Kebaab Keres - Kebab mit Lamm und Kirschsauce

ebaab mit Lamm und Kirschsauce

Syrien ist in diesem Monat das Thema des Mittelmeer-Events von Tobias kocht. Und eine gute Quelle für Rezepte aus dem arabischen Raum ist immer wieder Florian Harms' und Lutz Jäkel's Buch Kulinarisches Arabien. Dort lernt man, dass Kebaab Keres ein traditionelles Rezept aus Aleppo ist. Es stammt aus dem Bait Wakil, einem der ältesten und schönsten Häuser in der Altstadt von Aleppos. Früher war dies eine Patriziervilla. Heute ist darin ein Hotel und ein Restaurant untergebracht.

14ter mediterraner Kochevent - Syrien - tobias kocht! - 10.11.2010-10.12.2010

Die Kombination aus Kirschsirup, Lammfleisch und Zimt finde ich absolut ungewöhnlich, schmeckt aber hervorragend. Keineswegs weglassen sollte man die gerösteten Pinienkerne und die Petersilie.

Herbstliche Pasta: Penne con funghi e salsicce - Penne mit Champignons und Fenchelsalsiccia

Penne con funghi e salsicce

Manchmal dauert es etwas länger, bis sich ein Rezept soweit entwickelt hat, dass es veröffentlicht werden kann. Bei diesem Gericht waren das einige Jahre.

Es ist ein rustikales, aromatisches Pastagericht, bei dem ich immer das Gefühl hatte, dass etwas fehlt bzw. nicht richtig ist. In Selbstversuchen habe ich herausgefunden, dass es an der Verwendung von Putenfleisch lag, welches einfach zu fad für dieses Gericht ist. Letztlich hat sich stattdessen Fenchelsalsiccia als perfekt für diese Pastasauce erwiesen. Somit traue ich mich damit jetzt endlich an die Öffentlichkeit.

Entspannungstherapie: Coq au vin nach Anthony Bourdain

Coq au vin nach Anthony Bourdain

"Wir wissen nicht, was Ihnen Ihr Hausarzt zur Entspannung empfiehlt, Anthony Bourdain empfiehlt Coq au vin." - Das könnte durchaus der passende Werbeslogan für das Coq-au-vin-Rezept aus Bourdain's Buch So koche ich sein. Denn er empfiehlt das Gericht zur Entspannung, wenn man "gerne einen geruhsamen Nachmittag verbringen möchte" und verspricht sogar, dass man am Ende "ein Stadium, zengleicher Ruhe" erreicht. Passt man allerdings nicht auf, dann ist am Ende zwar der Gockel gar, aber auch der Koch blau. Denn Bourdain kümmert sich in seinem Rezept sehr fürsorglich darum, den Alkoholpegel des Kochs aufzubauen.

13ter mediterraner Kochevent - Frankreich - tobias kocht! - 10.10.2010-10.11.2010

Ganz so entspannt wie Bourdain suggeriert, ging die Zubereitung bei mir dann doch nicht von statten, denn für Coq au vin ist einiges zu tun. Dafür wird man aber mit einem wunderbar aromatischen Essen belohnt. Und bevor es diejenigen Leser, die in der französischen Küche bewanderter sind als ich, bemerken, oute ich mich lieber selbst: Ich habe den angebratenen Speck weggelassen, da ich seinen Geschmack zu intensiv finde. Auch wird zu Coq au vin klassisch Baguette und nicht, wie bei uns, Kartoffelpüree gereicht. Trotz dieser kleinen Abweichungen von der Tradition ist dieses Rezept mein Beitrag zu dem 13. mediterranen Kochevent zum Thema Frankreich.

Japanisch für Anfänger: Nudeln mit Schweinefilet, Gemüse und Seetang

Nudeln mit Schweinefilet, Gemüse und Seetang

Japanische Küche hat mir schon immer einen Heidenrespekt eingeflößt, wie das Meiste, das aus Japan kommt. Die japanische Kultur ist irgendwie so - puristisch trifft es wohl am besten. Das ist auch das Merkmal fast aller japanischer Rezepte. Der Charakter eines Gerichts wird mehr als anderswo von der Eigenart seiner Zutaten bestimmt, Gewürze spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Die Liste der Zutaten klingt dabei oft Furcht einflößend: Wer weiß schon auf Anhieb, was Miso, Daikon oder Mirin ist, geschweige denn, wo man es bekommt. Da ist es gut, wenn es in meinem Lieblings-Asienkochbuch, dem Großen Buch der Asiatischen Küche, ein echtes Anfängerrezept gibt, das man nicht nur mit Zutaten aus dem ganz normalen Supermarkt, sondern auch ohne ein Sushi-Zertifikat und bis an die Zähne mit Haiku-Messern bewaffnet hinbekommt. Wobei es in der Küche kaum etwas Besseres gibt als ein Haiku-Messer.

Rückwärts gebratenes Rumpsteak mit Balsamico-Birnen und Rosmarin-Rösti

Rumpsteak mit Balsamico-Birnen und Rosmarin-Rösti

"From Lafer with Love ..." ist das etwas schwülstige Motto, unter dem die Zeitschrift Lust auf Genuss kürzlich einige Rezepte von Johann Lafer zum Thema Apfel & Birnen veröffentlicht hat. Aber trotz des Mottos sind seine 3 Rezepte (Vorspeise, Hauptgang, Dessert) zu dem Thema ganz nett. Und da in diesem Monat Birnen das Thema des Garten-Koch-Events sind, fiel die Wahl zum Nachkochen auf Lafer's Balsamico-Birnen.

Garten-Koch-Event Oktober 2010: Birnen [31. Oktober 2010]

Die Birnen sind mit ihrer Geschmackskombination aus Frucht, Süße, Schärfe und Säure hervorragend als Beilage zu kurz gebratenem Fleisch geeignet. Johann Lafer serviert sie zu Rostbraten (= in Öl mit Rosmarin, Pfeffer und Knoblauch mariniertes Rumpsteak), was wir übernommen haben. An einer Stelle wird hier allerdings vom Rezept des Meisters abgewichen. Und zwar gibt es Rosmarin-Rösti anstatt Pellkartoffeln als Beilage. Der Rosmaringeschmack passt vorzüglich zu den Birnen. Alles in allem ein durchweg empfehlenswertes Herbstgericht

Nussig hoch drei: Spaghetti mit marinierter Putenbrust, Walnüssen, Walnuss-Pesto und Rucola

Spagetti mit Walnüssen, Walnuss-Pesto und Rucola

Die Walnuss-Saison ist zwar schon fast wieder vorbei, aber so richtig schmecken Walnüsse ja ohnehin erst, wenn man sie ein paar Wochen liegen lässt. Walnussbäume sind in Süddeutschland auch auf öffentlichen Straßenflächen weit verbreitet. Es ist also ein Leichtes, im Frühherbst ganze Beutel voll Walnüsse zu sammeln. Da man allerdings leckere kalifornische Walnüsse heutzutage zum günstigen Preis sogar bei Aldi-Süd bekommt, kann man sich die Mühe auch sparen.

Nussige Pasta-Gerichte sind etwas Feines, wenn auch nichts Neues. Dieses Gericht wurde inspiriert von Lamiacucinas Spaghetti con salsa di noci (Spaghetti mit Baumnuss-Pesto), eins meiner Lieblings-Pastagerichte. Um das Nussige ins Höchstmögliche zu steigern, wurden neben dem etwas vereinfachten Walnuss-Pesto noch gehackte Walnüsse und die nussig schmeckende Rucola hinzugefügt. Und selbstverständlich wurde durchgängig Walnussöl verwendet.

Nachgekocht: Filets de Saint-Pierre aux deux sauces

Filets de Saint-Pierre aux deux sauces

Schon lange liebäugle ich mit Robert's Filets de Saint-Pierre aux deux sauces. Der erste Nachkochversuch endete in einem Desaster. Beide Saucen waren viel zu dünnflüssig geblieben und beim Anrichten sehr unästhetisch ineinander geflossen - zum Verbloggen nicht geeignet. Immerhin ließ sich auch schon bei diesem stümperhaften Versuch der wunderbare Geschmack der Saucenkombination erahnen.

Also war ein zweiter Anlauf unumgänglich. Und dieses Mal ist es geglückt. Mit etwas Mehlbutter nachgeholfen wurde die Rotweinsauce schön sämig. Und die weiße Mousseline war wunderbar schlotzig, wie man hier in meiner badischen bzw. kurpfälzischen Wahlheimat sagt. Eine klasse Kombination. Leider hatte ich keinen frischen Estragon zur Hand, so dass schnöde Petersilie genügen musste.

In Memoriam DDR: Harry's Special

Harry's Special

Gehobene Feinschmeckerei war in der DDR in erster Linie der Führungselite der SED und Westgeld-Besitzern vorbehalten. Nur die konnten sich in den Intershops mit den erforderlichen hochwertigen Lebensmitteln und Gewürzen überwiegend westlicher Herkunft eindecken. Höchstens wer viel Geld, gute Beziehungen und das nötige Quäntchen Glück hatte, bekam in den so genannten "Delikat"-Läden hochpreisige Waren, die in der DDR eigentlich für das westliche Ausland produziert wurden.

Für das normale werktätige Volk blieb das, was die heimische Erde sonst hergab und nicht gegen Devisen vermarktet werden konnte. Das war bei dem chronischen Devisenhunger des DDR-Regimes nicht allzuviel. Da war Fantasie und Kreativität gefragt, wenn es mal besonders gut schmecken sollte. Oft verlangt ja gerade der Umgang mit einfachen Zutaten vom Koch besonderes Geschick.

In Kochblogs findet man nur sehr selten Rezepte aus der ehemaligen DDR, außer vielleicht für Soljanka. Das Portal chefkoch.de kennt gerade mal 91 (von über 170.000). Das heißt natürlich nicht, dass die Freude am guten Essen dort weniger entwickelt war als im Westen, die DDR hatte sogar einen Fernsehkoch: Kurt Drummer, sozusagen der ostdeutsche Clemens Wilmenrod. Es war nur ungleich schwieriger, seine Genussfreude auch auszuleben. Ich weiß noch sehr gut, wie ich 1989 der endlich frei reisen könnenden Ost-Verwandtschaft zu erklären versuchte, wie man mit Bordmitteln Lasagne macht (Ergebnis: Es ging nicht).

Aber es gab auch Highlights. Anlässlich des 20. Jahrestages der deutschen Einheit möchte ich hier ein Rezept vorstellen, das fast genau so in der gehobenen DDR-Gastronomie serviert wurde. Das Original ist leider verschollen, dennoch kann ich bezeugen, dass es von einem Koch eines renommierten DDR-Hotels (im Westen wäre dies wohl ein Sternekoch gewesen) dokumentiert und vorgestellt wurde.

Der Name "Harry's Special" geht auf die Legende zurück, dass US-Präsident Harry S. Truman, der im Juli 1945 als erster US-Präsident nach dem 2. Weltkrieg nach Deutschland kam, um an der Potsdamer Konferenz teilzunehmen, in seinem Hotel dieses Gericht serviert wurde. Es soll ihm so gut geschmeckt haben, dass er es während seines Aufenthaltes immer wieder bestellte.

Risotto al Maurizio - Risotto mit Hackfleisch und Safran

Risotto mit Hackfleisch und Safran

Fast ein bisschen wie Risotto alla milanese kommt das vorliegende Gericht daher. Und das ist kein Zufall, ist Maurizio, der Erfinder dieser Gaumenfreude, doch gebürtiger Mailänder. In seiner Variante wird das Rinderknochenmark durch Rinderhackfleisch ersetzt. Selbiges wird im Topf, in dem das Risotto zubereitet werden soll, zunächst scharf angebraten. Später wird es dann unter das fast fertige Risotto gerührt. Die Röstaromen des Hackfleisches passen dabei vorzüglich zu dem runden Safrangeschmack des Risottos. Wir finden Maurizios Kreation so gut, dass sie bei uns mittlerweile Klassikerstatus erlangt hat.

Asiatischer Klassiker: Nasi Goreng

Nasi Goreng

Nasi Goreng ist so etwas wie die asiatische Currywurst-Pommes - ein Klassiker, für den fast jede Küche Asiens ihr eigenes Rezept hat. Die wohl bekannteste Variante, die heute hier vorgestellt wird, ist die aus Indonesien - "Nasi Goreng" heißt im Indonesischen schlicht "gebratener Reis". Eine Interpretation der chinesischen Version wurde hier vor Kurzem als Fusion-Gericht mit bayrischem Einfluss präsentiert.

Nasi Goreng ist eins der Gerichte, die es bei uns regelmäßig gibt, wenn wir zwar Lust auf Asiatisches, aber keine Lust auf das Ausprobieren neuer Rezepte haben. Dieses Rezept stammt wie auch schon die Vorlage für die chinesisch-bayrische Fusion aus meinem asiatischen Lieblings-Kochbuch, dem Großen Buch der Asiatischen Küche.