Vom Eise befreit: Das mankannsessen-Frühlingsmenü 2015

Das mankannsessen-Frühlingsmenü 2015

Dieser Beitrag ist all unseren Fans gewidmet, die in der Adventszeit vergangenen Jahres vergeblich auf ein Weihnachtsmenü gewartet haben: Sorry! Wir machen's wieder gut und präsentieren heute ein Frühlingsmenü, mit leichten, bekömmlichen Gerichten und dazu passenden frischen Weinen. Da es im Frühling gern farbenfroh zugeht, gibt es diesmal ein buntes Potpourri von Rezepten und Weinen aus vier europäischen Regionen, aus Deutschland, Italien, Frankreich und Portugal.

Skrei Baby Skrei: Skrei mit Blumenkohl-Kokosnuss-Püree und Kapern-Vinaigrette

Skrei mit Blumenkohl-Kokosnuss-Püree und Kapern-Vinaigrette

Es ist Skrei-Zeit. Schon die Beatles haben diesen Winterkabeljau auf ihrem Weißen Album besungen. Wir servieren ihn nach einem Rezept, das Mario Kotaska einst bei Kerner kocht gezaubert hat. Dort allerdings nicht mit Skrei sondern mit Jakobsmuscheln. Der milde Geschmack des Pürees, die würzige Vinaigrette und der Fisch harmonieren wunderbar. Mithin der perfekte erste Gang zu unserem Frühlingsmenü. Dazu passt ein etwas kräftigerer Weißwein.

Kalbs-Involtini gefüllt mit Bärlauch-Pesto, Serrano und Mozzarella an Salbei-Trüffel-Tagliatelle

Kalbs-Involtini gefüllt mit Bärlauch-Pesto, Serrano und Mozzarella an Salbei-Trüffel-Tagliatelle

Mediterrane Küche ist ja die Frühlings- und Sommerküche schlechthin, und Kalbfleisch ist ein Synonym für feine Kost. Deshalb waren die Kalbs-Involtini gefüllt mit Bärlauch-Pesto, Serrano und Mozzarella, veröffentlicht von den Küchengöttern, dem Kochportal der Herausgeber der G|U-Kochbücher, unsere erste Wahl für den Hauptgang unseres Frühlingsmenüs.

Multikulti im Winter: Pasta mit asiatischer Wirsing-Lachs-Sauce

Pasta mit asiatischer Wirsing-Lachs-Sauce

Wirsing und Pasta? Das klingt zugegebenermaßen erst einmal merkwürdig. Es passt aber hervorragend zusammen, und zwar in einer durch Kokosmilch, Ingwer und Fischsauce thailändisch angehauchten Sauce in Kombination mit Lachs. So richtig multikulti eben. Und wer es vegetarisch möchte, lässt den Lachs einfach weg.

Kaninchenkeulen in Rotwein geschmort mit Kürbis-Chutney und Polenta

Kaninchenkeulen in Rotwein geschmort mit Kürbis-Chutney und Polenta

Die globale Erwärmung schreitet voran, und die Winter werden bei uns immer milder. Aber muss man deswegen gleich ein Gericht aus einem Sommerseminar im Winter kredenzen? Keine Sorge, diese Kreation stammt zwar aus dem Siebeckschen Sommerseminar 2004, die darin enthaltenen Aromen und die verwendeten Gewürze qualifizieren es aber durchaus für den gerade begonnenen Winter. Wolfram Siebeck hat das Gericht nur nachgekocht, im Ursprung stammt es von einer gewissen Gwendolyn Freifrau von Beck-Peccoz.

Das Fleisch wird dabei 24 Stunden in Rotwein mit Gewürzen mariniert und dann in der Marinade geschmort. Der Clou ist jedoch das Chutney. Das Originalrezept der Freifrau sieht eines mit Sauerkirschen vor. Laut Siebeck ist es jedoch egal, welche Früchte bzw. Gemüse man wählt. Er verwendet Rhabarber, wir nehmen Kürbis. Siebeck verzichtet in seinem Rezept weitestgehend auf Mengenangaben, schließlich habe man ja eine Zunge zum Abschmecken. Da hat er zwar nicht ganz Unrecht, wir haben uns aber dennoch weiter aus dem Fenster gelehnt und liefern Angaben mit. Ob sie passen, kann man nur durch Nachkochen herausfinden ;-)

Die reine Freude: Pochierter Kabeljau mit Zitronen-Minz-Risotto und geschmortem Zucchinigemüse

Pochierter Kabeljau mit Zitronen-Minz-Risotto und geschmortem Zucchinigemüse

Unser Nachbar hat auch Zucchini. Deren Verwertung ist mit diesem Gericht die reinste Freude. Das Risotto dürfte dem regelmäßigen Leser bereits geläufig sein. Der pochierte Kabeljau stammt aus dem Buch Mein Italien - Meine Küche von Antonino Esposito (dem Inhabers des Restaurants La Vigna in Sulzburg-Laufen, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen "Executive Pizza Chef" oder dem ähnlichnamigen ehemaligen schweizerisch-italienischem Fußballspieler). Das Buch gefällt mir sehr, weil es das rüber bringt, was meiner Meinung nach die italienische Küche ausmacht: Relativ einfache Gerichte mit wenigen Zutaten (manche nennen dies "pure Küche"), die dafür qualitativ umso hochwertiger sein müssen und deren Zubereitung umso mehr Sorgfalt erfordert. Da kamen die Zucchini des Nachbarn also gerade recht.

Gegrillter Lachs auf Blumenkohl-Kokos-Püree mit Fenchel-Curry-Vinaigrette

Gegrillter Lachs auf Blumenkohl-Kokos-Püree mit Fenchel-Curry-Vinaigrette

Asiatisch-mediterrane Fusion-Küche at its best: Die wunderbar knusprige Kruste des Lachs, der milde Geschmack des Pürees und die pikant-asiatische Würze der Vinaigrette passen hervorragend zueinander. Einer unserer Sommerhits!

Kalbssteaks vom Grill mit Tomaten-Aprikosen-Chutney

Kalbssteaks vom Grill mit Tomaten-Aprikosen-Chutney

In Nachbars Garten biegen sich die Stängel unter dem Gewicht der reifen Tomaten. Letztes Jahr hat er über 200 kg (!) geerntet, und dieses Jahr verspricht ein neues Rekordjahr zu werden. Das gute daran ist, dass ich hin und wieder über den Gartenzaun ein Kilo lecker aromatischer Tomaten geschenkt bekomme. Nachdem schon die ein oder andere Pastasauce daraus entstanden ist, wanderte die letzte Ernte in ein Chutney. Mit seinem intensiven süßlich-sauren Aroma ist es geradezu als Beilage zu Grillgerichten prädestiniert. Wir haben es zu gegrilltem Kalb genossen, aber es dürfte genauso gut zu gegrilltem Lamm oder Würsten (z.B. Merguez) passen. Wer also auch nach neuen Verwendungsmöglichkeiten für die Tomatenflut oder einfach nur ein leckeres Chutney sucht, dem sei diese Kreation wärmstens ans Herz gelegt.

Die Grillsaison ist eröffnet: Lachs auf Zedernholz mit Rhabarber-Chutney

Lachs auf Zedernholz mit Rhabarber-Chutney

Beim Grillen schonmal die Räuchervariante versucht? Wenn nicht, unbedingt nachholen.

Bei diesem Rezept aus der letztjährigen Juniausgabe der Zeitschrift Lust auf Genuss wird Lachs zunächst in Sojasauce, Olivenöl, Knoblauch und Ingwer mariniert, bevor er auf einem Zedernholzbrett im geschlossenen Grill gegart wird.

Das Zedernholz schützt den Fisch einerseits vor der direkten Glut und verleiht ihm anderseits einen süßlich-rauchigen Geschmack, welcher geradezu nach fruchtigen Aromen schreit. Und da wir aktuell Rhabarbersaison haben, zaubern wir nach einem Rezept aus dem Zeitmagazin ein fruchtig-pikantes Chutney aus diesem Knöterichgewächs - außerhalb der Rhabarbersaison wäre Mango-Chutney eine schöne Alternative.

Für welches Chutney auch immer man sich entscheidet, die Kombination aus den Raucharomen des Lachs, der würzigen Frucht des Chutneys und dem Anisgeschmack des Thaibasilikums ist einfach der Hit.

Perfekt zu Ostern: Lammcarrée mariniert in Kaffee und Kardamom mit Aprikosenrisotto und Portwein-Balsamico-Reduktion

Lammcarrée mariniert in Kaffee und Kardamom mit Aprikosenrisotto und Portwein-Balsamico-Reduktion

Na, steht das Ostermenü schon? Falls nicht, möchte ich dem noch suchenden Leser dieses Lammcarrée ans Herz legen. Ungewöhnliche Aromen, die jedoch perfekt miteinander harmonieren. - Und allzu aufwändig ist es auch nicht. Da bleibt also noch genug Zeit zum Ostereier-Suchen ;-)

Nach dem Essen: Prickelnder Lesegenuss mit dem neuen Buch von Ann Westphal