Weihnachtsspecial Teil 2: Wüstenwandern in der Gobi

Weihnachtsspecial Teil 2: Wandern in der Gobi

Im zweiten Teil des Weihnachtsspecials startet endlich unsere Wüstenreise: 10 Tage werden wir durch die Wüste Gobi wandern und dabei u. a. ein Wüstenkloster besichtigen sowie die höchste Sanddüne der Welt erklimmen.

In die Wüste gehen ist in den Hochkulturen ein Akt der Reinigung, Selbstvermessung, der Verhaltensdisziplin und der Schärfung des Denkens. Jede Zivilisation vernachlässigt den Körper. Wir leben wie Tiere, die nie aus dem Stall herauskommen.

-- Otl Aicher in Gehen in der Wüste

Es gibt viele Wege, die zu essentiellen Erfahrungen im Leben führen. Der Weg über das Medium Natur ist einer davon. Aber keine andere Naturlandschaft übt eine stärkere Wirkung auf den Menschen aus als die Wüste. Von ihr geht eine zwingende Kraft aus, die jeden, der sie betritt, unweigerlich mit dem konfrontiert, was er noch zu lernen hat.

-- Bruno Baumann in Gobi - Durch das Land ohne Wasser

Von Lanzhou nach Alashan Youqi

Nach zweistündigem Flug landen wir morgens in Lanzhou, der Hauptstadt der Provinz Gansu. Wir werden von Xu Ning, der für den gesamten Rest der Reise unser Reiseführer sein wird, und einem Fahrer samt Bus abgeholt. Xu Ning hat u. a. in Deutschland Germanistik studiert und spricht daher ausgezeichnet deutsch.

Mit dem Bus machen wir uns auf den Weg in die etwa 500 km entfernte Stadt Alashan Youqi, die am Rand der Gobi liegt. Die Landschaft ist eher karg und von Lössboden geprägt, auf dem Wintergetreide angebaut wird. In einiger Entfernung sehen wir Berge, die laut Xu Ning bis zu 3000 m hoch und mit Schnee bedeckt sind. Von Zeit zu Zeit befinden sich darauf Ruinen von Feuertürmen. Diese waren Teil der großen chinesischen Mauer, die sich auch hier, 1500 km von Peking entfernt, erstreckte. Nach dem Großstadttrubel in der chinesischen Hauptstadt tut es gut, in einer etwas einsameren Gegend zu sein.

Fahrt nach Alashan

Landschaft auf der Fahrt von Lanzhou nach Alashan.

Zum Mittagessen kehren wir in ein kleines, spartanisch eingerichtetes Restaurant ein, das an der Straße liegt. Als Xu Ning für uns ein typisches Gericht dieser Gegend bestellt, wird uns klar, dass wir ab jetzt keine Touristengerichte mehr, sondern authentisches, chinesisches bzw. mongolisches Essen bekommen werden. Wir essen gekochtes, ungewürztes Lammfleisch. Man würzt es mit Salz und Pfeffer und isst dazu rohen (!) Knoblauch - überaus lecker.

Rast

Essen in einer Raststätte auf dem Weg nach Alashan.

Nach ca. 8 Stunden Fahrt, auf der die Gegend immer wüstenähnlicher wird und wir am Ende die ersten Kamele am Straßenrand sehen, kommen wir abends in Alashan Youqi an.

Alashan Youqi

Diese Stadt liegt in der Provinz Innere Mongolei, am Rand der Gobi. Mit ihren ca. 50.000 Einwohnern ist sie für chinesische Verhältnisse sehr klein. Uns überraschen die breiten, großzügigen Straßen, auf denen nur wenig Verkehr zu sehen ist. Es scheint fast, als sei die Infrastruktur auf Zuwachs ausgelegt.

Hotel in Alashan

Anders als unser 4-Sterne-Hotel in Peking: Unser Hotel in Alashan Youqi.

Laden in Alashan

Ein Laden in Alashan Youqi. In gelb sieht man mongolische Schriftzeichen.

Das Hotel, in dem wir für eine Nacht (am nächsten Morgen startet unsere Wüstenwanderung) untergebracht sind, ist sehr spartanisch. Die Zimmer sind zwar sauber, aber Wasser gibt es nicht immer, und wenn, dann ist es meist kalt. Die Rezeption gibt sich mit ihren fünf Uhren, auf denen die aktuelle Zeit in verschiedenen Zeitzonen über die ganze Welt verteilt anzeigt wird, zwar international, trotzdem wird hier am Rand der Wüste nur chinesisch und mongolisch gesprochen.

Verkaufsstand in Alashan

Mongolische Rentner bessern ihre Rente auf.

Mongolische Kinder

Mongolische Kinder auf einem Spielplatz.

Straße im Abendlicht

Seitenstraße in Alashan im Abendlicht.

Wir gehen zu Fuß zu dem Restaurant, in dem wir unser Abendessen einnehmen werden. Dabei können wir weitere Eindrücke über die Stadt sammeln. Ich nutze die Gelegenheit und mache Fotos. Xu Ning bestellt für uns wieder ortsübliches, sehr köstliches Essen.

Abendessen in Alashan

Abendessen in Alashan Youqi vor dem Aufbruch in die Wüste.

Da morgen früh unsere Wüstenwanderung beginnt, müssen wir heute Abend noch packen. D.h. Tagesrucksack mit Ausrüstung bestücken, Kameraakkus laden und Gepäck, das in der Wüste nicht gebraucht wird, zusammenpacken und im Hotel einlagern.

Aufbruch in die Wüste

Am nächsten Morgen werden wir nach einem mongolischen Frühstück (dazu mehr im nächsten Teil des Reiseberichtes) von drei Jeeps bzw. geländegängigen Pickups abgeholt. Die Fahrzeuge transportieren unser Gepäck und die Vorräte für die Wüstenwanderung und fahren uns in die Wüste. Nach ca. einer Stunde treffen wir auf die beiden Kamelführer mit zehn Kamelen und den Koch, mit denen wir die folgenden zehn Tage durch die Wüste wandern werden.

Verladung

Eine ganze Menge Zeug muss so verladen werden, dass es die Kamele gut und bequem tragen können.

Einweisung

Ein Kamel wird von einem unserer Führer eingewiesen ;-)

Alle Vorräte, die Wüstenausrüstung und unser Gepäck werden sorgfältig verpackt, und die Kamele damit beladen. Da die Vorräte erst nach und nach verbraucht werden und sich so das Gewicht nur langsam reduziert, haben die Kamele in den nächsten Tagen sehr schwer zu tragen. Wir haben neben Lebensmitteln vor allem Trinkwasser dabei. Brauchwasser (z.B. zum Waschen) nehmen wir aus Gewichtsgründen nicht mit. Für die nächsten Tage ist also Katzenwäsche angesagt (die kann gründlicher ausfallen, wenn wir auf unserer Wanderung an Brunnen vorbeikommen, was zwei oder drei Mal der Fall sein wird). Dafür haben wir jede Menge chinesisches Bier und Schnaps dabei - man muss eben Prioritäten setzen.

Aufbruch in die Wüste

Endlich geht es los. Die Kamele vorweg, wir hinterher.

Als die Kamele beladen sind, geht es los. Die Tiere traben mit ihren Führern vorweg, und wir folgen. Das Gelände ist zunächst flach und damit einfach zu bewältigen. Wir kommen gut voran. Das Wetter ist herrlich (ca. 30 °C, also nicht zu warm). Wir gehen auf die hohen Dünen am Horizont zu. Am späten Nachmittag erreichen wir den Endpunkt der ersten Tagesetappe. Es ist ein See, an dem zwei Jurten stehen, die von Touristen gemietet werden können. Unser Koch serviert das Abendessen in einer der Jurten, die als "Restaurantjurte" dient und in der ein großer Esstisch mit Stühlen steht (ein Luxus, den wir in den nächsten Tagen nicht mehr haben werden). Dann bauen wir unsere Zelte auf und verbringen unsere erste Nacht in der Gobi.

Die Wüste Badain Jaran

Der Teil der Gobi, durch den wir in den nächsten Tagen wandern werden, heißt Badain Jaran und ist Teil der Alashan-Wüste. In diesem mehr als 50.000 km² großen Gebiet, gibt es die höchsten Sanddünen der Welt. Die höchste, Biluthu, hat eine Höhe von unglaublichen 520 m. Diese Dünen können deshalb so groß werden, weil sie sehr stabil sind und sich nicht bewegen. Forscher haben herausgefunden, dass sich das Herzstück solch einer Düne bereits vor 40 Millionen Jahren gebildet hat. Vermutlich werden sie durch einfache Pflanzen zusammengehalten, die den sich im Sand ansammelnden Tau zum Überleben nutzen. Merkwürdig ist, dass der Sand feucht ist, wenn man mit dem Stiefel fünf bis zehn Zentimeter der Oberfläche abscharrt. Auch diese Feuchtigkeit trägt zur Stabilität der Dünen bei.

See mit Bäumen

Die zwischen den Dünen eingebetteten Seen sind grandiose Fotomotive.

Eine andere Besonderheit in der Badain Jaran sind die mehr als hundert Seen, die sich zwischen den Sandbergen befinden. Chinesische und deutsche Forscher haben herausgefunden, dass diese Seen Überbleibsel größerer Wasserflächen sind, die sich hier in der Vorzeit befunden haben. Die meisten dieser Seen sind salzig, und manche haben am Ufer vielfarbige Mineralflächen, die sich durch Verdunstung gebildet haben. An einigen dieser Seen gibt es Vieh- und Fischwirtschaft (z.B. Krabbenzucht sowie Rinder-, Ziegen- und Schafhaltung) und an manchen leben sogar dauerhaft Menschen.

See mit Bäumen

An einigen Seen leben sogar Wasservögel.

Unser Leben in der Wüste

Die Nächte verbringen wir in für drei Personen ausgelegte Kuppelzelten, die wir mit ein oder zwei Personen belegen. Die Zelte sind leicht aufzubauen und sehr stabil (was sie in einer Nacht, in der wir ein Unwetter mit heftigem Sturm und Gewitter haben, unter Beweis stellen). Daneben haben wir zwei größere Zelte, von denen eines als Küchenzelt (darin wurden unsere Mahlzeiten zubereitet) und eines als "Restaurantzelt" dient. Im Restaurantzelt besteht der Esstisch aus umgedrehten Kisten, die von einem Wachstuch bedeckt werden. Gesessen wird auf kleinen Plastikhockern.

Unsere Zelte in der Abendsonne

Unsere Zelte in der Abendsonne. In den Farbigen haben wir übernachtet, die weißen sind ein Küchen- und ein Restaurantzelt.

Kochgeschirr

Mit diesem Kochequipment wurden wahre Köstlichkeiten gezaubert.

Nudelherstellung in der Wüste

Selbstgemachte Nudeln gab es selbst in der Wüste.

Der Koch und die beiden Kamelführer erschaffen mit ihrem einfachen Küchengerät (im wesentlichen ist das ein Gaskocher und ein Wok) wahre Köstlichkeiten. Zum Frühstück gibt es meistens selbst gebackenes Fladenbrot mit Lauchzwiebeln und Omelettes, dazu Marmelade, löslichen Kaffee und mongolischen Tee (das ist heißes Wasser, in das man sich Stücke von zu Briketts gepressten Teeblättern samt -stängeln hineinbröckelt und ziehen lässt).

Das Frühstücksbuffet

Das Frühstück war jeden Morgen sehr gut und reichhaltig.

Das Abendessen besteht aus mehreren verschiedenen Gerichten, Suppe, oder auch selbstgemachten (!) Nudeln. Dazu wird entweder frisches Gemüse verwendet, das wir mitführen (wie etwa Frühlingszwiebeln, Tomaten oder Gurken) oder auch Dinge, die wir unterwegs sammeln (wie etwa wilder Lauch). Frisches Fleisch gibt es mitunter auch. Wir führen es entweder auch mit (so reist in den ersten Tagen ein lebendes Huhn in einem Weinkarton mit uns, das dann irgendwann in der Suppe landet) oder kaufen unterwegs zu, wenn sich die Gelegenheit bietet (etwa dann, wenn wir an bewohnten Seen vorbeikommen).

Abends tun wir uns an dem mitgebrachten Bier gütlich. Zu vorgerückter Stunde steigen wir dann bei einem gelegentlichen Lagerfeuer auf Schnaps um. Ich weiß leider nicht, aus was er hergestellt worden ist, aber geschmacklich hat er mich an Grappa erinnert. Die Nächte sind zu dieser Jahreszeit für Gobiverhältnisse relativ mild. Ich schätze, dass die Temperaturen nicht unter 5 °C sinken.

Abendessen

Das Abendessen ebenso. Oben rechts ist eine Schale mit frisch gesammeltem wilden Lauch.

Der Tagesablauf ist während unser Wüstenwanderung stets sehr ähnlich. Wir stehen zwischen 7 und 8 Uhr morgens auf (die Sonne geht gegen 7 Uhr auf, und wenn man sich früh genug aus seinem Schlafsack schält, kann man die Landschaft im Licht der aufgehenden Sonne genießen und beeindruckende Fotos schießen), führen etwas Hygiene durch (Zähne putzen, rasieren), packen unsere Sachen zusammen und bauen die Schlafzelte ab. Frühstück gibt es um 9 Uhr im Restaurantzelt. Danach werden auch die restlichen Sachen (Küchenzeit, Restaurantzelt und Kochequipment) zusammengepackt.

Zusammentrieb der Kamele

Jeden Morgen müssen die Kamele zusammengetrieben ...

In der Zwischenzeit werden die Kamele, die über Nacht frei herumgelaufen sind, zusammengetrieben und mit dem gesamten Gepäck beladen. Und schon geht es weiter auf die nächste Etappe.

Beladung der Kamele

... und anschließend beladen werden.

Wandern in der Gobi

Kamele warten auf dem Dünenkamm

Unsere Kamelkarawane wartet auf uns.

Jeden Tag wandern wir zwischen vier und sechs Stunden, was einer Wegstrecke von zehn bis fünfzehn Kilometern entspricht. Wenn der Sand locker und nicht sehr fest ist, ist das Gehen ziemlich anstrengend. Aber nach kurzer Zeit lernt man, einer Sandfläche anzusehen, ob sie nicht fest ist. Solche Flächen umgeht man möglichst. Das Gelände, durch das wir uns bewegen, ist meistens von flachen Dünen durchzogen, und wir gehen bald sehr ökonomisch. D.h. wir vermeiden Höhenunterschiede (also Überquerung einer Düne mit Auf- und Abstieg) wo es geht.

Kauendes Kamel

Kamele sind ...

Gähnendes Kamel

... sehr stoische Tiere.

Kamele können nicht jede beliebige Steigung bewältigen, allein deshalb müssen wir zum Teil Umwege in Kauf nehmen. Einmal befinden wir uns an einer Stelle, an der wir nur über Dünenhänge weitergehen können, die für die Kamele zu steil sind. Wir lösen das, indem wir Menschen quer über einen steil abfallenden Dünenhang im Gänsemarsch einen Pfad trampeln, über den die Kamele folgen.

Kamelpfad

Wir nehmen vor den Kamelen Aufstellung, um ihnen einen Pfad über einen steilen Dünenhang zu trampeln.

Staub

Sand und Staub waren unsere ständigen Begleiter.

Rast

Lagebesprechung: Wo geht's lang?

Während unserer Wanderung bewegen wir uns auf Höhen zwischen 1200 und 1800 m über dem Meeresspiegel (das wissen wir von den GPS-Empfängern einiger Mitreisender). Der höchste Punkt der Reise ist der Kamm von Biluthu, der höchsten Düne der Welt. Sie ragt ca. 520 m auf. Da der Weg über Biluthu für Kamele viel zu steil ist (wir hatten Steigungen von mehr als 45 Grad) nehmen sie einen anderen Weg, und wir werden sie erst wieder am verabredenen Nachtlagerplatz treffen.

Auf Biluthu

Rast auf Biluthu, der höchsten Düne der Welt.

Wir benötigen für den Aufstieg mehrere Stunden. Es ist sehr anstrengend, und ich bereue zum ersten Mal, dass ich keine Wanderstöcke (so wie es der Reiseveranstalter empfohlen hat) dabei habe. Xu Ning leiht mir dankenswerterweise einen der seinen. Schließlich meistern wir den Aufstieg und werden auf der Spitze von Biluthu mit einem unbeschreiblichen Blick über das Dünenmeer der Badain Jaran belohnt.

Ausblick von Biluthu

Natürlich hat man von hier aus einen beeindruckenden Ausblick.

Ausblick beim Abstieg von Biluthu

Beim Abstieg hatten wir ein im Abendlicht einen tollen Ausblick auf einen See mit verlassenen Hütten.

Spuren im Sand

Unsere Spuren im Sand.

Am Kloster Badan Jilin

Am nächsten Tag gelangen wir nach einer kurzen Wanderung zum Kloster Badan Jilin. Dieses tibetisch-buddhistische (landläufig: lamaistische) Kloster ist vor ca. 200 Jahren gegründet worden. Es liegt sehr malerisch an einem See und ist eines der bekanntesten Fotomotive der Gobi.

Ankunft mit Spiegelbild

Nach dem Abstieg zum Kloster werden wir mit einem unglaublichen Spiegelbild empfangen.

Badan Jilin im Nachmittagslicht

Badan Jilin im Nachmittagslicht ...

Badan Jilin im Morgenlicht

... und im Morgenlicht.

Das Kloster ist sehr klein. Ich schätze, dass der Haupttempel nicht größer als 100 m² ist. Zur Zeit leben dort nur zwei Mönche - Vater und Sohn. Xu Ning erzählt uns ihre Geschichte: Vater-Mönch war bereits Mönch, als während der chinesischen Kulturrevolution in den 1960er Jahren die meisten Klöster geschlossen wurden. So musste auch er sein Kloster verlassen. Er heiratete und bekam mit seiner Frau einen Sohn. Einige Jahre später durften die Klöster wieder öffnen, und er ging zurück ins Kloster. Sein Sohn wurde später auch Mönch und lebt heute zusammen mit seinem Vater in Badan Jilin.

Bei unserer Ankunft am frühen Nachmittag ist nur Vater-Mönch anwesend. Am Abend legt er seine Mönchskutte an und gibt uns eine Führung durch den Haupttempel seines kleinen Kloster.

Xu Ning mit Vater-Mönch

Xu Ning beim Gespräch mit dem Vater-Mönch.

In unmittelbarer Nachbarschaft des Klosters leben an dem See zwei oder drei Familien. Sie betreiben Viehwirtschaft (Ziegen und Schafe) und Tourismus. Das bietet sich an, denn es gibt eine Wüstenpiste, die von Alashan Youqi bis hierher führt. Darauf brettern chinesische Touristen mit ihren großen Geländewagen nach Badan Jilin. Die Familien bieten ihnen Übernachtungsmöglichkeiten und einfache Bewirtung.

Bei unserem Aufenthalt an dem See von Badan Jilin wird unserem Koch gestattet, die dortige Gemeinschaftsküche zu benutzen. Er zaubert köstliche, mit Lammhackfleisch gefüllte Nudeln, die wir abends im Gemeinschaftsraum der kleinen Gemeinde von Badan Jilin verspeisen. Definitiv eines der kulinarischen Highlights der Wüstenreise.

Zurück in die Zivilisation

Nach einigen weiteren Tagen Wanderung durch die grandiose Landschaft der Badain Jaran, an denen die Temperatur auf knapp 40 °C angestiegen ist, kommen wir schließlich an den Endpunkt unserer Wüstenreise. Von unseren Kamelführern und dem Koch, die mit den Tieren zu Fuß weiter ziehen, verabschieden wir uns. Wir werden von Geländewagen abgeholt und zurück nach Alashan Youqi gefahren.

Die Jeeps werden für die Abreise beladen

Jeeps holen uns aus der Gobi ab und fahren uns zurück nach Alashan Youqi.

Zurück in unserem Hotel genießen wir die erste Dusche seit zehn Tagen - eine Wohltat. Unsere Rückkehr aus der Wüste fällt zufällig auf den Tag der chinesischen Mondfestes (das ist stets der 15. August der chinesischen Mondkalenders). Traditionell wird dieses Fest mit einem speziellen Abendessen begangen, das Xu Ning auch für uns organisiert hat.

Und da das hier ein Foodblog ist, liste ich hier die Köstlichkeiten, die es an jenem Abend gab:

  • Hühnerfleisch mit Erdnüssen
  • Mangold mit Pansanipilzen
  • Rindfleisch mit Knoblauch (ganze Zehen)
  • Suppe aus Seegurke, Schinken und Koriander
  • Mit Honig glasierte Apfelstücke
  • Süßsaure Zucchini
  • Chinesischer Rotwein ("Great Wall")
  • Scharfer Tofu
  • Gebratene Stumpfmaulbrasse
  • und natürlich Mondkuchen

Und so endet unsere Wüstentour. Morgen früh werden wir mit dem Bus in die Stadt Xining weiterfahren.

Die anderen Teile des Reiseberichtes

Kleine Literaturliste

Bücher über die Gobi

Bücher über Wüsten allgemein

Reportagen

Desweiteren gibt es auf der Website von 3Sat weitere Berichte über Gobi-Reisen.

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Wow, was für ein toller,

Wow, was für ein toller, authentischer kulinarisch-kultureller Reisebericht! Und eine schöne Fotodokumentation, habe ich sehr gerne gelesen.

Da sind ja wieder traumhafte

Da sind ja wieder traumhafte Bilder dabei - wäre fast etwas für einen Bildband, oder Du hast hoffentlich einen Fotokalender machen lassen?! :-)

Schön auch die kulturellen Erfahrungen, richtiges einheimisches Essen und nicht dieses Pseudozeugs wie in Peking. Die Wanderreise ist wirklich faszinierend - gute Idee, so etwas zu machen. Ich kriege schon wieder Fernweh...

fantastische Bilder ! Ich bin

fantastische Bilder ! Ich bin begeistert.

Großartig, da packt mich das

Großartig, da packt mich das Reisefieber!

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Wie einmalig schön ist dieser Bericht! Ich bin ein absoluter Zeltgegner aber ich muss gestehen, für diese Wanderung würde ich tatsächlich eine Ausnahme machen.

In so eine Wüstengegend

In so eine Wüstengegend möchte ich auch mal, super Landschaften, sicher unvergessliche Erlebnisse, nur würde ich lieber nicht in einer so grossen Gruppe gehen.

...

@Christina: Bei einer schönen Reise ist es leicht, einen schönen Bericht darüber zu schreiben.
@Barbara: Bildband und Fotokoalöender sind gute Ideen. Die Reise kann ich wirklich nur empfehlen.
@lamiacucina: Freut mich.
@Schnick Schnack Schnuck: Dann hat der Reisebericht seinen Zweck erreicht ;-)
@Jutta: Die Reise ist die Ausnahme wert.
@Erich: Die Gruppengröße war nicht zu groß. Wir waren 7 Personen.

Bin ganz begeistert von deinem Wuestenbericht!

Mensch, durch deinen Bericht hast du mein Interesse geweckt auch mal eine Wuestenwanderung hier zu unternehmen. Verrueckt, da lebt man nun schon seit 5 Jahren in China und dann sieht man einen Reisebericht aus Deutschland um mal ueber eine Wuestenwanderung nachzudenken.

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