Gehoben, aber nicht abgehoben

Gefüllte Lammhüfte mit mediterranen Stampfkartoffeln und Marsala-Sauce

Gefüllte Lammhüfte mit mediterranen Stampfkartoffeln und Marsala-Sauce

Rezepte mit Lammhüfte haben fast schon Tradition auf mankannsessen.de. Man kann Lammhüfte aber nicht nur rückwärts braten, mit Kaffee und Kardamom überbacken oder Streifen von ihr mit Rote-Bete-Risotto kombinieren. Da die Stücke schön dick sind, kann man sie auch sehr gut füllen. Bei diesem Gericht ist die Füllung mediterran inspiriert und besteht aus eingelegten Tomaten, Oliven und Basilikum. Das gibt dem zarten und sehr saftigen Fleisch ein pikant-würziges Aroma. Dazu passen ein Marsala-Sößchen und Mediterrane Stampfkartoffeln ganz hervorragend.

Italy goes Arabia: Cannelloni con agnello all' arabesco

Canneloni con agnello all' arabesco

Nach den türkisch inspirierten Cannelloni und den Cannelloni con pesce e zucca hier abermals eine experimentelle Cannelloni-Variante, dieses Mal mit arabischen Einflüssen. Die Cannelloni werden dabei mit Lammhackfleisch, das mit Harissa und Ras el-Hanout gewürzt und mit getrockneten Feigen gemischt ist, gefüllt. Zusammen mit der Paprika-Tomaten-Sauce und dem Minz-Zitronen-Joghurt, der eine fruchtige Frische hineinbringt, schmeckt das ganz wunderbar. Und da ich mir durchaus vorstellen könnte, dass es so ein Gericht, heimische Zutaten mit italienischen Einflüssen kombinierend, auch in Marokko geben könnte, reiche ich es zum 5. Mediterranen Kochevent "Marokko" ein.

5ter mediterraner Kochevent - Marokko - tobias kocht! - 10.02.2010-10.03.2010

Süß marinierte Kalbssteaks mit Birnen-Senf-Sauce

Süß marinierte Kalbssteaks mit Birnen-Senf-Sauce

Bei Chili & Ciabatta gab es vor kurzem eine leckere Birnensauce, die sogleich auf die Nachkochliste gewandert ist. Ursprünglich ist das Rezept von Tim Mälzer, welcher die Sauce zu einem Schweinrückenbraten reicht. Auf Schwein hatte ich keine Lust, aber zusammen mit gegrillten Kalbssteaks schmeckt das Sößchen auch ganz exquisit. Dazu gab es wie im Originalrezept Kartoffelpüree mit Röstzwiebeln. Eine dicke Empfehlung für diese Kombination.

Kurzgebratenes vom Lamm mit kandierten Datteln nach Anthony Bourdain

Kurzgebratenes vomLamm mit kandierten Datteln

Auf der Suche nach Fleischgerichten werde ich oft in Anthony Bourdain's Buch So koche ich fündig. Wer es noch nicht besitzt, hat zur Zeit leider Probleme, es zu bekommen, denn es wird nicht mehr gedruckt, und für ein gebrauchtes Exemplar muss man schon einige Euros hinblättern (bei Amazon gibt es aktuell Angebote für horrende 95, 200 und 250 Euro). Auch wenn das Buch bei Valentina nicht ganz so gut weggekommen ist, bin ich von ihm sehr angetan. Man findet darin sehr gute, meist klassisch zuzubereitende und mit vertretbarem Aufwand herzustellende Gerichte. Und gerade Anthony Bourdains schnodderigen Stil finde ich sehr erfrischend.

Das vorliegende Gericht stammt aus dem Buch und wird ebenfalls klassisch zubereitet. Einzige Besonderheit sind die kandierten Datteln, die der Sauce eine schöne Süße geben. Das Fleisch wird zur Abwechselung mal wieder vorwärts gebraten. Beilagen sind Rosenkohl, klassisch zubereitet (und das geht so: 20 Minuten dämpfen, dann kurz in Butter schwenken und mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss würzen), und Kartoffelgratin nach Wolf Uecker.

Keine Experimente: Rinderfiletsteaks mit Portweinsauce

Rinderfiletsteaks mit Portweinsauce

Verlassen ausgetretener Pfade und Ausprobieren neuer Gerichte ist sehr reizvoll und gerade für Foodblogs unerlässlich. Manchmal verbietet sich jedoch jegliches Experimentieren, da man sich darauf verlassen können möchte, dass beim Kochen genau das gewünschte Ergebnis herauskommt.

In so einer Situation war ich, als mich beim Metzger aus der Auslage bilderbuchmäßige Rinderfiletsteaks anlächelten, vom Abhängen eine bläulich-rote Farbe und fein marmoriert - da konnte ich einfach nicht nein sagen. Die Steaks schrien nach einer klassischen Kombination, und so entschied ich mich für Portweinsauce mit Kartoffelgratin und grünen Bohnen. Einzig die Steaks wurden - anders als sonst - rückwärts gebraten. Mit - wie man sieht - durchschlagendem Erfolg: Butterweiches Fleisch mit schönen Röstaromen an der Außenseite.

Halb gesalzener Orangen-Kabeljau nach Alain Ducasse

Halb gesalzener Orangen-Kabeljau nach Alain Ducasse

Ich habe es getan: Das erste Mal ein Gericht von Alain Ducasse nachgekocht. Auf sein opus magnum Grand Livre de Cuisine bin ich vor einiger Zeit bei lamiacucina gestoßen. Die Krux mit Gerichten von Starköchen ist, dass die Rezepte für uns Laien oft zu kompliziert zum Nachkochen sind. Nicht so bei Alain Ducasse. Im Grand Livre de Cusine sind zwar auch genug sehr komplexe Rezepte, aber eine signifikante Anzahl ist auch für unsereinen gut zu meistern. Manche sind sogar ziemlich einfach.

Für den Anfang und da er gut in die Jahreszeit passt, habe ich mir den Halb gesalzenen Orangen-Kabeljau aus dem Band Grand Livre de Cusine - weltweit genießen ausgesucht. Kabeljaufilet wird hier mit Chicorée und Orange kombiniert. Der Fisch wird dabei auf einer Seite für 20 Minuten eingesalzen, was ihm auf dieser Seite das Wasser entzieht und somit etwas fester macht. Das Gericht ist bei uns sehr gut angekommen, und die Zubereitung ist mit etwas Planung ohne Probleme zu schaffen.

Dazu passt ausgezeichnet Kartoffel-Karotten-Ingwer-Püree

Französisch-italienische Koproduktion: Sauerkraut mit Loup de mer, Fenchelsalsiccia und Calvados-Apfel-Sahne

Sauerkraut mit Loup de mer, Fenchelsalsiccia und Calvados-Apfel-Sahne

Franzosen und Italiener verstehen sich zwar nicht immer gut, bei diesem Gericht klappt die Zusammenarbeit jedoch hervorragend. Man könnte es fast schon als EU-Variante des nordamerikanischen Klassikers Surf'n'Turf bezeichnen.

Die Anregung dazu kommt aus essen & trinken Nr. 10/2009. Darin hat mich das Gericht "Sauerkraut mit Zander und Fenchelbratwurst in Calvados-Apfel-Sahne" extrem angesprochen. Der Zander wurde hier allerdings durch Loup de mer ersetzt, und anstatt einer selbst gemachten Fenchelbratwurst (mit Schweinenetz und allem Brimborium) wird fertige Fenchelsalsiccia vom Italiener verwendet. Mancher mag es nicht glauben, aber das schmeckt in dieser Kombination richtig gut.

Die Weinempfehlung dazu ist ein trockener Gewürztraminer. Wir hatten einen aus Südtirol, ein Elsässer hätte es aber sicher auch getan.

Bretonisch genießen: Kalbssteak mit Apfel-Zwiebel-Gemüse

Kalbssteak mit Apfel-Zwiebel-Gemüse

Clemens Wilmenrod, dessen verfilmtes Leben vor kurzem über die Mattscheibe flimmerte, wäre, was den Titel dieses Gerichtes angeht, sicher erfinderischer gewesen. Vielleicht hätte er es "Kalbssteak lustiger Bretone" oder so ähnlich genannt. So aber hat es einen pragmatisch-bodenständigen Namen bekommen, der jedem sofort klar macht, was drinnen ist.

Und da ist zum einen natürlich das Kalbssteak. Es wird hier, wie von Kolja Kleeberg im Zeitmagazin propagiert, rückwärts gebraten (45 Minuten bei 60 °C im Backofen, und dann kurz in die Grillpfanne). Das Ergebnis war hervorragend.

Zum anderen das Apfel-Zwiebel-Gemüse, dessen Ursprung auf das Rezept "Schweinefilet mit Äpfeln" aus Alfred Bioleks erstem Buch zurückgeht. Ich habe allerdings die Sahne weggelassen und durch etwas Apfelsaft ersetzt.

Kartoffelpüree ist uns auch zu dieser Mahlzeit ein treuer Begleiter gewesen.

Thailändisches Rindfleischcurry mit Feigen

Thailändisches Rindfleischcurry mit Feigen

Nach langer Zeit gibt es in diesem Blog mal wieder etwas aus dem sehr guten Buch Thai-Currys: 120 Rezepte von Vatcharin Bhumichtir. Zugegebenermaßen ist die Kombination aus gegrillten Rindfleischstreifen und Feigen erstens ungewöhnlich und zweitens - zumindest nach meiner bescheidenen Kenntnis der thailändischen Küche - alles andere als typisch für Thailand. Davon sollte man sich aber nicht vom Nachkochen abhalten lassen. Es war exquisit.

Zu beachten gilt es allerdings, die Feigen nicht zu lange mitzukochen. Sie zerfallen sonst und sehen eher unappetitlich aus :-(

Farbenfrohe Geschmacksexplosion: Marinierte Streifen von der Lammhüfte mit Rote-Bete-Risotto und fruchtigem Wirsing

Marinierte Streifen von der Lammhüfte mit Rote-Bete-Risotto und fruchtigem Wirsing

Diese farbenfrohe Geschmacksexplosion ist frei nach Sarah Wiener entstanden. Sie hat seinerzeit eine ganz ähnliche Kreation beim Kerner gekocht.

Gegenüber der Version der Kollegin Wiener wird hier allerdings anstatt Lammfilet Lammhüfte verwendet (welche oft saftiger ist), das Rote-Bete-Risotto muss hier ohne Trüffel auskommen (wir haben ihn aber auch nicht wirklich vermisst), und den Rosenkohl habe ich durch Wirsing ersetzt (wobei der Rosenkohl à l'Orange sicher auch sehr gut gepasst hätte).

Alles in allem ist das Ergebnis ist eine ungewöhnliche, aber dennoch sehr leckere Kombination, die perfekt in die kalte Jahreszeit passt.