Sündige Komplexität: Lafer's Mozartknödel

Lafer's Mozartknödel

Johann Lafers Kochbuch Desserts, die mein Leben begleiten stand jahrelang unbekocht bei mir im Regal, da mir seine Desserts oft zu komplex erschienen. Für einen Kochevent mit Freunden habe ich mich an seine Mozartknödel herangewagt. Und ich muss sagen, dass die Zubereitung zwar komplex, aber mit Planung und Organisation gut zu schaffen ist.

Der schwierigste Teil ist sicherlich, die flüssige Schokoladen-Nougat-Mischung in die entsteinten Backpflaumen zu füllen. Leider haben die Pralinenmeisterin (auf deren reichen Erfahrungsschatz in der Schokoladenverarbeitung ich gerne zurückgegriffen habe) und ich zu spät gemerkt, dass die Masse nicht flüssig bleibt, sondern fest wird (auch im Originalrezept stand nichts dazu). So haben wir die Masse mit großer Mühe in flüssigem Zustand in die Pflaumen gefüllt. Für das nächste Mal heißt dies: Zuerst die Nougatmischung fest werden lassen und erst dann in die Pflaumen drücken.

Geschmacklich hat dieses Dessert voll und ganz das gehalten, was man von einer Lafer-Kreation erwarten. Es war exquisit, und der Geschmack erinnert tatsächlich an Mozartkugeln, war aber natürlich viel besser.

Ein großer Vorteil (gerade wenn man für Gäste kocht) ist, dass man sowohl die Knödel, als auch die Saucen gut vorbereiten kann. Sind die Gäste da, schmeißt man die Knödel einfach ins kochende Wasser und kann dann nach kurzer Zeit servieren.

Zutaten

(für 6 Personen)

Kartoffelteig

  • 350 g mehlig kochende Kartoffeln
  • 30 g Butter
  • 150 g Mehl
  • 40 g Hartweizengrieß
  • 2 Eigelb
  • 1/2 EL Vanillezucker
  • Abgeriebene Schale von einer Zitrone
  • Etwas Zimt
  • Etwas Salz

Marzipanteig

  • 60 g fein gemahlene Pistazienkerne
  • 60 g Puderzucker
  • 150 g Marzipanrohmasse
  • 1 EL Rum

Gefüllte Pflaumen

  • 50 g Nougat
  • 50 g Halbbitterkuvertüre (ich habe Ritter Sport Edel-Bitter mit 71% Kakao genommen)
  • 50 g weiche Butter
  • Abgeriebene Schale von einer Orange
  • 1 EL Orangensaft
  • 12 entsteinte Backpflaumen

Sauce

  • 125 g Crème double
  • 20 g Puderzucker
  • 3 EL Rum

Garnitur

  • 100 g gemahlene Mandeln
  • 500 g pürierte und passierte Früchte (TK-Himbeeren und/oder TK-Waldfrüchte)
  • Zucker
  • Granatapfelsirup

Zubereitung

Kartoffelteig

Backofen auf 200 °C vorheizen. Die Kartoffeln in kochendem Wasser garen, dann pellen und im Ofen in etwa 10 Minuten ausdampfen lassen. Dann stampfen und mit den restlichen Zutaten zu einem glatten Teig verarbeiten. Anschließend etwa 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Marzipanteig

Die Pistazien, den Puderzucker, die zerbröselte Marzipanrohmasseund den Rum mit den Händen zu einem Teig kneten. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und beiseite stellen.

Gefüllte Pflaumen

Nougat und die Kouvertüre über einem warmen Wasserbad schmelzen. Die Butter zugeben und mit einem Schneebesen gut verrühren. Die Mischung fest werden lassen.

Saucen

Die Crème double mit dem Rum und dem Puderzucker glatt rühren. und beiseite stellen.

Die Himbeer bzw. Waldfruchtsaucen mit Zucker und Granatapfelsirup abschmecken und ebenfalls beiseite stellen.

Knödel

Die Mandeln in einer Pfanne ohne Öl goldbraun rösten lassen.

In der Zwischenzeit die Nougat-Mischung in 12 gleiche Teile teilen und jedes Teil entweder in eine Backpflaume drücken oder - falls das nicht geht - mit einer Backpflaume zu einer massiven Kugel verkneten.

Nun die Marzipanmasse in 12 gleiche Teile aufteilen und jeweils zwischen zwei Klarsichtfolien etwa 2 mm dünn ausrollen. Die 12 Nougat-Pflaumenkugeln jeweils mit einer Marzipanschicht umhüllen und zu Knödeln formen. Jeden Knödel nun mit Kartoffelteig umhüllen.

Die Knödel in kochendem Salzwasser in ca. 10 Minuten gar ziehen lassen, kurz auf Küchenkrepp abtropfen lassen und dann in den gerösteten Mandeln wälzen.

Servieren

Zum Servieren die Fruchtsaucen und die Crème-double-Sauce auf die Teller geben und dekorativ zu einem Saucenspiegel verrühren. Pro Person jweils 2 Knödel auf einem der Teller platzieren und abschließend mit etwas durchgesiebtem Puderzucker bestreuen.

Klingt ganz köstlich, eine

Klingt ganz köstlich, eine richtige Verführung!! Vor dem Buch stand ich schon mehrmals, aber mir waren die Rezepte insgesamt einfach zu aufwendig.

Die Kugeln sehen genial aus,

Die Kugeln sehen genial aus, aber das selbst zu machen ...

Wunderschön, ich musste

Wunderschön, ich musste zweimal hinschauen - die Saucen wirken auf den ersten Blick wie Pannesamt.
2-3 dieser Kugeln mit den leckeren Saucen, das wär jetzt genau das Richtige ;o)

Die Mozartknödel sehen

Die Mozartknödel sehen wirklich köstlich aus, die Mühe scheint sich gelohnt zu haben.

Ich bewundere euch -

Ich bewundere euch - Lafer-Rezepte sind immer ganz schön aufwändig, lohnen sich aber!
Dieses Photo ist umwerfend - ganz große Klasse!!

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So, so. So könnte das also aussehen, wenn ich das Buch mal zur Hand nehmen würde, um daraus etwas zuzubereiten. Hammer! Aber dieser Aufwand...

Lafer mag ich nicht, aber

Lafer mag ich nicht, aber diese Kugeln sehen super lecker aus!!! Für mich dann allerdings ohne Marzipan, damit kann man mich jagen!

Wow, das sieht ja leeeecker

Wow, das sieht ja leeeecker aus!!!!!!!!!! Wenn bloß das Marzipan nicht drin wär!

Marzipan? Igitt! Bei mir das

Marzipan? Igitt! Bei mir das absolute K.O.-Kriterium für jedes Gericht. Nein, der blanke Horror! ;-)

...

@rike: Wie gesagt, gute Planung ist alles.
@Silvie: Einfach mal dranwagen. Ist wie gesagt ideal für Gäste.
@Steph: Das Saucenarrangement hat die Pralinenmeisterin verantwortet.
@lillebi: Absolut!
@Eva: Ohne tolles Rezept kein tolles Foto.
@Jutta: Aber es lohnt sich.
@bolli, Heidi, Jürgen: Ihr wisst nicht, was Euch entgeht.

..man kanns so richtig riechen..

sieht richtig fein aus
essen würde mir auch Spaß machen, aber ist schon richtig Arbeit !
..und das Marzipan sättigt ungemein !

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[...] peilt im Februar eindeutig mipi von Man kanns essen an – zu den Mozart-Knödeln nach einem Rezept aus Desserts die mein Leben begleiten von Johann Lafer kann ich nur noch den [...]

also meine freundin und ich

also meine freundin und ich haben uns erst an dieses rezept gemacht (14 und 15) weil es einfach umwerfend lecker aussieht. war es dann auch :) nur bei uns ist diese schocki-nougat-mischung irgendwie nicht fest geworden und diese pflaumen hatten keine löcher, wo man etwas hineinfüllen hätte können. aber wir waren halt dann ein bisschen kreativ :) ich glaube das aufwendigste an der ganzen sache ist, die früchte zu passieren.. also wir standen da auf jedenfall ewig.. die andere arbeit geht schnell wenn man sich die zeit richtig einteilt (was wir das nächste mal auf jeden fall noch verbessern könnten :D)
lg

Pünktlich zu Weihnachten habe

Pünktlich zu Weihnachten habe ich mir die Mühe - war weniger aufwendig als das Rezept vermuten lässt und gut zu schaffen - gemacht und die Lafer'schen Mozartknödel der Familie (12 Erwachsene aller Altersklassen ;-)) serviert. Alle waren begeistert und als Abschluss eines guten Weihnachtsessens (die Zubereitung der Gänge teilen wir uns, mein Part war im diesen Jahr das Dessert) reichte ein Knödel pro Person super aus!

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