Kaninchenkeulen in Senfsauce mit Tagliatelle und Rosenkohl

Kaninchenkeulen in Senfsauce

Alfred Biolek ist längst in Rente. Das heißt aber noch lange nicht, dass auch seine Bücher aufs Altenteil geschoben werden. Dieses Mal wurde ich in Bioleks Buch Meine neuen Rezepte und Wein wie ich ihn mag fündig.

Es enthält - wie auch seine anderen mir gekannten Bücher - einfach zuzubereitende, leckere Rezepte. In diese Kategorie gehört auch das vorliegende. Die Zubereitung ist völlig problemlos, das Resultat exquisit. Insbesondere die Senfsauce bekommt ein dickes Lob. Jahreszeitgemäß war Rosenkohl die Gemüsebeilage. Im Sommer würde sich Fenchel oder auch Zucchini anbieten.

Bioleks Buch reiche ich bei Foodfreaks Dauerevent Dein Kochbuch, das unbekannte Wesen ein - und werde in Zukunft hoffentlich öfter mal wieder einen Blick hinein werfen ;-)

Märchen aus 1001 Nacht: Entenbrust mit Dattel-Pflaumen-Sauce

Entenbrust mit Dattel-Pflaumen-Sauce und Kartoffelcreme

Zu diesem Rezept wurde ich durch zweierlei inspiriert: Einmal durch meinen neuen Lieblings-Feinkosthändler am neuen Wohnort, wo man beim Kauf von Obst und Gemüse noch von richtigen netten Menschen bedient wird und gleich dazu passende Kochrezepte empfohlen bekommt. Dort gab es vor Kurzem delikate Datteln, die man, wie mir die Verkäuferin verriet, zu einer köstlichen Pastasauce verarbeiten kann.

Die zweite Inspiration kam durch mein derzeit favorisiertes Rezept für weißen Glühwein. Einmal kurz überlegt, und fertig war die neue Sauce im orientalisch-asiatischen Fusion-Stil. Ein perfekter Begleiter zu "Wintergeflügel", in diesem Fall Entenbrust. Dazu gab's die bewährte Kartoffelcreme nach Wolfram Siebeck in etwas abgeschwächter Form und Speckbohnen.

Oktopus-Gewürz-Terrine nach Alfons Schuhbeck

Würzige Oktopus-Terrine nach Alfons Schuhbeck

Terrinen sind praktische Vorspeisen. Sie lassen sich gut vorbereiten, und wenn die Gäste eingetroffen sind, bringt man sie auf den Tisch.

Bei dieser Terrine aus Alfons Schuhbecks Buch Meine Küche der Gewürze war ich jedoch zunächst skeptisch, denn das Rezept ließ befürchten, dass der Geschmack des Oktopus von einer Gewürzorgie erschlagen würde. Zum Glück lag ich falsch. Der Gewürzsud dominiert in keinster Weise und passt wunderbar zum Oktopus.

Dazu passt Rucola-Sauce: Dazu Rucola klein schneiden und zusammen mit Olivenöl pürieren. Mit Salz, Pfeffer, Zucker und Zitronensaft abschmecken.

Seeteufel-Medaillons mit Rosenkohl-Risotto und Senf-Sauce

Seeteufel mit Rosenkohl-Risotto und Senf-Sauce

Klassisch italienisch geht sicher anders. Ist aber egal, denn diese Kombination aus dem würzig-herzhaften Risotto und der pikant-säuerlichen Sauce ist ein echter Winter-Hit. Genau die richtigen Beilagen zum Seeteufel. Die Medaillons bekommen durch das Mehlieren eine leichte Kruste. Sehr lecker!

Weihnachtlich: Hirschkalbsrücken mit Pilzbutter, Orangen-Rösti und Gewürzjus

Hirschkalbsrücken mit Pilzbutter, Orangen-Rösti und Gewürzjus

Ich habe ein Gericht von Dieter Müller nachgekocht! Um seine Rezepte hatte ich bisher voller Ehrfurcht einen Bogen gemacht (einzige Ausnahme ist seine Weißwein-Sahne-Sauce, die bei uns mittlerweile Klassikerstatus bei Fischgerichten erlangt hat - das ist aber auch eher eine Standardsauce).

Bei den meisten Gerichten aus dem Dieter Müller Kochbuch kann ich nur mit den Ohren schlackern - alleine die Zutatenlisten erstrecken sich oft über zwei Seiten. Und so habe ich seine Kochbücher bisher stets in dem Bewusstsein durchgeblättert, dass die meisten Rezepte darin für mich schlicht und einfach nicht nachkochbar sind.

In Einfach und genial: Rezepte aus der Kochschule des Meisters sind die Rezepte etwas einfacher. Daraus stand Müllers "Hirschmedaillon mit Pilzkruste, Gewürzjus, Rotkohl und Schupfnudeln" Pate für diesen Beitrag. Das Hirschmedaillon wurde durch Hirschkalbsrücken und die Schupfnudeln durch Orangen-Rösti ersetzt. Vom Metzger gab es einen Rehunterschenkel geschenkt, der in die Saucenzubereitung wanderte (es geht aber auch ohne). Resultat war ein schön würzig-aromatisches Gericht, das auf jeden Fall das Zeug zum Festessen für Weihnachten hat.

Gruß aus Vietnam: Hühnchen mit Ananas und Cashewkernen

Hühnchen mit Ananas und Cashewkernen

In der Rangliste der asiatischen Lieblingsgerichte liegt dieses vietnamesische Hühnchengericht bei uns ganz klar auf Platz 2, gleich hinter Nasi Goreng. Es sieht nicht nur klasse aus, sondern besticht auch mit der Einfachheit seiner Zubereitung und dem geschmacklichen Zusammenspiel seiner Zutaten. Die Kombination aus Cashewnüssen und Kokos-Chips, jeweils geröstet, mit frischer Ananas und Frühlingszwiebeln sorgt für ein einzigartiges Geschmackserlebnis. Durch die Abrundung mit reichlich Austern- und Fischsauce verdient es sich bei uns das Prädikat "Schaufelessen" - so nennt meine Liebste Speisen, bei denen man sich die Schale vor den Bauch hält und das Essen ohne abzusetzen in sich hineinschaufelt. Durch seine Fruchtigkeit sind für dieses Gericht fünf rote Chilli-Schoten auch für sensible Naturen nicht zu viel Schärfe.

Bodenständig und gut: Gebratener Kabeljau auf Sahne-Wirsing

Gebratener Kabeljau auf Sahne-Wirsing

Endlich ist Wirsingzeit! Und Weinnase hat die Saison auf mankannsessen.de ja auch schon eingeläutet.

Leider ist dieser klassische Winterkohl nicht unumstritten. Das könnte daran liegen, dass Wirsing oft zu lange gekocht wird. Resultat ist im Extremfall eine unappetitliche, grau-grüne Kohlpampe und penetranter Kohlgeruch, der noch stunden- wenn nicht gar tagelang nach dem Kochen im Haus herum wabert.

Aber es geht auch anders. Kurz blanchiert und in Eiswasser abgeschreckt, behält Wirsing seine frische, gelb-grüne Farbe. Dann zusammen mit Zwiebeln und Schinken kurz in etwas Sahne knapp gar geköchelt, hat er noch einen leichten Biss. Und mit etwas Wasabi, Crème fraîche und/oder Zitronensaft erreicht man außerdem einen wunderbar frischen Geschmack, der jeden Gedanken an die oben erwähnte müffelige Kohlpampe vertreibt. Dazu kann man nach Lust und Laune Fisch oder Fleisch kombinieren. In diesem Fall gebratener Kabeljau. Wer mag, kann noch gekochte Salzkartoffel dazu servieren. Sie sind aber nicht unbedingt notwendig.

Ente gut, alles gut: Entenkeulen mit Balsamico, Paprikagemüse und Thymianpolenta

Entenkeulen mit Balsamico, Paprikagemüse und Thymianpolenta

Ein Rezept von Wolfram Siebeck, aus seinem zur Zeit leider vergriffenen Buch Alle meine Rezepte. Die Keulen werden in einer intensiven Sauce aus Aceto Balsamico, Portwein und Szechuanpfeffer geschmort.

Siebeck empfiehlt dazu gebutterte Bandnudeln mit Walnusskernen bestreut und einen edelsüßen Wein. Wir sind vom Rat des Meisters abgewichen und hatten dazu stattdessen Paprikagemüse, Thymianpolenta und einen kräftigen Rotwein.

Ein Gericht mit schön intensiven, mediterranen Aromen, das dennoch gut in die Winterzeit passt. Wer noch ein Weihnachtsessen sucht, sollte sich diese Siebeck'sche Schöpfung näher ansehen.

Nachgekocht: Lapin aux pruneaux et vin rouge - Kaninchen mit Pflaumen und Rotwein

Kaninchen mit Pflaumen und Rotwein

Winterzeit ist Schmorgerichtzeit. Und irgendwie hat es immer etwas Magisches, wenn sich die verschiedenen Zutaten in einer oft mehrstündigen Kochzeit zu einem köstlichen, harmonischen Ganzen verbinden. Robert könnte uns vermutlich die Chemie dahinter erklären ;-)

Lapin aux pruneaux et vin rouge von Aurélie ist solch ein winterliches Schmorgericht. Es steht schon länger auf meiner Nachkochliste, und als ich beim Metzger vor kurzem Kaninchenkeulen ergattern konnte, habe ich es endlich realisiert.

Wie durch Zauberhand haben sich auch hier die Zutaten zu einer aromatischen Mélange verbunden. Die Trockenpflaumen geben dem Gericht eine tolle Süße, und die Nelken und Lorbeerblätter eine schöne Würze. Beilagentipp sind in Butter geschwenkte Pappardelle.

Mit solchen Gerichten kommt man gut durch die dunkle Jahreszeit.

Ein Kohlgericht für Gourmets: Hoki-Filet mit Korianderwirsing

Hoki-Filet mit Korianderwirsing

Kohl gilt ja als das Wintergemüse. Bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts muss es wohl der Deutschen liebstes Gemüse gewesen sein, woher sonst stammt der Spitzname "Krauts", den uns die Angelsachsen verpasst haben. In meiner niedersächsischen Heimat ist Kohl sogar ein klassisches Regionalgericht. Für Braunkohl mit Brägenwurst lasse ich schon mal das eine oder andere Gourmetgericht stehen, vor allem, wenn er von meiner Schwiegermutter gekocht wurde. Die Braunkohl-Leidenschaft geht bei uns mittlerweile in die dritte Generation, obwohl wir seit 25 Jahren im süddeutschen Exil leben.

Im Zeitalter der Kochshows und Hobbyköche hat der Kohl dagegen ein eher profanes Image. Kohlgerichte sind fast immer deftig und nichts für schwache Mägen. Die Neuzeit und die Globalisierung haben uns glücklicherweise Edel-Kohlsorten wie Broccoli und Romanesco beschert. Aber auch der gute alte Wirsingkohl ist zu erstaunlichen kulinarischen Taten fähig, wenn man ihn artgerecht behandelt.

Wolfram Siebeck, der unbestrittene Experte in dieser Disziplin, liefert dafür ein schönes Beispiel in Form eines puristischen Rezepts in Verbindung mit Fischfilets und Koriander. Dieses Rezept gelingt sehr leicht und benötigt nur eine Viertelstunde Zubereitungszeit. Im Original wird als Fisch Rotbarsch verwendet, ich habe Hoki genommen, eigentlich nur weil ich den Namen so klangvoll fand. Diese Entscheidung fiel, bevor ich wusste, dass Hoki ein Seehecht ist, der vor Neuseeland im Pazifik gefangen wird. Das muss ja wirklich nicht sein, also sorry dafür, für dieses Rezept passt mehr oder weniger jedes Fischfilet.