Sauer macht nicht immer lustig: Schweinefilet mit jungem Rhabarber

Schweinefilet mit jungem Rhabarber

Nachdem Wolfram Siebeck jahrzehntelang seine Rezept-Kolumne für die Wochenzeitung DIE ZEIT geschrieben hatte, waren von ihm zuletzt nur noch Reiseberichte und Restaurantkritiken zu lesen. Ein echter Verlust für die Gourmet-Szene, vor allem, weil seine großartige Sammlung Alle meine Rezepte seit Jahren vergriffen ist und bisher nicht wieder aufgelegt wurde - hallo, wer schläft denn da?

Zum Glück gibt es einen Generationswechsel in Gestalt von Elisabeth Raether, die bisher eher als sozialkritische Autorin von sich reden machte. In der seit einem Jahr existierenden Kolumne Wochenmarkt des ZEITmagazins schreibt sie regelmäßig über Rezepte aus aktuell auf dem Markt erhältlichen Zutaten. In der Ausgabe Nr. 12 veröffentlichte sie einen mir sehr sympathischen Appell, man möge doch nicht immer Fleisch gegen Gemüse ausspielen, beide könnten voneinander profitieren, und legt als Beweis dieses Rezept vor.

Ich habe mich deshalb zum Nachkochen entschieden, auch weil mich die verwendete Zutat Rhabarber neugierig machte. Ob mich das Ergebnis überzeugt hat, steht weiter unten im Blog.

Um es vorwegzunehmen: So richtig begeistert von dem Rezept war niemand am Esstisch, einschließlich des Kochs. Dazu war der Rhabarber trotz großzügiger Verwendung von Zucker einfach zu sauer. Auch das Schweinefilet hätte eine etwas herzhaftere Würzung gut vertragen können. So nett, wie ich puristische Rezepte normalerweise finde: Hier wurde der Purismus ein wenig auf die Spitze getrieben.

Ganz die sichere Bank wie Wolfram Siebeck, dessen Rezepte man immer bedenkenlos nachkochen konnte und die, auch wenn sie aus einfachsten Zutaten bestanden, immer irgendwie genial schmeckten, ist Frau Raether also offenbar nicht. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Außerdem hat ja vielleicht jemand einen Vorschlag, wie man das Rezept optimieren könnte, Potenzial hat es auf jeden Fall.

Zutaten

für drei Personen

  • 750 g Schweinefilet
  • 400 g junger Rhabarber
  • 2 Zweige Rosmarin
  • 100 ml Weißwein
  • Olivenöl, Butter, Salz, Pfeffer, Zucker
  • 1 kg Kartoffeln (für die Beilage)
  • 1 große Zwiebel

Zubereitung

Backofen auf 190 °C vorheizen. Schweinefilet waschen und trockentupfen. 3 EL Olivenöl in eine Bratform geben, den Boden damit bedecken, im Ofen heiß werden lassen, dann das Filet darin wälzen. Salzen, pfeffern, 1 Zweig Rosmarin zerpflücken, darüber geben und in den Ofen stellen.

Wenn Bratkartoffeln dazu serviert werden sollen, Kartoffeln schälen und würfeln. 3 EL Öl und 1 EL Butter in einer großen Pfanne stark erhitzen und Kartoffeln dazugeben. Unter ständigem Rütteln und Wenden von allen Seiten anbraten. Kräftig salzen und in ca. 20 min. auf mittlerer Hitze fertig garen.

Den Rhabarbar waschen, putzen und quer in 4 cm lange Stücke schneiden. Nach 20 min. Garzeit zusammen mit dem Weißwein zu dem Filet geben und garen, bis er weich wird. Die Zwiebel schälen, fein hacken und zu den Bratkartoffeln geben.

Den restlichen Rosmarin fein hacken. Das Filet nach ca. einer halben Stunde aus dem Ofen nehmen und 5 min. ruhen lassen. In nicht zu dünne Scheiben schneiden, mit dem Bratensaft beträufeln und mit Rosmarin bestreuen. Den Rhabarber mit Salz und Zucker kräftig abschmecken. Alles zusammen anrichten und servieren.

Dazu passt...

Zu diesem Rezept finde ich Bratkartoffeln als herzhaften Kontrast sehr passend oder einfach ein Stück Brot. Ein passender Wein wäre ein Weißwein mit einer kräftigen Säure, also am besten ein Riesling oder Sauvignon, gern deutscher Provenienz.

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Das Rezept hat mich auch

angesprochen, nur hält mich Rhabarber im März noch davon ab es auszuprobieren, ganz abgesehen vom Preis 6 Euronen für 1 kg. Da warte ich lieber, bis in Nachbars Garten der Rhabarber kostenlos zu bekommen ist ...

Sieht toll aus

Das Ergebnis sieht richtig toll aus. Könnte mir sehr gut vorstellen, dass das auch bei uns zu Hause sehr gut ankommt, vor allen Dingen weil für das Rezept alles Dinge benötigt werden, die jeder bei uns ißt.

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