Yaki-toro to avocado no wasabi-joyu ae - Tunfisch in Avocadohälften

Tunfisch in Avocadohälften

Japanisch kochen ist schon was für Freaks. Unter den asiatischen Küchen hat die japanische mehrere Alleinstellungsmerkmale, von den puristischen Rezepturen und Zubereitungsarten über die zwingend absolut frischen, exotischen Zutaten bis hin zur kühlen Ästhetik in der Präsentation. Allein die Zutaten stellen eine große Hürde dar. Die sind oft selbst in gut sortierten Asienläden schwer zu beschaffen, da deren Betreiber meist Thais, Vietnamesen oder Inder und in japanischen Artikeln nicht so gut sortiert sind. Da ist es ein schwacher Trost, ein wirklich gutes Kochbuch für japanische Küche wie Kochkurs für Feinschmecker: Japan von Emi Kazuko geschenkt zu bekommen. Ein tolles Buch mit authentischen Rezepturen und professionellen, ästhetischen Fotos. Schade, dass es vergriffen ist, über Amazon z.B. bekommt man nur noch gebrauchte Exemplare.

Der Anspruch des Buchs ist allerdings ziemlich hoch, die Zutatenlisten sind durch die Bank Respekt einflößend. Deshalb war ich froh, darin dieses Rezept für Tunfisch in Avocadohälften gefunden zu haben. Hierbei besteht die Herausforderung in erster Linie in der Beschaffung von frischem Tunfisch und reifen Avocados. Wobei ich hier verraten darf, dass ich das Rezept mit Tunfisch aus der Tiefkühltruhe gemacht habe, und es hat trotzdem sehr gut geschmeckt. Der Rest der Zutaten ist auch in gut sortierten Supermärkten erhältlich.

Das Rezept ist eigentlich nicht original japanisch, sondern folgt dem Kochstil California Fusion der amerikanischen Westküste. Die Küche dort ist sehr innovativ und stark geprägt von spannenden Kombinationen regionaler kalifornischer Produkte wie Avocados mit asiatischen oder polynesischen wie Tunfisch.

Zutaten

(für 4 Personen)

  • 4 Tunfischsteaks (je 120 g)
  • 2 reife Avocados
  • 2 TL Wasabi
  • 3 El Shoyu (japanische Sojasauce)
  • 1 EL Sake
  • 1 EL Mayonnaise
  • Salz, Pfeffer, Pflanzenöl

Zubereitung

Tunfisch in 2-3 cm große Würfel schneiden, mit Salz und Pfeffer (selbstverständlich frisch gemahlen) bestreuen. In einer Pfanne Öl bis zum Rauchpunkt erhitzen und die Tunfischwürfel darin von allen Seiten in maximal 2 min. zügig scharf anbraten. Sie müssen im Inneren roh bleiben. Die Avocados halbieren, den Kern entnehmen und das Fruchtfleisch kreuz und quer einritzen, damit es sich beim Verzehr leicht herauslöffeln lässt. Aus Mayonnaise (ggf. schnell aus 1 Eigelb, 1 EL Zitronensaft, 1 TL Senf und 4 EL Speiseöl mit dem Zauberstab zuzubereiten), Wasabi, Sake und Shoyu eine Sauce anrühren.

Jeweils 4-5 Tunfischstücke auf einer Avocadohälfte anrichten und die Sauce gleichmäßig über den Fisch verteilen. Wer mag, kann noch mit gehacktem Schnittlauch und Tomatenstückchen ausgarnieren. Für den Geschmack ist das nicht entscheidend, es kommt vor allem der Optik zugute. Bei mir musste es heute schnell gehen, deshalb ist das Foto ohne Garnitur.

Dieses Gericht eignet sich hervorragend als Vorspeise auch zu nichtjapanischen Gerichten. Es ist in nur 10-15 min. zubereitet.

Dazu passt ...

Die klassische Getränkekombination wäre vermutlich Sake oder Grüntee. Einen Prosecco oder Crémant kann ich mir allerdings auch gut dazu vorstellen, unter Umständen sogar einen kalifornischen Chardonnay von der leichteren Sorte.

na na na! Wer isst denn heute

na na na! Wer isst denn heute noch Thunfisch!

Tunfisch politisch unkorrekt?

Nun ja, Tunfisch ist für mich das Rinderfilet unter den Fischen. Beides gilt ja heutzutage als politisch unkorrekt. Das ist ein bisschen wie mit den Weinen aus Übersee.

Meine Meinung dazu: Mit Augenmaß sollte das kein ernsthaftes Problem sein. Bei den Kilopreisen, die für guten, frischen Tunfisch verlangt werden, kommt man auch nicht wirklich oft in die Versuchung.

Die erwähnte

Die erwähnte Zutatenbeschaffungsproblematik hat mich leider auch schon manchmal vom Ausprobieren japanischer Gerichte abgeschreckt. Mittlerweile habe ich haltbare Grundzutaten wie Gewürze, Pasten, Algen etc. allerdings bei mir im Vorratsschränkchen gebunkert. Bleibt das Problem mit frischen Exoten. Dennoch: Schön zu sehen, dass es auch einfacher geht! :-)

2 TL Wasabi, wow, muss recht

2 TL Wasabi, wow, muss recht ätzend sein, aber wird verdünnt wohl gut geschmeckt haben. Ich mag Wasabi sehr, wie auch gesehen bei den Wasabi-Nüsschen oder -Erbsen, bin aber nicht so verrückt danach, dass ich ihn (ihn, es? abgel. von "der" Senf) mir zum absoluten Kick in die Nase hochschiebe.

Frischer Wasabi(kann

Frischer Wasabi(kann mittlerweile auch in Deutschland online kaufen) wäre was für dieses Gericht. Es ist ziemlich anders, sehr mild. Außerdem gibt es sog. "hon" wasabi aus der Tube(hon bedeutet echt).
Man kann wirklich viele Zutaten ersetzten, das geht sehr gut(frische Zutaten), die Gewürze, Dashi, Shoyu, Mirin können nicht ersetzt werden. Ich kenne einige gute Quellen für japanische Zutaten online kaufen, Interesse? (mag hier keine links einfach so reinschreiben, ich weiß nicht, ob Dir das recht wäre...)
Das Buch habe ich auch- das ist wirklich nicht leicht für den Anfänger. Wenn Du aber wegen Rezepte Tipps/Hilfestellung brauchst, nur zu, ich habe schon vieles davon nachgekocht. ;-) (Hähnchen Teriyaki ist z.B. sehr gut/einfach)
Hm, gerade fällt mir auf, es ist das gleiche Buch, nur heißt vollkommen anders??
das hier http://www.amazon.de/Japanisch-kochen-120-Originalrezepte-K%C3%BCchenmei... ist das gleiche
Und mit dem "Freak", da hast Du wirklich recht...Ich bin definitiv einer...:-)

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
Diese Frage dient dazu festzustellen, ob Sie ein Mensch sind und um automatisierte SPAM-Beiträge zu verhindern.