Der Frühling 2012 ist wirklich eine Sensation, im Süden der Republik erlaubt er sogar vor der Umstellung auf Sommerzeit die Eröffnung der Grillsaison. Unser liebster Begleiter zu Grillfleisch ist traditionell Nudelsalat mit Erbsen und Kräutern. Seinen besonderen Reiz erhält dieser eher puristische Salat durch die verwendeten Kräuter der Saison und einen hochwertigen fruchtigen Balsamessig. Wenn der Balsamessig wirklich edel ist, kann man unter Umständen sogar auf das Fleisch verzichten...
Eine Augenweide ist dieses Gericht wahrlich nicht. Dafür schmeckt es hervorragend. Entdeckt habe ich es im Buch Oriental Basics von Cornelia Schinharl und Sebastian Dickhaut. Genau das Richtige für diejenigen, die ein leckeres, nicht ganz alltägliches Gericht passend zum Beginn der Rhabarbersaison suchen.
Nachdem Wolfram Siebeck jahrzehntelang seine Rezept-Kolumne für die Wochenzeitung DIE ZEIT geschrieben hatte, waren von ihm zuletzt nur noch Reiseberichte und Restaurantkritiken zu lesen. Ein echter Verlust für die Gourmet-Szene, vor allem, weil seine großartige Sammlung Alle meine Rezepte seit Jahren vergriffen ist und bisher nicht wieder aufgelegt wurde - hallo, wer schläft denn da?
Zum Glück gibt es einen Generationswechsel in Gestalt von Elisabeth Raether, die bisher eher als sozialkritische Autorin von sich reden machte. In der seit einem Jahr existierenden Kolumne Wochenmarkt des ZEITmagazins schreibt sie regelmäßig über Rezepte aus aktuell auf dem Markt erhältlichen Zutaten. In der Ausgabe Nr. 12 veröffentlichte sie einen mir sehr sympathischen Appell, man möge doch nicht immer Fleisch gegen Gemüse ausspielen, beide könnten voneinander profitieren, und legt als Beweis dieses Rezept vor.
Ich habe mich deshalb zum Nachkochen entschieden, auch weil mich die verwendete Zutat Rhabarber neugierig machte. Ob mich das Ergebnis überzeugt hat, steht weiter unten im Blog.
"Das Gericht zur Jahreszeit" wäre genau der richtige Untertitel für diese Rezept. Gefunden habe ich es vor einiger Zeit bei einfachköstlich.com. Erbsenpüree habe ich früher schon einmal versucht, aber leider ist es mir da etwas gräulich geraten. Zubereitet nach Franz' Methode bleibt es jedoch schön leuchtend grün - frühlingshaft eben und damit passen zur Jahreszeit. Minze und Zitrone (damit wird das Lammfleisch gefüllt, und ich habe auch noch ein kleines Sößchen aus Olivenöl und pürierter Minze zubereitet) passen perfekt dazu. Beim Lamm kommt - anders als bei Franz - Hüfte und keine Lachse zum Einsatz (die Hüftstücke sind etwas dicker als Lachse und ich finde sie saftiger). Durch das schonende Rückwärts-Braten bleibt das Fleisch schön zart. Die kross gebraten Knoblauchscheiben, mit denen das Gericht bestreut wird, sind der Hit. Der Frühling kann kommen!
Der erste Bärlauch ist da! Ein untrügliches Zeichen für den bevorstehenden Frühling. Als grüner Farbtupfer in den ansonsten trostlos braunen Wäldern ist er nicht zu übersehen. Ich habe es besonders gut, von mir daheim bis zum nächsten Ernteplatz in einem Wäldchen braucht es nur einen Spaziergang von fünfzehn Minuten.
Da macht sich der Gourmet-Blogger sofort auf die Suche nach passenden Rezepten, um dieses Ereignis würdig zu begehen. Fündig geworden bin ich diesmal bei den Küchengötter-Rezeptesammlern, die ihrerseits die Online-Fraktion der bekannten Themen-Kochbuchreihe des Verlags Graefe und Unzer (GU) bilden. Allerdings bedurfte die Umsetzung der deliziösen Rezeptidee doch einiger Modifikationen.
Vor kurzem war Tim Mälzer in der ARD mit einer Sendung zu sehen, in der mit Hilfe von freiwilligen Teilnehmern die Auswirkungen von mediterraner Ernährung, Ernährung mit deutscher Hausmannskost und Ernährung durch Fastfood (also McDoof und Co.) verglichen wurden. Das verblüffende Ergebnis: Es gibt keinen Unterschied. Nachdem die Teilnehmer sich jeweils 4 Wochen gemäß den Vorgaben des Tests ernährt hatten, konnte tatsächlich bei wichtigen Parametern wie den Blutfettwerten keine signifikante Differenz zwischen den Testgruppen festgestellt werden.
Ist es also egal, was wir essen? Das sicher nicht. Die Probanden aus der Fastfood-Gruppe fühlten sich durch die schwere Kost müde und schlapp. Wohingegen die mediterrane Gruppe vor Elan nur so strotzte. Als wichtige Randbedingung haben alle 3 Gruppen während des Tests die gleiche Kalorienmenge zu sich genommen. Die mediterrane Gruppe hat also große Mahlzeiten und die Fastfood-Gruppe wegen der hohen Energiedichte dieser Kost kleine Mengen bekommen. Dadurch hat sich bei den Personen in dieser Gruppe aber schnell wieder ein Hungergefühl eingestellt. Hätten sie nun gleich wieder weiter Fastfood gefuttert, wäre der Test ganz anders ausgefallen. Solange man nur auf die Kalorienmenge achtet, scheint es also egal zu sein, wie man sich ernährt. So jedenfalls die provokante These dieser Untersuchung.
Wie dem auch sei, bei diesem Fastfood der mediterranen Art muss man keine Bedenken haben. Wir haben zwei Rezepte von Tim Mälzers Website kombiniert: Salat mit Zitronendressing und gegrillte Avocado. Eine sauleckere und gesunde Kombination.
Der südostasiatische Staat Birma (auch bekannt als Burma oder Myanmar) hat, ähnlich wie Griechenland, regelmäßig eine schlechte Presse, wenn auch aus ganz anderen, schlimmeren Gründen. Birma zählte jahrzehntelang neben Nordkorea zu den langlebigsten Diktaturen weltweit. Erst seit den freien Wahlen vor einem Jahr beginnt sich das langsam zu ändern.
Von Birma weiß man hierzulande relativ wenig, auch birmanische Rezepte sind kaum bekannt. Es gibt zwar die Birma-Katze, das ist jedoch kein Kochrezept, sondern eine Katzenrasse. Birmanisch ist nicht zu verwechseln mit manisch, das ist entweder eine psychische Störung oder ein mittelhessischer Dialekt.
Kochen ist zum Glück gänzlich unpolitisch. Und so hat auch mein asiatisches Lieblingskochbuch, das Große Buch der Asiatischen Küche, ein eigenes Kapitel für Rezepte aus Birma. Sie unterscheiden sich, soweit ich erkennen konnte, nicht substanziell von der thailändischen oder indonesischen Küche, sind aber trotzdem spannend genug, um sie mal auszuprobieren.
Hurra, es ist Frühling, zumindest meteorologisch, die Spätwintersonne ist schon kräftig und lässt in den Gärten die Krokusse und Schneeglöckchen sprießen. Eine schöne Jahreszeit, allerdings schwierig, um einen Wein zu positionieren. Wer denkt im Kontext von Fastenzeit und Frühling schon an Wein?
Wie gut, dass es kreative Winzer gibt, die auf beinahe alles eine Antwort haben. So z. B. die Familie Theisserenc von der Domaine de l’Arjolle (sehr informative Website in Deutsch mit Online-Shop!) aus der Lage Côtes de Thongue im südfranzösischen Languedoc, seit Jahrzehnten Stammlieferanten von Jacques' Weindepot. Sie haben seit jeher pünktlich zur Saison einen Wein mit dem klingenden Namen Perce-neige (frz. für Schneeglöckchen) im Angebot. Wir haben den 2011er aus gegebenem Anlass verkostet und mit einem sehr ähnlichen Wein aus heimischer Produktion, der 2009er Cuvée "Sebastian" des Kraichgauer Weinguts Menges, verglichen.
Neulich habe ich auf küchengötter.de diesen Rosenkohlauflauf der etwas anderen Art entdeckt. Anstatt der ewig gleichen Standardzutaten wie Kochschinken, Kartoffeln, Sahne werden hier Ricotta, Parmesan, Pinienkerne, Thymian und Orange verwendet. Das Ganze ist also etwas italienisch angehaucht. Zudem lässt sich dieser Auflauf schnell und einfach zubereiten und schmeckt saulecker.
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