Betrunkenes Kaninchen aus Portugal - Lebre com vinho

Kaninchen in Rotwein

Eigentlich wollte ich mir dieses Gericht bis zum nächsten Winter aufsparen, da es einfach besser in die kalte Jahreszeit passt. Nach dem Motto "etwas Warmes braucht der Mensch" habe ich dieses Vorhaben angesichts der aktuell herrschenden arktischen Temperaturen allerdings revidiert. Das Rezept stammt aus dem vor einiger Zeit erschienen Special zur Portugiesische Küche des Zeit-Magazins. Mit seinen kräftigen Aromen macht es die derzeitige Kältewelle erträglicher und lädt - ob seines Ursprunges - zum Träumen von Portugals Sonne ein. Als Beilage passt Kartoffel-Knoblauch-Püree von hier mit seinem mediterranen Touch perfekt.

Multikulti-Herbstküche: Gebratene Entenbrust mit Blutorange, Sternanis und Karotten-Ingwer-Püree

Gebratene Entenbrust mit Blutorange und Sternanis

Yotam Ottolenghi kann auch Fleisch! Bisher war mir der Multikulti-Koch (seine Mutter ist Deutsche, sein Vater Italiener, geboren wurde er in Israel und mittlerweile betreibt er ein Restaurant in London) nur in Verbindung mit vegetarischer Küche bekannt. Denn in meine eingeschränkte Wahrnehmung sind bisher ausschließlich Rezepte aus seinem Buch Genussvoll vegetarisch. mediterran-orientalisch-raffiniert gedrungen, die in einigen von mir frequentierten Kochblogs nachgekocht und hochgelobt wurden.

Anfang diesen Jahres ist in Deutschland ein weiteres Buch von Ottolenghi mit dem ebenso lapidaren wie allumfassenden Titel Das Kochbuch erschienen. Hierin findet man auch Fisch- und Fleischrezepte. Das vorliegende Gericht daraus mutet fast wie eine orientalisierte Version des französischen Klassikers canard à l'orange an. Gewürze wie Kreuzkümmel, Fenchelsamen und Sternanis ergeben in Verbindung mit Blutorangen jedoch ein ganz eigenständiges, schön intensives Aroma. Als Beilage empfiehlt sich ein Karotten-Ingwer-Püree.

Komplementär-Ästhetik: Gelbes Hühnercurry mit Auberginen und Pfirsichen

Gelbes Hühnercurry mit Auberginen und Pfirsichen

Auch bei den besten Rezepten isst das Auge mit, und Komplementärkontraste wirken immer besonders ästhetisch. Das war bei mir Auslöser für die Idee, für ein gelbes Hühnercurry Auberginen mit Pfirsichen zu kombinieren. Das Ergebnis ist ein leichtes, leicht gelingendes und sehr schmackhaftes Gericht. Ich glaube, meine frühere Kunstlehrerin wäre begeistert gewesen.

Indisch-thailändische Koproduktion: Dakshini murgh - Hühnchen mit geröstetem Koriander in einer Kokosnuss-Curry-Sauce

Hühnchen mit geröstetem Koriander in einer Kokosnuss-Curry-Sauce

dkduw.jpgViel zu selten koche ich Rezepte aus dem wirklich sehr guten Buch "Indian Cookery" der indischen Autorin Madhur Jaffrey nach. Und zwar so selten, dass ich es nun schon zum zweiten Mal bei "Dein Kochbuch, das unbekannte Wesen" einreiche. Dabei hat das Buch mehr Aufmerksamkeit verdient. Es enthält neben gut nachkochbaren Rezepten auch noch Informationen über Kochtechniken, die richtige Ausrüstung für den Indien-affinen Hobbykoch sowie Gewürz- und Warenkunde.

Dakshini murgh kommt laut Madjur Jaffrey aus Südindien. Auf mich wirkt es, als ob hier die indische und die thailändischer Küche eine Kreuzung eingegangen sind. Wie auch immer, es ist ein leicht nachzukochendes, aromatisches Gericht - genau das Richtige für Freunde asiatischen Essens.

Manisch? Birmanisch! Birmanisches Huhn

Birmanisches Huhn

Der südostasiatische Staat Birma (auch bekannt als Burma oder Myanmar) hat, ähnlich wie Griechenland, regelmäßig eine schlechte Presse, wenn auch aus ganz anderen, schlimmeren Gründen. Birma zählte jahrzehntelang neben Nordkorea zu den langlebigsten Diktaturen weltweit. Erst seit den freien Wahlen vor einem Jahr beginnt sich das langsam zu ändern.

Von Birma weiß man hierzulande relativ wenig, auch birmanische Rezepte sind kaum bekannt. Es gibt zwar die Birma-Katze, das ist jedoch kein Kochrezept, sondern eine Katzenrasse. Birmanisch ist nicht zu verwechseln mit manisch, das ist entweder eine psychische Störung oder ein mittelhessischer Dialekt.

Kochen ist zum Glück gänzlich unpolitisch. Und so hat auch mein asiatisches Lieblingskochbuch, das Große Buch der Asiatischen Küche, ein eigenes Kapitel für Rezepte aus Birma. Sie unterscheiden sich, soweit ich erkennen konnte, nicht substanziell von der thailändischen oder indonesischen Küche, sind aber trotzdem spannend genug, um sie mal auszuprobieren.

Klassiker für die Weihnachtszeit? - Entenbrust mit Dörrobst-Kartoffelpüree und Zwiebelsauce

Entenbrust mit Dörrobst-Kartoffelpüree und Zwiebelsauce

Ein neuer Klassiker für die Weihnachtszeit? - Vielleicht. Denn es ist immer wieder erstaunlich, wie wandelbar Kartoffelpüree als Beilage ist. Diese Variante mit Dörrobst habe ich vor kurzem in Johann Lafers Buch Himmlische Sterneküche entdeckt. Dörrobststückchen werden dabei mit etwas Grand Marnier und Sahne geköchelt und anschließend unter das Kartoffelpüree gehoben. Dadurch bekommt das Püree einen fruchtig-süßlichen Geschmack, der sehr gut zur Ente und zum würzigen Aroma der Zwiebelsauce passt. Aber auch zu anderen roten Fleischsorten, wie etwa Wild, kann ich mir das Püree sehr gut vorstellen. Vielleicht hat es wirklich das Zeug zum Klassiker.

Kulinarische und stressfreie Festtage: Das mankannsessen.de Weihnachtsmenü 2011

Das mankannsessen.de Weihnachtsmenü 2011

Alle Jahre wieder, die Vorweihnachtszeit verlangt uns alles ab: Neben dem beruflichen Stress, der zum Jahresende meistens zunimmt, häufen sich Weihnachtsfeiern, Geschenke müssen beschafft werden und um das Weihnachtsmenü muss man sich auch noch Gedanken machen.

Bei Letzterem möchte das mankannsessen.de-Team seinen gestressten Lesern gerne etwas Hilfestellung geben. Dazu haben wir ein 4-gängiges Weihnachtsmenü kreiert, das wir in diesem Beitrag vorstellen. Besonderes Augenmerk haben wir darauf gelegt, dass sich alle Gänge entweder gut vorbereiten oder besonders schnell und einfach zubereiten lassen. In einem Selbstversuch hat das Team das Menü ausprobiert und für gut befunden. Somit hoffen wir, unseren Lesern Anregung und Inspiration für ein kulinarisches und dennoch (kochmäßig) stressfreies Weihnachten zu geben. Wir wünschen viel Vergnügen beim Nachkochen.

Hähnchenbrust mit Steinpilz-Ricotta-Füllung und exotischem Mangoldgemüse

Hähnchenbrust mit Steinpilz-Ricotta-Füllung

Bei einer netten privaten Feier mit extrem hohem kulinarischem Niveau hatte ich neulich Hähnchenbrust mit Steinpilz-Ricotta-Füllung genießen können. Die Harmonie der Aromen hatte mich so beeindruckt, dass ich mir fest vornahm, das bei nächster Gelegenheit nachzukochen. Hier mein Versuch einer ersten Näherung, meine Mitesser und ich fanden das Ergebnis ganz annehmbar. Als Beilage gab es damals Blattspinat, den ich durch exotisches Mangoldgemüse ersetzt habe, und die einzig wahren Rosmarinkartoffeln á la Mipi.

Freiheit für die Quitte: Geschmortes Hähnchen mit Quitten

Geschmortes Hähnchen mit Quitten

Was macht man eigentlich mit Quitten? Na klar, man verarbeitet sie zu Gelee. Diese Diskriminierung der gelben Frucht ist unlängst im Zeitmagazin thematisiert worden. Unter dem Titel "Die neue Freiheit der Quitte" gab es dort auch gleich alternative Quittenrezepte aus dem Buch Die orientalische Küche von Claudia Roden. Eines war dieses leckere, leicht arabisch / nordafrikanisch angehauchte Schmorgericht mit Hähnchen und Quitten.

Als ich die Quitten für dieses Gericht gekauft habe, stellte die Gemüsehändlerin meines Vertrauens natürlich wie selbstverständlich gleich fest: "Ah, Sie wollen Quittengelee machen". Jetzt wissen wir, dass die Quitte für mehr taugt.

Asiatische Abwechslung: Massaman-Curry mit Huhn und Limetten

Massaman-Curry mit Huhn und Limetten

Zugegeben, ein großer Teil unserer Rezepte ist italienisch inspiriert, die asiatische Küche fristet bei mankannsessen.de eher ein Nischendasein. Dabei bin zumindest ich ein großer Fan von Currys aller Art. Hier ist also mal wieder eins, ein thailändischer Klassiker.

Nur etwa 5% der thailändischen Gesamtbevölkerung sind Muslime, sie leben vor allem im Süden des Landes in der Grenzregion zu Malaysia. Dort ist ein spezielles Currygericht zuhause, das Massaman Curry (oder Matsaman Curry, in transkribiertem Thai kaeng matsaman, wie auch Frau Lotta neulich schon wusste). Im deutschsprachigen Raum nannte man die Muslime früher Muselmanen, was recht ähnlich klingt.