Vi de la terra Mallorca: Mortitx Negre Anyada 2008

Mortitx Negre Anyada

Kein Schreibfehler: Dieser Wein heißt wirklich so, und auch die Schreibweise des Weinguts ist korrekt. Er hat ein zweisprachiges Etikett, auf spanisch und in einer Sprache, die, soweit ich das beurteilen kann, Mallorquinisch sein muss. Genau weiß ich es leider nicht, denn selbst das Wiktionary ist da überfordert. Aber "Vi" muss mallorquinisch für Vino sein, so viel ist wohl klar. Wieder was gelernt.

Nein, ich war nicht im Urlaub auf Mallorca. Nicht, dass das eine Schande wäre. Aber dieser Wein ist kein Urlaubs-Mitbringsel. Und dass es auf Mallorca mehr gibt als den Ballermann, ist mittlerweile auch allgemein bekannt. Im Ballermann jedenfalls dürfte man diesen Wein nicht serviert bekommen.

Bodega Vinyes Montitx

Vinyes Mortitx ist eins der modernen Finca-Weingüter im Hochland von Mallorca, die in letzter Zeit von sich reden machen. Der Wein, den sie produzieren, ist garantiert zu schade für Sangria. Das Weingut, besser die Bodega ist mit modernster Technologie ausgestattet, es existiert erst seit 2005. Die Qualitätsansprüche sind hoch, und man zieht alle Register des modernen Qualitätsweinbaus, von Eichenfässern verschiedenener Provenienz über Niedrigtemperatur-Gärung bis hin zur eigenen Abfüllung. Da darf auch ein passender, viersprachiger (!) Internetauftritt nicht fehlen.

Bei der Rebsortenwahl wollte man nichts falsch machen und setzt auf die im internationalen Weinbau bewährten Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah und Monastrell, wie die Mourvedre in Spanien heißt. Es sind also alle Leitreben aus dem Bordeaux und der südlichen Rhone versammelt. Das verspricht spannende Cuvées, ist aber insofern schade, weil die vielen autochthonen mallorquinischen Rotweinsorten dabei komplett unter den Tisch fallen.

Mortitx Negre Anyada

Eins der Flaggschiffe der Bodega Mortitx ist der Negre Anyada. Er beeindruckt schon beim Einschenken mit tief rubinroter Farbe und komplexem, nach Kräutern, Röstnoten, etwas Bittermandel und Tabak duftenden Bouquet. Der Geschmack ist rund, würzig und samtig, eine gelungene Komposition der Cassis-Aromen des Cabernet mit den schokoladigen Noten der Syrah und der Weichheit der Merlot. Trotz der wohlbekannten Rebsorten hat dieser durchaus trockene Wein einen ganz speziellen Charakter. Eine dezente Säure und ein langer Nachklang sorgen dafür, dass man nachhaltig beeindruckt ist.

Mit 13 Vol.-% Alkohol bewegt sich die Schwere des Mortitx Negre Anyada im Mittelfeld, die Website empfiehlt eine Trinktemperatur von mir sehr sympathischen 16-18 °C sowie ein Dekantieren vor dem Genuss. Ich halte Letzteres für entbehrlich, mir hat er auch direkt aus der Flasche ausgeschenkt sehr gut geschmeckt.

Beschaffung

Den Wein hatte ich seinerzeit aus einer Aktion von Jacques erstanden. Leider habe ich mir mit dem Öffnen viel Zeit gelassen. Leider deshalb, weil die Aktion mittlerweile ausgelaufen ist und vermutlich nur noch Restexemplare in den Depots verfügbar sind. Glücklicherweise gibt es wein.cc, darüber findet man zumindest eine Online-Bezugsquelle für den Vorgänger-Jahrgang zum fairen Preis für 8,95 € pro Flasche. Wer mag, kann sich auch auf der Homepage der Bodega ein individuelles Angebot machen lassen.

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