Polemisch, rechthaberisch, machtlos? - Mitnichten!

"Polemisch, rechthaberisch, machtlos", so beschreibt der Spiegel die deutsche Blogosphäre.

Das ist eine sehr pauschalisierende, verengte Sicht auf die Szene. Es mag ja sein, dass das auf die politisch orientierten Blogs Deutschlands zutrifft, auf die mir bekannten Rezept-Blogs trifft dies jedoch mitnichten zu. Hier finde ich weder Polemik, noch Rechthaberei, sondern sehr interessante, anregende und konstruktive Beiträge.

Die Macht, Dinge zu verändern, haben Rezept-Blogs sicher nicht. Wollen sie aber auch nicht. Höchstens die Macht, innovative Rezepte und Kochideen unter die Leute zu bringen. Und das gelingt ja mitunter durchaus. Dass dies den Ansprüchen eines Blattes wie dem Spiegel nicht gerecht werden dürfte, ist sekundär.

Spiegel ist auch nicht mehr

Spiegel ist auch nicht mehr das, was er mal war. Die Aussagen treffen wohl eher genau auf die Zeitschrift zu.

Blogosphäre - rezeptlos

Was recht signifikant für die hiesige Bloggerszene ist: Lediglich Blogs, die sich um sich selbst respektive um die Blogosphäre drehen, werden als Blogs auch wahrgenommen. Foodblogs haben allenfalls als Rezeptseite eine Daseinsberechtigung. Insgesamt scheinen die traditionellen Medien häufig hilflos im Umgang mit Blogs. Ich erinnere nur an den unsagbaren Artikel "Was Blogs so anrichten" bei SpOn.

Genuss und üble Laune

Die Beschäftigung mit Genuss hinterlässt Zufriedenheit, die Beschäftigung mit Politik üble Laune.

Man sollte nicht vergessen

Man sollte nicht vergessen dass den Printmedien zusehends die Leser und damit auch die Einnahmen aus Anzeigenwerbung wegbrechen. Dass die Krise hausgemacht ist, spielt da keine Rolle - Blogs werden da erst mal als Gegner wahrgenommen, der sie ja auch sind, denn der Leser hat eben nur begrenzte zeit und aufmerksamkeit zur Verfügung, die er oft lieber Blogs widmet als den etablierten Medien. Wir werden noch sehr viel mehr Blogbashing erleben in der Zukunft. Die Wahrnehmungd essen was den grossen Teild er Blogs ausmacht - eien individuelle Sichtweise auf ganz spezifische Themen, in denen die Blogger nicht selten Top-Eperten sind - ist für so einen Artikel über Blogs nicht bloss irrelevant sondern vor allem auch nicht abbildbar (und auch gar nicht gewünscht).

...

@herbert: Das kannst Du laut sein, zumindest die Attribute ''polemisch'' und ''rechthaberisch''

@Claudia: Ich glaube auch, dass Foodblogs von Medien wie dem Spiegel eher belächelt werden. Eine Ausnahme ist da vielleicht [http://www.zeit.de Die Zeit]. Hier gibt es immerhin den [http://blog.zeit.de/rezeptor/ Rezeptor] und [http://blog.zeit.de/nachgesalzen/ Nachgesalzen]

@lamiacucina: Wie recht Du hast.

@Foodfreak: Eine objektivere Berichterstattung über Blogs ist aus meiner Sicht auch in Printmedien sehr wohl möglich. Es sieht in der Tat so aus, dass sie beim Spiegel nicht gewünscht ist.

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