Nachgekocht: Filets de Saint-Pierre aux deux sauces

Filets de Saint-Pierre aux deux sauces

Schon lange liebäugle ich mit Robert's Filets de Saint-Pierre aux deux sauces. Der erste Nachkochversuch endete in einem Desaster. Beide Saucen waren viel zu dünnflüssig geblieben und beim Anrichten sehr unästhetisch ineinander geflossen - zum Verbloggen nicht geeignet. Immerhin ließ sich auch schon bei diesem stümperhaften Versuch der wunderbare Geschmack der Saucenkombination erahnen.

Also war ein zweiter Anlauf unumgänglich. Und dieses Mal ist es geglückt. Mit etwas Mehlbutter nachgeholfen wurde die Rotweinsauce schön sämig. Und die weiße Mousseline war wunderbar schlotzig, wie man hier in meiner badischen bzw. kurpfälzischen Wahlheimat sagt. Eine klasse Kombination. Leider hatte ich keinen frischen Estragon zur Hand, so dass schnöde Petersilie genügen musste.

Asiatischer Klassiker: Nasi Goreng

Nasi Goreng

Nasi Goreng ist so etwas wie die asiatische Currywurst-Pommes - ein Klassiker, für den fast jede Küche Asiens ihr eigenes Rezept hat. Die wohl bekannteste Variante, die heute hier vorgestellt wird, ist die aus Indonesien - "Nasi Goreng" heißt im Indonesischen schlicht "gebratener Reis". Eine Interpretation der chinesischen Version wurde hier vor Kurzem als Fusion-Gericht mit bayrischem Einfluss präsentiert.

Nasi Goreng ist eins der Gerichte, die es bei uns regelmäßig gibt, wenn wir zwar Lust auf Asiatisches, aber keine Lust auf das Ausprobieren neuer Rezepte haben. Dieses Rezept stammt wie auch schon die Vorlage für die chinesisch-bayrische Fusion aus meinem asiatischen Lieblings-Kochbuch, dem Großen Buch der Asiatischen Küche.

Tiefer gelegt: Gebratener Kabeljau auf Blumenkohlpüree mit Morchelsauce

Gebratener Kabeljau auf Blumenkohlpüree mit Morchelsauce

"Steinbutt mit Trüffeln und Blumenkohl - tiefer gelegt" wäre ebenfalls ein adäquater Name für dieses Gericht. Denn inspiriert wurde es von Thomas Kammeiers Beitrag zum Bookazin Feinschmecker Rezepte der Spitzenköche: 60 raffiniert Gerichte zum Nachkochen.

Für seinen Steinbutt mit Trüffeln und Blumenkohl müsste man allerdings tief in die Tasche greifen, wollte man es denn kochen. Das Gericht erfordert alleine 180 g Perigord-Trüffel (für 4 Personen), hinzu käme noch der Steinbutt.

Und so entstand diese kostenmäßig "tiefer gelegte" Variante mit Kabeljau statt Steinbutt und getrockneten Morcheln statt Trüffeln. Wesentlich Geldbeutel schonender und trotzdem sehr schön aromatisch. Mare e monti at its best!

Fisch nach Luxor-Art

Fisch nach Luxor-Art

Ob die Pharaonen des alten Ägypten dieses Gericht im Schatten der Pyramiden genossen haben, ist leider nicht bekannt. Laut meiner Quelle, dem Buch Kulinarisches Arabien von Florian Harms und Lutz Jäkel, stammt die Zubereitung des Fisches jedenfalls aus Luxor. Damit ist es für die Teilnahme am 11. Mediterranen Kochevent "Ägypten" qualifiziert.

11ter mediterraner Kochevent - Ägypten - tobias kocht! - 10.08.2010-10.09.2010

Vor dem Braten wird der Fisch wir in Senf mariniert. Dieser Schritt ist - so wird im Buch zugegeben - nicht authentisch, sondern wurde nachträglich von einem bekannten ägyptischen Koch hinzugefügt. Das Marinieren gibt dem Fisch eine schöne Schärfe, die gut zum Geschmack der Linsen passt. Alles in allem haben wir hier ein leichtes, sehr schmackhaftes und empfehlenswertes Fischgericht.

Mediterranean meets Thailand: Pfannengerührter Oktopus thailändischer Art

Pfannengerührter Oktopus thailändischer Art

Fast schon mediterran mutet dieses Gericht an. Wären da nicht rote Currypaste und Fischsauce auf der Zutatenliste. Tatsächlich ist es aus dem Buch Thai-Currys: 120 Rezepte von Vatcharin Bhumichtir. Das darin enthaltene Rezept für "Pfannengerührte würzige Meeresfrüchte" habe ich kurzerhand auf eine Meeresfrucht reduziert, nämlich Oktopus. Auch diese reduzierte Variante funktioniert gut und ist zusammen mit Kokos-Limetten-Reis eine echte Köstlichkeit.

Garantiert glückliche Gäste: Tunfisch-Happen zum Aperitif

Tunfisch-Happen

Unter dem Namen "nice things" hat weinnase an dieser Stelle vor kurzem in seinem Beitrag zur Weinrallye #34 Räucherforellenmousse-Happen als Knapperei zum Sekt vorgestellt.

Hier sind nun unsere "nice things": Tunfischpaste mit Frischkäse und Joghurt. Ebenso leicht und schnell herzustellen wie weinnases Snack. Streicht man die Paste auf Party-Pumpernickel und reicht sie zum Aperitif, werden sich die Gäste die Finger danach lecken, und es bleibt garantiert nichts übrig.

Achtung: Serviert man die Paste zusammen mit frischem Steinofenbrot, besteht Suchtgefahr ;-)

Wolfsbarsch in Salzkruste mit gelber Mojo, Fenchelgemüse und Salzkrustenkartoffeln

Wolfsbarsch in Salzkruste mit gelber Mojo, Fenchelgemüse und Salzkrustenkartoffeln

Bei meinem letzten Besuch in der Mannheimer Kochschule war ich zwar nicht besonders angetan, aber als ich neulich das Kochbuch des Insitituts im Sonderangebot sah, habe ich zugegriffen. Die darin enthaltenen Rezepte stammen von den in der Schule lehrenden Köchen (darunter sind auch bekannte Namen wie z. B. der Sternekoch Wolfgang Staudenmaier), liegen im mittleren Schwierigkeitsbereich und besitzen durchweg Raffinesse.

Stefan Achterfelds Meerwolf in Salzkruste hat mich als erstes angesprochen. Der Fisch wird zusammen mit einer Mojo aus gelber Paprika und Fenchelgemüse serviert. Bei Achterfeld gibt es dazu noch ein Artischocken-Tomatenragout, welches ich allerdings weggelassen habe. Stattdessen wurden bei uns Salzkrustenkartoffeln dazu gereicht.

Wie von der Salzkrustengarung gewohnt, ist der Fisch auch hier aromatisch, zart und saftig. Aber der Hammer ist die Mojo. Ihre sommerlich-mediterranen Aromen passen perfekt zum Fisch und den salzigen Kartoffeln. Alles in allem ein sehr empfehlenswertes Sommergericht.

Marcella's gefüllte Kalmare mit Tomaten und Weißwein - Calamari ripiene brasate con pomodori e vino bianco

Gefüllte Kalmare mit Tomaten und Weißwein

"Pulpo" bzw. "Pulpo Paul" sind die zur Zeit meist verwendeten Suchbegriffe im Bereich Essen & Trinken bei Google im deutschsprachigen Raum. Anscheinend haben die Leute immer noch nicht verwunden, dass der orakelnde Paul auch deutsche Niederlagen richtig vorhersagt und suchen daher weiter nach den besten Möglichkeiten, das arme Tier in die Pfanne zu hauen.

Inwieweit auch Kalmare parapsychologische Fähigkeiten besitzen, entzieht sich meiner Kenntnis. Jedenfalls schmecken auch sie gut. Das zeigt dieses Gericht aus Marcella Hazan's Buch Die klassische italienische Küche. Ein klasse Essen für den Sommer. Zitronenzesten zusätzlich in die Füllung geschmuggelt, peppen es signifikant auf.

Adios Orakel: Spaghetti con Paolo - Spaghetti mit Tomaten-Oktopus-Sauce

Spaghetti con Paolo

Es ist schon krass: Da wird ein Krake namens Paul aus dem Oberhausener Aquarium als Orakel für den Ausgang von Fußballspielen eingesetzt. Und kaum sagt er richtig die Niederlage unserer Jungs im WM-Halbfinale gegen Spanien voraus, schon übertrifft man sich im Internet mit fiesen Zubereitungsarten für den smarten Mollusken.

Zugegeben, der Frust war groß, als wir realisieren mussten, dass sich der vierte Stern erst einmal erledigt hat. Aber warum muss man den armen Paul denn gleich "lebendig in extra-altem Pommesöl [...] frittieren und in einem urdeutschen, dunklen, muffeligen, fettverschmierten Imbiss-Bums an irgendeiner Oberhausener Ecke in Mayo und Jägersoße ertränken"? Das ist barbarisch und eines ambitionierten Kochblogs nicht würdig. mankannsessen.de hat da für die kulinarische Bewältigung unseres Halbfinaltraumas einen viel besseren Vorschlag. Und der geht auf Giorgio Locatelli zurück.

Giorgio hatte als in England lebender Italiener bei dieser Fußball-WM wahrlich nichts zu lachen: Sein Heimatland Italien kam nicht über die Vorrunde hinweg, und seine Wahlheimat England musste sich unserer deutschen Boygroup im Achtelfinale mit 4:1 geschlagen geben. Die Spaghetti mit Tomaten-Oktopus-Sauce aus seinem Buch Made in Italy - Das Kochbuch helfen einem über den Frust hinweg, auch wenn sie für uns Deutsche mit Paul zubereitet natürlich um so besser schmecken dürften.

Endlich Sommer: Bistecca di tonno con salsa al vino bianco e acciughe - Tunfischsteaks mit Weißwein-Anchovis-Sauce

Tunfischsteaks mit Weißwein-Anchovis-Sauce

Jetzt ist es also tatsächlich doch noch Sommer geworden, dieses Jahr. Das schreit nach einem leichten, mediterranen Fischgericht. Marcella Hazan hat da genau das richtige: Bistecca di pesce con salsa al vino bianco e acciughe. Bzgl. der Wahl des Fisches lässt sie dem Nachkocher / der Nachkocherin die interpretatorische Freiheit. Wir haben uns für Tunfisch entschieden. Und das Rezept hält, was es verspricht: Sommerlich, leicht und sehr lecker. Hoffen wir also, dass das Wetter dieses Jahr noch weitere Gelegenheit bietet, so etwas zu kochen.