegen vor mir (Zorra, genial-lecker.de und franzoesischkochen.de) habe auch ich vor einiger Zeit eine Anfrage der Firma Vulkanus erhalten, einen ihrer Messerschärfer zu testen. Interessant an diesem Produkt ist neben dem Design, die Tatsache, dass dieser Messerschärfer verspricht, einfach bedienbar zu sein und auch Klingen mit Wellenschliff zu schärfen. Grund genug für mankannsessen.de, dieses Utensil einem Praxistest zu unterziehen.

Vulkanus Messerschärefer

Einen wertigen und stabilen Eindruck macht er, der Vulkanus Messerschärfer - zumindest das Modell "Edelstahl".

Auf der Vulkanus-Website erfährt man, dass hinter der Marke Vulkanus die österreichische Firma Harald Stallegger Schärfetechnik steht, die seit 10 Jahren auf die Vulkanus Messerschärfer ein Patent (nämlich auf das spezielle Federsystem dieser Messerschärfer) hat. Bei der Entwicklung war das Ziel, Messerschärfer zu konstruieren, die von jedermann/frau einfach bedient werden können. Zum Testen wurde uns die Variante "Edelstahl" zur Verfügung gestellt. Daneben gibt es drei weitere Varianten: "Pocket" - ein sehr kompakter Schärfer, "Messerblock" - ein Messerblock mit integriertem Schärfer, "Kunststoff" - ähnlich zu "Edelstahl", nur mehr Kunststoff.

Der Messerschärfer "Edelstahl" hat eine Oberfläche aus gebürstetem Edelstahl und macht einen sehr wertigen und stabilen Eindruck. Was sofort auffällt, sind die x-förmig angeordneten, metallenen Schärfungsflächen, die über ein Federsystem zur Mitte hin, gegen das zu schärfende Messer gedrückt werden.

Einfache Handhabung

Die Handhabung ist denkbar einfach: Messer einfach durchziehen.

Die Handhabung ist folgendermaßen: Glatte Messer werden einfach von hinten nach vorne durch die Schärfungsstäbe gezogen, und zwar zuerst mit der Spitze nach unten für die Grob- und dann mit der Spitze nach oben für die Feinschärfung. Messer mit Wellenschliff werden ebenfalls von hinten nach vorne durchgezogen, allerdings horizontal und mit leichtem Druck der geschliffenen Seite gegen den entsprechenden Schärfungsstab. Das klingt vielleicht zunächst etwas kompliziert, ist jedoch ganz einfach, wenn man das mal selbst durchgeführt hat. Als Gedächnisstütze ist die Bedienungsanleitung auf der Unterseite des Messerschärfers in verständlichen Bildern aber mit englischem Text abgedruckt.

Bedienungsanleitung

Die Bedienungsanleitung auf der Unterseite des Sockels - leider nur in englisch.

Die Probanden

Die Probanden: Messer, verschiedene Typen und Qualitätsklassen bunt gemischt.

Kommen wir zur wichtigsten Frage dieses Tests: Schärft er denn gut, der Vulkanus? - Ich habe das Gerät an verschiedenen Messern unterschiedlichen Typs und unterschiedlicher Güteklassen (dabei waren ein etwas teureres Messer von Dick, aber auch günstigere Messer von TCM und Ikea und sogar ein No-Name-Messer, das ich mal als Werbegeschenk bekommen habe) getestet. Bei allen Messern hat der Vulkanus sehr gut funktioniert. Anders als in Rikes Test sind meine Messer nicht beschädigt worden - weder waren Grate im Messer, noch sonst irgendwelche Beschädigungen. Selbst Metallspäne sind nicht sichtbar abgehobelt worden (so wie bei Aurélie geschehen). Nach dem Schärfen waren alle Messer deutlich schärfer (auch das wellengeschliffene Brotmesser).

Alles in allem hat der Vulkanus-Messerschärfer bei mir einen durchweg positiven Eindruck hinterlassen, vom wertigen und ansprechenden Design über die einfache Handhabung bis zum Schärfungsergebnis. Sicher mag man eine noch bessere Schärfung bekommen, wenn man seine Messer zum Fachmann gibt, der Vulkanus "Edelstahl" punktet allerdings mit einfacher Bedienung bei (für mich) akzeptablem Ergebnis.

Hinweis: Der Messerschärfer wurde mir für den Test überlassen. Die Firma Harald Stallegger Schärfetechnik hat keinen Einfluss auf die Testdurchführung oder das Testergebnis genommen.

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Praxistest: Vulkanus Messerschärfer "Edelstahl"

Nach auch sehr vielen Versuchen mit diversen Geräten über einige Jahrzehnte (ja, das ganze Leben ist doch irgendwie "trial and error") bin ich ganz klar zu der Überzeugung gekommen, dass der beste Messerschärfer (zum "Schärfe erhalten", nicht für bereits stumpfe Messer) der gute alte Wetzstahl ist und bleibt. Vor allem, wenn man einen in guter Qualität hat. Das Führen des Messers am Wetzstahl sieht ganz einfach aus, wenn man einem Koch zusieht und es ist es auch, wenn man es richtig kann (Anpressdruck, Winkel, Handhaltung). Ja "wenn". Hat bei mir ein paar Versuche gebraucht, seitdem klappt es immer gut, bei jedem Messer mit Glattschliff. Sieht bei mir nicht Soho "profimässig" aus, da nicht "blitzschnell" sondern irgendwie "langsam und konzentriert". Doch damit kann ich gut leben. Alle anderen Geräte hatten immer irgendwelche Nachteile. Also: wenn man "einfach nur seine Messer schärfen" will, reicht der einfache Wetzstahl. Er kostet nicht viel und erfüllt seinen Zweck ganz prima, richtige Anwendung vorausgesetzt.

Wenn man aber wie vielleicht Du (und mit Sicherheit ich), den Dingen ein wenig auf den Grund gehen willst d.h verstehen und optimieren willst, was Messer schärfen ist und wie es perfekt funktioniert, dann lernt man sehr schnell, dass es schlicht und einfach um das Aufrichten (!) eines Grates. Es wird also keinesfalls ein Span abgehoben (wie bei Aurelies Vulkan Messerschärfertest: http://www.franzoesischkochen.de/?p=1497 )! Nachzulesen in unzählbaren Quellen von Leuten, die sich mit dem Messerschärfen mehr oder weniger ernsthaft auseinandergesetzt haben und ganz toll und umfassend beschrieben z.B. hier: http://www.messer-machen.de/messer.htm Im Kern wieder ganz einfach: Grataufrichten! Mehr nicht.

Seitdem ich das kapiert habe, lese ich auch weiterhin mit viel Interesse alle diese gut beschriebenen Test wie Deinen, freue mich aber darüber, das ich alle diese die Küchenschubladen füllenden Gerätschaften nicht brauche.

Hallo, für mich sieht das

Hallo,
für mich sieht das Prinzip dem RapidSteel von Dick verblüffend ähnlich:
http://www.dick-messer.de/dick_rapid_steel_action,rid,217,kl.html

Über den bin ich mal in einem Artikel in der FAS gestolpert und habe ihn natürlich gleich getestet, seitdem ruht der alte Wetzstahl in einem langen Winterschlaf.
Wobei das von Dir getestete Teil in Edelstahl natürlich wesentlich schicker aussieht als das Plastikungetüm von Dick.

Viele Grüße
Volker

Ich finde, dass bei

Ich finde, dass bei derartigen Gerätschaften viel zu grobe Kräfte walten. Und sowohl Koch als auch Metzger "schärfen" ständig ihre Messer nach.
Ich habe bei meinen (meist japanischen) Messern nach einem Grundschliff mit einem Keramikwetzstahl im Winkel von 15°-20° nur ab und an nachzuschärfen. Das geschieht in kontemplativer Weise gern auch vor dem Fernseher mit einem Schleifstein feinster Körnung; mit Öl oder Wasser. Ergebnis ist Rasiermesserschärfe. Und leichtestes Arbeiten.

Ich finde den Vulkanus zwar

Ich finde den Vulkanus zwar nicht kostengünstig, doch seinen Dienst Messer wieder in einen scharfen Zustand zu versetzen, macht ihm keiner streitig. Neben der Erfüllung seines Zwecks hat er auch optisch was zu bieten. Dank des robusten Materials und Designs verspricht er eine lange Lebensdauer und viele gute Schleifergebnisse. Ein kleiner Nachteil aus meiner Sicht ist die nicht vorhandene Grifffläche, die aber auch nicht bei vielen Konkurrenten vorhanden ist.

Messer schärfen und abziehen sind seine Disziplin und diese meistert er mit Bravur.

Vulkanus, eigene Erfahrung

Ich habe den Vulkanus durch Zufall entdeckt und diesen als "Aussteuer" für meine Tochter gekauft. Aber man muß so ein Ding ja auch testen.

Meine Erfahrung ist die, daß sich Messer mit normal dicker Klinge recht gut schärfen lassen, wenn man mit Gefühl arbeitet.
Bei grober Handhabung hat man Späne übrig.
Leichte Belastung beim Durchziehen (gem. Anleitung) ergibt jedoch recht gute Ergebnisse.

Für den (Semi-) Profi sind die Ergebnisse jedoch nicht ganz ausreichend. Da das Messer parallel zur Schneide abgezogen wird ergibt sich ein rauher Schnitt, der einem in der Seele weh tut. Vor allem Fleisch möchte man (frau) nicht misshandeln.

Für mich habe ich folgende Lösung gefunden: Für den Grundschliff nehme ich die Schleifmaschine. Anschließend verwende ich einen Ziestahl (Abziehstahl, Wetzstahl guter Qualität), um die Klinge zu glätten und die Klinge leicht auszuziehen (leichte Gratbildung).

Um die endgültige Schärfe zu erzeugen verwende ich bei normalen Messerstählen einen Arkansasstein (auch Ölstein genannt, wissenschaftlicher Name Novaculi [s. Wikipedia]), mit einem Tropfen Speise- oder Weißöl (Weißöl = dünnflüssige Vaseline) und schleife die Klinge glatt. Für härtere Sonder-/Stähle (Damast, div. Sonder- oder Sinterstähle [z. B. s. www.schanz-messer.de]) einen Keramikstift - Stein und bearbeite das Messer nochmals auf dem Arkansasstein nach. Danach hat man ein größeres Skalpel.
Nach mehrmaliger Benutzung wird dann das Messer entsprechend stumpf. Dann ziehe ich das Messer, falls ein Abzug auf dem Ziehstahl nicht mehr ausreicht, ab.
Wann ein Nachschleifen notwendig wird liegt in Ihrem Gefühl.

MfG
Dr. Seltsam

Guter Haushaltshelfer

Ich habe das Gerät als "Aussteuer" für meine Tochter gekauft und mußte daher das Teil erst einmal selbst testen.

Urteil: Bei einem Messer mit gutem Grundschliff kann man damit ein Messer auf die Dauer einigermaßen scharf halten. Als Laie sollte man jedoch jemanden fragen, der etwas Ahnung hat. Bei meinen Versuchen hat sich gezeigt, daß ein zu hoher Druck beim Durchziehen zu einem extremen Materialabtrag (Späne) führt. Damit ruiniere ich auf Dauer auch ein teueres Messer. Hier ist Feingefühl angesagt!

Ich selbst schärfe meine Messer mit einem Naßschleifgerät für den Grundschliff (nach Bedarf, max. einmal pro Jahr), dann abziehen auf einem guten Wetzstahl für eine glatte Klinge und zum Nachschärfen. Soll das Messer extrem scharf sein, so schleife ich es auf einem Arkansasstein (Washita-Stein, Novaculit (s. Wikipedia)) mit einem Tropfen Salatöl (daher auch Ölstein genannt) in aller Ruhe nach (z.B. bei guter Musik). Dann wird aus dem Messer ein Skalpell;)

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