Ein neuer Klassiker für die Weihnachtszeit? - Vielleicht. Denn es ist immer wieder erstaunlich, wie wandelbar Kartoffelpüree als Beilage ist. Diese Variante mit Dörrobst habe ich vor kurzem in Johann Lafers Buch Himmlische Sterneküche entdeckt. Dörrobststückchen werden dabei mit etwas Grand Marnier und Sahne geköchelt und anschließend unter das Kartoffelpüree gehoben. Dadurch bekommt das Püree einen fruchtig-süßlichen Geschmack, der sehr gut zur Ente und zum würzigen Aroma der Zwiebelsauce passt. Aber auch zu anderen roten Fleischsorten, wie etwa Wild, kann ich mir das Püree sehr gut vorstellen. Vielleicht hat es wirklich das Zeug zum Klassiker.
Alle Jahre wieder, die Vorweihnachtszeit verlangt uns alles ab: Neben dem beruflichen Stress, der zum Jahresende meistens zunimmt, häufen sich Weihnachtsfeiern, Geschenke müssen beschafft werden und um das Weihnachtsmenü muss man sich auch noch Gedanken machen.
Bei Letzterem möchte das mankannsessen.de-Team seinen gestressten Lesern gerne etwas Hilfestellung geben. Dazu haben wir ein 4-gängiges Weihnachtsmenü kreiert, das wir in diesem Beitrag vorstellen. Besonderes Augenmerk haben wir darauf gelegt, dass sich alle Gänge entweder gut vorbereiten oder besonders schnell und einfach zubereiten lassen. In einem Selbstversuch hat das Team das Menü ausprobiert und für gut befunden. Somit hoffen wir, unseren Lesern Anregung und Inspiration für ein kulinarisches und dennoch (kochmäßig) stressfreies Weihnachten zu geben. Wir wünschen viel Vergnügen beim Nachkochen.
Bei einer netten privaten Feier mit extrem hohem kulinarischem Niveau hatte ich neulich Hähnchenbrust mit Steinpilz-Ricotta-Füllung genießen können. Die Harmonie der Aromen hatte mich so beeindruckt, dass ich mir fest vornahm, das bei nächster Gelegenheit nachzukochen. Hier mein Versuch einer ersten Näherung, meine Mitesser und ich fanden das Ergebnis ganz annehmbar. Als Beilage gab es damals Blattspinat, den ich durch exotisches Mangoldgemüse ersetzt habe, und die einzig wahren Rosmarinkartoffeln á la Mipi.
Was macht man eigentlich mit Quitten? Na klar, man verarbeitet sie zu Gelee. Diese Diskriminierung der gelben Frucht ist unlängst im Zeitmagazin thematisiert worden. Unter dem Titel "Die neue Freiheit der Quitte" gab es dort auch gleich alternative Quittenrezepte aus dem Buch Die orientalische Küche von Claudia Roden. Eines war dieses leckere, leicht arabisch / nordafrikanisch angehauchte Schmorgericht mit Hähnchen und Quitten.
Als ich die Quitten für dieses Gericht gekauft habe, stellte die Gemüsehändlerin meines Vertrauens natürlich wie selbstverständlich gleich fest: "Ah, Sie wollen Quittengelee machen". Jetzt wissen wir, dass die Quitte für mehr taugt.
Zugegeben, ein großer Teil unserer Rezepte ist italienisch inspiriert, die asiatische Küche fristet bei mankannsessen.de eher ein Nischendasein. Dabei bin zumindest ich ein großer Fan von Currys aller Art. Hier ist also mal wieder eins, ein thailändischer Klassiker.
Nur etwa 5% der thailändischen Gesamtbevölkerung sind Muslime, sie leben vor allem im Süden des Landes in der Grenzregion zu Malaysia. Dort ist ein spezielles Currygericht zuhause, das Massaman Curry (oder Matsaman Curry, in transkribiertem Thai kaeng matsaman, wie auch Frau Lotta neulich schon wusste). Im deutschsprachigen Raum nannte man die Muslime früher Muselmanen, was recht ähnlich klingt.
Was dem Italiener die Pizza, ist dem Spanier die Paella. Nicht nur, dass sie auch weiblich ist und mit P anfängt, man kann so ziemlich alles rein- bzw. drauftun, was in der Küche übrig ist. Ein weiteres Arme-Leute-Essen also, das es zu Kult-Status gebracht hat.
Die folgende Zutatenliste kann nur Vorschlagscharakter haben, Pflicht sind eigentlich nur der Sofrito, bestehend aus Speck, Zwiebel, Knoblauch und Tomaten, der für das typische leicht rauchige Paella-Aroma zuständig ist, und Reis. Bei den übrigen Zutaten sind der Fantasie und Experimentierfreude kaum Grenzen gesetzt, von Muscheln über Artischocken bis Kaninchen geht eigentlich fast alles. Dieses Rezept orientiert sich an einer Variante von Wolfram Siebeck aus seiner leider vergriffenen Feinschmecker-Bibel Alle Meine Rezepte.
Die Valencianer, die für sich in Anspruch nehmen, die Paella erfunden zu haben, würden dies wahrscheinlich abschätzig als Paella de turistas bezeichnen. Aber wir bei mankannsessen sind bekanntermaßen der Ansicht, dass man auch Klassiker noch verbessern kann.
Hat man für Tonnato kein Vitello, greift man zum Pollo. Eine schnelle Variante für Pollo tonnato wurde hier bereits vorgestellt. Aber man kann natürlich auch einen höheren Aufwand treiben: Pollo alla messinese stammt aus der echten italienische Küche von Reinhardt Hess und Sabine Sälzer. Dazu passt frisches Baguette und ein frischer Tomatensalat (Tomaten, rote Zwiebeln, Basilikum mit einer Vinaigrette aus Olivenöl, Aceto Balsamico, Salz und Pfeffer).
Das heute vorgestellte Gericht ist eine Retrospektive auf meine Studentenzeit, als ich die ersten Gehversuche als Hobbykoch gemacht habe. Das Kochbuch Gerichte für unter 10,- DM des Bielefelder Pudding-Doktors hat wesentlichen Anteil daran, dass ich dem Kochen als Hobby treu geblieben bin. Sein Untertitel lautet "Schmackhaft kochen für 4 Personen", es enthält viele schöne Rezepte, die man sich auch mit einem Studentenbudget leisten konnte, und steht noch heute in meinem Küchenregal.
Das Buch ist, wie der Titel schon sagt, etwas älter, es stammt aus 1985 und ist nur noch über Antiquariate erhältlich, vermutlich müsste es heute wegen der Währungsunion und 25 Jahren Inflation fairerweise "Gerichte unter 10 Euro" heißen. Inhaltlich ist es dagegen nach wie vor auf der Höhe der Zeit, wir ziehen es für die schnelle Alltagsküche immer wieder gern heran.
Zu diesem Rezept wurde ich durch zweierlei inspiriert: Einmal durch meinen neuen Lieblings-Feinkosthändler am neuen Wohnort, wo man beim Kauf von Obst und Gemüse noch von richtigen netten Menschen bedient wird und gleich dazu passende Kochrezepte empfohlen bekommt. Dort gab es vor Kurzem delikate Datteln, die man, wie mir die Verkäuferin verriet, zu einer köstlichen Pastasauce verarbeiten kann.
Die zweite Inspiration kam durch mein derzeit favorisiertes Rezept für weißen Glühwein. Einmal kurz überlegt, und fertig war die neue Sauce im orientalisch-asiatischen Fusion-Stil. Ein perfekter Begleiter zu "Wintergeflügel", in diesem Fall Entenbrust. Dazu gab's die bewährte Kartoffelcreme nach Wolfram Siebeck in etwas abgeschwächter Form und Speckbohnen.
In der Rangliste der asiatischen Lieblingsgerichte liegt dieses vietnamesische Hühnchengericht bei uns ganz klar auf Platz 2, gleich hinter Nasi Goreng. Es sieht nicht nur klasse aus, sondern besticht auch mit der Einfachheit seiner Zubereitung und dem geschmacklichen Zusammenspiel seiner Zutaten. Die Kombination aus Cashewnüssen und Kokos-Chips, jeweils geröstet, mit frischer Ananas und Frühlingszwiebeln sorgt für ein einzigartiges Geschmackserlebnis. Durch die Abrundung mit reichlich Austern- und Fischsauce verdient es sich bei uns das Prädikat "Schaufelessen" - so nennt meine Liebste Speisen, bei denen man sich die Schale vor den Bauch hält und das Essen ohne abzusetzen in sich hineinschaufelt. Durch seine Fruchtigkeit sind für dieses Gericht fünf rote Chilli-Schoten auch für sensible Naturen nicht zu viel Schärfe.
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