In Süddeutschland neigt sich die Bärlauch-Saison unwiderruflich ihrem Ende zu, man findet kaum noch welchen, der nicht schon in voller Blüte steht, und dann werden die Blätter leider sehr schnell unansehnlich und bald auch welk. Wer jetzt noch welchen sammeln geht, achte bitte genau darauf, ihn nicht mit den giftigen Maiglöckchen zu verwechseln. Das gilt zum Glück nur für die Blätter, der Duft und die Form der Blüten sind ja wirklich kaum zu verwechsen.
Der Norden liegt im Frühling mit der Vegetation ja traditionell zwei bis vier Wochen zurück. Jedenfalls hat Elisabeth Raether mit ihrer ZEITmagazin-Kolumne Wochenmarkt erst jetzt den Bärlauch entdeckt, und zwar in London. Leider finde ich sowohl den Artikel als auch das Foto voll verpeilt. Wer reist schon zum Rührei-Essen nach London? Und das Foto bestätigt alle gängigen Vorurteile über englische Küche. Beides schlägt sich in entsprechend giftigen Kommentaren nieder. Das Rezept aber ist mir durchaus einen Blog wert, auch wenn es nicht besonders fantasievoll ist.
Seezunge ist langweilige Schonkost für magenkranke Manager? Regelmäßige Leser von mankannsessen.de wissen längst, dass das an Verleumdung grenzt (siehe hier, hier oder hier). Dennoch sieht sich Wolfram Siebecks bemüßigt, mit diesem Rezept dem Ruf des edlen Plattfisch abermals Gerechtigkeit widerfahren lassen. Und das gelingt ihm voll und ganz. Er beschreibt es treffend und etwas poetisch in seinem leider vergriffenem Buch Alle meine Rezepte: "Es [das Gericht] ist die wunderbare Vermählung der nordischen Seezunge mit alemannischen Nudeln, eine Liaison, die jeden Feinschmecker entzücken muss." Dem ist nichts hinzuzufügen.
Am besten eignen sich ganze Fische, da man aus den Häuten, Gräten und Abschnitten einen schmackhaften Fischfond kochen kann. Wer sich den Fisch vom Fischhändler filetieren lässt, sollte sich die "Abfälle" also umbedingt mitgeben lassen.
Mittlerweile habe ich gefühlte zwei Drittel der Rezepte aus Marcella Hazans Buch Die klassische italienische Küche nachgekocht. Für mich ist es immer noch eines der besten italienischen Kochbücher. Und zwar gerade weil das Buch seinen Fokus nicht auf Hochglanz-Foodfotografie legt, sondern lieber mit einer Fülle hervorragender Gerichte und wertvoller Informationen über Kochtechniken und Warenkunde protzt. Da kann man sehr gut verschmerzen, dass es in dem Buch kaum Bilder gibt, und wenn, dann sind dies Zeichnungen um Kochtechniken o.ä. zu erklären.
Dieses Gericht daraus fand ich auf den ersten Blick gänzlich unitalienisch. Es wirkt auf mich fast wie eine etwas feinere Variante der deutschen Spargelröllchen. Auf den zweiten Blick offenbart es aber deutliche italienische Einflüsse: Kalbsschnitzel werden mit Spargel und Fontina-Käse überbacken. Dazu gibt es ein kleines Marsala-Sößchen und frisches Baguette. - Spargel goes Italia: Köstlich!
Im Süden Deutschlands gibt es schon seit zwei Wochen Spargel, da wird es langsam Zeit für das erste Spargelrezept. Diesmal habe ich mich im Rezeptteil der Mai-Ausgabe der Gartenzeitung Mein schöner Garten bedient. Wenn ich diesen Monat nicht schon ein Rezept bei Cucina rapida nominiert hätte, wäre es dieses hier geworden: Einfach, schnell, köstlich.
Lamm ganz ohne Wolle ist das Thema des aktuellen Blogevents bei Kochtopf - 1x umrühren, durchgeführt von Aus meinem Kochtopf. Da passt dieses Rezept aus Marcella Hazans Klassiker Die klassische italienische Küche perfekt. Es ist ein altes lombardisches Gericht, das sich denkbar simpel zubereiten lässt: Alle Zutaten werden einfach in einen Schmortopf gegeben und 3 bis 4 Stunden bei niedriger Hitze gegart. Am Ende hat sich, so wie es sich für ein gutes Schmorgericht gehört, aus allen Zutaten eine köstliche Aromenmelange gebildet. Wunderbar!
Als Beilage empfiehlt sich Rosmarinpolenta von hier.
Das Kochen mit Resten produziert oft schmackhafte Gerichte, man denke da nur an die Klassiker unter den Restegerichten, Pizza und Paella. Aber auch Pastasaucen lassen sich aus Resten prima zaubern, die relativ geschmacksneutralen Nudeln sind immer dankbare Partner.
Neulich war es mal wieder so weit, ein Mittagessen musste her, es musste schnell gehen und ich hatte keine Zeit und keine Lust zum Einkaufen. Im Kühlschrank war neben diversen Würzgemüsen noch eine halbe Sellerieknolle, ein Becher Crème fraîche und ein halbes Glas Bologneser Fertigsauce. Dass Sellerie, richtig zubereitet, sehr delikat sein kann, war in diesem Blog schon bei anderer Gelegenheit zu erfahren, z. B. hier und hier. Also, frisch gewagt ist halb gewonnen.
Der Bärlauch ist noch jung und zart, und so lange ist er am besten, deshalb heute gleich noch ein Bärlauchrezept. Auch dieses stammt von den Küchengöttern. Eigentlich müsste die Seite ja Küchengöttinnen heißen, die Online-Redakteure sind bis auf eine Ausnahme alles Frauen. Dass es dort viele und gute Bärlauch-Rezepte gibt, ist nicht ganz zufällig, denn beim Sponsor der Seite, dem Verlag GU, gibt es auch ein Kochbuch zum Thema Bärlauch.
Die Kombination auf Zitrone und Minze ist prädestiniert für frische, leckere Frühlingsgerichte. Ein Freund hat neulich daraus für mich ein köstliches Risotto zubereitet. Und als es beim Fischhändler meines Vertrauens frische Saiblingsfilets gab, habe ich zugeschlagen und das Zitronen-Minz-Risotto dazu als Beilage gemacht. Ein herrlich frisches Frühlingsessen. Der geröstete Knoblauch konstratiert diese Frische sehr schön mit einer rustikal-aromatischen Note. Schonend auf der Haut gebraten ist der Saibling butterzart. Dieses Gericht ist ein ganz heißer Tipp für das diesjährige Ostermenü.
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