Weihnachtsspecial Teil 4: Lanzhou, die Stadt am Gelben Fluss

Weihnachtsspecial Teil 4: Lanzhou, die Stadt am Gelben Fluss

Die letzten Tage unserer Chinareise verbringen wir in Lanzhou. Hier besuchen wir u. a. den Park der 5 Quellen, einen chinesischen Markt, sehen den Gelben Fluss und kosten am Ende sogar chinesischen Rotwein.

Lanzhou

Lanzhou ist die Hauptstadt der Provinz Gansu und gehört mit ihren ca. 3.500.000 Einwohnern ähnlich wie Xining zu den kleineren chinesischen Provinzhauptstädten.

Die Stadt ist eines der industriellen Zentren des Landes (vornehmlich Petrochemie, Metallverarbeitung, Textil) und gilt als sehr schmutzig (Wikipedia weiß, dass Lanzhou 1998 vom World Resources Institute zur schmutzigsten Stadt der Welt gewählt wurde und auch heute noch eine der zehn am meisten mit Luftverschmutzung belasteten Städte der Welt ist).

Interessanterweise bemerken wir davon nichts als wir im September 2008 in der Stadt sind. Einzig als wir in der Abenddämmerung aus Xining kommend durch Vororte Lanzhou's fahren, sehen wir rauchende Industrieanlagen und Arbeiter, die am Straßenrand mit bloßen Händen und großen Vorschlaghämmern Gebäude abreißen.

Das Titelbild zu diesem Beitrag zeigt zwar zwei Frauen mit Mundschutz. Aber auch in der Innenstadt, wo das Foto aufgenommen wurde, haben wir keine besondere Luftverschmutzung bemerkt. Unsere Vermutung ist, dass die Frauen, die in der Innenstadt die Mülleimer ausleeren, deshalb einen Mundschutz tragen.

In der City von Lanzhou

In der City von Lanzhou.

Lanzhou ist zwar nicht besonders attraktiv (man sieht viele Hochhäuser und Plattenbauten), aber ein ähnliches Stadtbild hat man auch in manch einer europäischen Stadt. Wie schon in Peking und Xining fällt auch hier die sehr gute Infrastruktur - gut ausgebaute Straßen etc. - auf.

Wir besuchen ein großes Kaufhaus. Man bemerkt, dass das Kaufhauskonzept vom Westen übernommen wurde, denn obwohl das Gebäude (etwa die Inneneinrichtung) weniger modern wirkt als Kaufhäuser, wie wir sie in unseren Innenstädten haben, ist doch der grundlegende Aufbau und auch das Angebot ähnlich wie im Westen. Es gibt nicht nur chinesische, sondern auch westliche Artikel - etwa Elektronik und Markentextilien - zu kaufen. Aber obwohl die überwiegende Mehrzahl dieser Produkte zum Großteil in China oder benachbarten Ländern gefertigt worden sein dürfte, werden sie in China zu westlichen Preisen angeboten und sind somit für die meisten Chinesen unerschwinglich.

Schuhe sind im Sonderangebot

Großes Interesse für Schuhe, die gerade im Sonderangebot sind.

In der Innenstadt werden auf einer großen Leinwand Wettbewerbe der gerade stattfindenden Paralympics gezeigt. Immer wieder bleiben Passanten vor der Leinwand stehen, um zuzuschauen. Überhaupt nehmen wir einen gewissen Stolz der Chinesen auf die Olympischen Spiele 2008 wahr. Das hängt sicherlich damit zusammen, dass die Spiele sowohl nach innen als auch nach außen sehr gut und professionell präsentiert worden sind, aber auch damit, dass China gemäß des Medaillenspiegels die erfolgreichste Nation der Spiele war (wie auch immer das zustande gekommen sein mag).

Wir hören aber auch, dass viele Chinesen die Unglücke und negativen Ereignisse des Jahres 2008 (z.B. das Erdbeben in Sichuan, die Unruhen in Tibet oder das große Zugunglück in Shandong) mit den Olympischen Spielen in Verbindung bringen und sie als eine Art Kompensation sehen, die China für die Spiele zu erbringen bzw. zu erleiden hat.

Gärtner vor Leinwand

Gärtner bei der Arbeit. Im Hintergrund wird auf einer großen Leinwand das Rollstuhlbasketballspiel Kanada gegen Neuseeland übertragen (zu der Zeit fanden in Peking gerade die Paralympics statt).

Freiluftbilliard

Es gibt auch weniger schöne Ecken in Lanzhou: Billiard in heruntergekommener Seitengasse.

Obdachloser

Auch in China gibt es Obdachlose.

Der "Park der 5 Quellen"

See im Park der 5 Quellen

See im Park der 5 Quellen.

Im Park der 5 Quellen, dem größten Park Lanzhous, genießen wir die entspannte Atmosphäre. Auch hier sehen wir - ähnlich wie in Peking im Himmelpark - viele ältere Menschen, die gemeinsam mit anderen ihren Hobbys oder sportlichen Aktivitäten nachgehen. Wir sehen sogar ältere Männer, deren die anscheinend Singvögel züchten. Jeden Morgen kommen sie mit ihren Vögeln in tragbaren Käfigen in den Park und führen sie gassi.

Badminton im Park der 5 Quellen

Genauso wie in Peking trifft man sich auch hier, um gemeinsam sportlichen Aktivitäten nachzugehen.

Kerzen aus Yakbutter

Kerzen aus Yakbutter brennen in einem Tempel im Park der 5 Quellen.

Kerzenreinigung

Die Kerzenhalter müssen werden gereinigt, nachdem die Kerzen abgebrannt sind.

Transport einer Vase

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste: Transport einer wertvollen Vase im Park der 5 Quellen.

Ein mobiler Schnellimbiss

Ein mobiler Schnellimbiss vor dem Park.

Kerzenreinigung

Die Spießwürstchen scheint zu schmecken.

Alter Männer vor dem Park

Vor dem Park halten alt Männer ein Schwätzchen ...

Gassiführen von Vögeln

... oder führen ihre Vögel Gassi.

Am Gelben Fluss

Lanzhou liegt am Gelben Fluss. Wir besuchen einen weiteren Park am Ufer des Flusses. Dort sehen wir Nachbauten der riesigen Wasserräder, wie sie in der Vergangenheit dazu verwendet worden sind, Wasser des Flusses über einen Rinnensystem auf die Felder zu bringen.

Wasserräder am Gelben Fluss

Historische Wasserräder, die in früheren Zeiten zur Bewässerung der Felder verwendet worden sind, sind am Gelben Fluss nachgebaut worden.

Flöße Schafshaut

Auf diesen Flößen aus aufgeblasener Schafshaut kann man den Fluss überqueren. Wir haben das sein gelassen.

Schwimmendes Restaurant

Ein schwimmendes Restaurant am Ufer des Gelben Flusses.

Picknick am Fluss

Eine Gruppe Frauen picknickt mittags in einem Park am Ufer des Gelben Flusses.

Auf dem Markt

An unserem letzten Tag in Lanzhou besuchen wir einen Markt, der regelmäßig in zwei Querstraßen in der Nähe unseres Hotels abgehalten wird. Hier bekommt man nicht nur alle möglichen landestypischen Lebensmittel zu kaufen, sondern findet auch noch klasse Fotomotive.

Händler preist Chilies an

Ein Händler preist seine Chilies an.

Ein Moslem kauft ein

Ein chinesischer Moslem, erkennbar an der charakteristischen Kopfbedeckung, kauft auf dem Markt ein.

Fahrradkurier

Ein Kurier fährt seine Ware aus.

Geflügel ganz frisch

Geflügel kauft man so frisch wie es geht, nämlich lebend.

Große Gewürzauswahl

Die Auswahl an Gewürzen ist riesig.

Schach wo immer man schaut

Wo immer man schaut wird auch hier chinesisches Schach gespielt.

Frische Nudeln

Frische Nudeln dürfen natürlich nicht fehlen.

Walnusshändler

Walnüsse werden frisch gepuhlt.

Schwerlasttransport

Ein Schwerlasttransport auf dem Fahrrad.

Wieder nach Hause

Nachdem wir am letzten Abend in Lanzhou noch einmal ein opulentes Abendessen genossen haben (wir hatten sogar chinesischen Rotwein, der gar nicht mal schlecht war) fliegen wir am nächsten Tag über Peking wieder zurück nach Deutschland. Damit geht eine wirklich sehr interessante, anregende und von vielfältigen Eindrücken geprägte Reise zu Ende, die Lust darauf macht, mehr von Zentralchina zu sehen.

Die anderen Teile des Reiseberichtes

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Toller Bericht, und sehr schöne Fotos. Vielen Dank dafür!

Alles Gute für's neue Jahr!

China-Reise

Dieser vierteilige Bericht ist sehr eindrücklich. Mein Mann war auch schon in der Monogolei und auf seinen Fotos hat mich immer der sehr klare, weite Himmel und die Wolkenbilder beeindruckt.
Auch Ihre Fotos sind super - diese Klarheit des Tempels, der sich im See spiegelt, findet man wohl nirgends so auf der Welt.
Ich wünsche Ihnen für 2010 nur das Beste und noch viele solch interessante Reisen.

VIOLETTA

Wundervoller Bericht! Da ich

Wundervoller Bericht! Da ich gerade China - die 88 Köstlichkeiten lese, weil es zum einen auch ein Reisebericht ist (neben 88 genialen Rezepten), bin ich grade mit dem Thema sehr beschäftigt. Und es ist wirklich faszinierend!

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