Gehoben, aber nicht abgehoben
Das Gericht lässt sich nicht einer bestimmten Region zuordnen, sondern ist eine Mischung verschiedener Stile.

Verrückt, aber gut: Zucchinicremesuppe mit Birne und Gorgonzola nach Tim Mälzer

Zucchinicremesuppe mit Birne und Gorgonzola

In diesem Blog werden vergleichsweise selten Rezepte von Tim Mälzer nachgekocht. Obwohl ich sowohl Born to Cook I und II als auch Mälzer & Witzigmann besitze, koche ich fast nie etwas daraus. Woran das liegt, ist schwer zu sagen. Die lieben Menschen, die mir die Bücher geschenkt haben, mögen es mir nachsehen, Mälzer zählt einfach nicht zu meinen Koch-Musen. Ich finde seine Rezepte wie bei vielen Fernsehköchen teilweise etwas willkürlich und effektheischend.

Aber wie so oft, keine Regel ohne Ausnahme. Das heutige Rezept habe ich im Artikel über die gefüllten Paprikaschoten mit Couscous und Rosinen, die allerdings von Witzigmann waren, bereits angekündigt. Es ist ebenfalls aus Mälzer & Witzigmann, zwar auch ziemlich schräg und damit ein typisches Mälzer-Gericht, aber ich fand es irgendwie cool. Bei Suppen traue ich mich noch am ehesten an was Verrücktes.

Attraktiv und raffiniert: Filetsteak "Lady Gaga"

Filetsteak

Mit Filetsteaks kann man eigentlich nicht viel falsch machen, außer sie zu lange zu braten. Allerdings gibt es schon gewisse Raffinessen, die ein solches Gericht erst zur kulinarischen Großtat werden lassen. Diese Variante kommt eher klassisch-deftig daher, mit einem leicht mediterranen Touch. Sie ist eine Reminiszenz an mein früheres Lieblingsrestaurant "Da Roberto", wo diese Spezialität direkt am Tisch zubereitet wurde. Leider wurde das Restaurant vor etwa 10 Jahren wegen einer Familienstreitigkeit geschlossen, was mich noch heute schmerzt. Aber die Besitzer waren Sizilianer, und wenn man sich da richtig weg hat...

Warum das Rezept Filetsteak "Lady Gaga" heißt, dazu mehr im Artikel.

Wirsing mal anders: Wirsingcurry mit Chili und Kokosmilch

Wirsingcurry mit Chili und Kokosmilch

Wirsing ein müffeliges Wintergemüse, nach dem die Wohnung noch tagelang nach Kohl riecht? Das muss nicht sein. Wir haben auf mankannsessen.de schon der öfteren gezeigt, dass es auch anders geht (z.B. hier, hier oder hier). Dieses Gericht aus dem Buch Currys ist ein weiteres Beispiel. Hier heißt es "Wirsing goes Thailand". Das Curry ist nicht nur sehr köstlich, sondern auch noch eine willkommene Abwechslung nach den fetten Feiertagen.

Surf 'n' Turf aus der Resteküche: Hackfleisch-Spinat-Risotto mit Miesmuscheln

Hackfleisch-Spinat-Risotto mit Miesmuscheln

Ein gut sortierter Gourmet-Haushalt sollte auch immer über eine Grundausstattung für Alltagsgerichte verfügen für den Fall, dass man mal das Einkaufen vergessen hat. Vor allem dann, wenn man wie ich zu Fertiggerichten in etwa die gleiche Einstellung hat wie zu Atommüll - am besten möglichst weit weg davon.

Was immer geht, sind natürlich Pastagerichte und, wenn wie in meinem Fall mal weder eine Dose Tomaten noch eine Tube Tomatenmark im Haus ist, Risotto. Da kann man so ziemlich alles reintun, was man in der Küche so zu essen findet. Wenn man sich ein bisschen geschickt anstellt, kommt sogar so etwas wie Surf 'n' Turf dabei raus.

Kulinarische und stressfreie Festtage: Das mankannsessen.de Weihnachtsmenü 2011

Das mankannsessen.de Weihnachtsmenü 2011

Alle Jahre wieder, die Vorweihnachtszeit verlangt uns alles ab: Neben dem beruflichen Stress, der zum Jahresende meistens zunimmt, häufen sich Weihnachtsfeiern, Geschenke müssen beschafft werden und um das Weihnachtsmenü muss man sich auch noch Gedanken machen.

Bei Letzterem möchte das mankannsessen.de-Team seinen gestressten Lesern gerne etwas Hilfestellung geben. Dazu haben wir ein 4-gängiges Weihnachtsmenü kreiert, das wir in diesem Beitrag vorstellen. Besonderes Augenmerk haben wir darauf gelegt, dass sich alle Gänge entweder gut vorbereiten oder besonders schnell und einfach zubereiten lassen. In einem Selbstversuch hat das Team das Menü ausprobiert und für gut befunden. Somit hoffen wir, unseren Lesern Anregung und Inspiration für ein kulinarisches und dennoch (kochmäßig) stressfreies Weihnachten zu geben. Wir wünschen viel Vergnügen beim Nachkochen.

Soja-Zimt-glasiertes Hirschfilet mit geröstetem Kürbissalat und Schalotten-Ingwer-Vinaigrette

Soja-Zimt-glasiertes Hirschfilet mit geröstetem Kürbissalat und Schalotten-Ingwer-Vinaigrette

Keine Sorge, dieses Gericht lässt sich viel einfacher zubereiten, als der Titel suggeriert. Es stammt aus dem Buch Aroma pur. Meine fröhliche Weltküche von Tanja Grandits. Und wie alle Rezepte, die ich bisher daraus nachgekocht habe, ist auch dieses sehr geschmacksexplosiv. Es kombiniert dabei asiatische Aromen (Ingwer, Sojasauce und süße Chilisauce) mit herbstlich-weihnachtlichen Aromen aus unserem Kulturkreis (Zimt, Rosmarin, Aceto Balsamico, Kürbis).

Der Hit ist der Kürbissalat, der durch die Vinaigrette aus goldbraun angerösteten Schalotten, Knoblauch, Ingwer und Chili alles andere als langweilig schmeckt. Das Hirschfilet, das ich - anders als Frau Grandits - rückwärts gebraten, hat einen ganz leichten Zimtgeschmack. Alles in allem verdient auch die herbstliche Schöpfung von Frau Grandits eine dicke Empfehlung.

Zu Neuem und altem Wein: Lauch-Champignon-Quiche

Lauch-Champignon-Quiche

Es hilft nichts, man muss den Realitäten ins Auge sehen: Es wird langsam Frühherbst. Da dürfen deftige Gerichte nicht fehlen, die speziell im Südwesten traditionell zu Neuem Wein (vulgo "Federweißer") genossen werden. Dabei ist typischerweise Zwiebelkuchen der Klassiker.

Hier gibt es heute eine etwas verdauungsfreundlichere Alternative. Das Rezept stammt aus dem genialen Backbuch Backvergnügen wie noch nie von Christian Teubner und Annette Wolter. Es ist das Fundamentalwerk fürs Backen überhaupt, und seit 1984 nahezu unverändert auf dem Markt. Dort wird liebevoll erklärt, wie man einen Hefe- oder einen Mürbteig macht, aber genauso in die gehobene Backkunst mit Sachertorte & Co. eingeführt. Von den klassischen Rezepten ist von Apfel- bis Zwiebelkuchen alles vertreten.

Ein Hauch Italien: Schweinefilet alla Saltimbocca mit Pfifferling-Risotto

Schweinefilet-Saltimbocca mit Pfifferling-Risotto

Der Sommer verlangt nach italienischer Küche, gerade wenn er eher zurückhaltend ausfällt. Dann kann man sich wenigstens am Esstisch sommerlich fühlen. Die heute vorgestellte Eigenkreation versucht, zwei italienische Klassiker zusammenzuführen, nämlich das Saltimbocca und den Risotto. Die regionale Note erhält das Gericht durch Schweinefilet (wer es ganz edel mag, kann auch Kalbsfilet nehmen) und die saisonal angesagten Pfifferlinge (österr. Eierschwammerl).

Mal etwas anderes: Gegrilltes Rumpsteak mit Pfirsich-Zwiebel-Ragout

Gegrilltes Rumpsteak mit Pfirsich-Zwiebel-Ragout

Sicher, man kann mit Pfirsichen auch schöne Desserts machen. Sie eignen sich aber mindestens ebenso gut für Hauptgerichte.

Dieses Zwiebel-Pfirsich-Ragout habe ich letztes Jahr im Kochbuch der Mannheimer Kochschule entdeckt. Mit seiner süßlichen Schärfe passt es vorzüglich zu kurz gebratenem Fleisch.

Wer dazu einen Saucenträger braucht, dem seien Rosmarinpellkartoffeln an Herz gelegt. Verdammt gut dazu (und zudem kinderleicht herzustellen) ist eine Balsamico-Portwein-Reduktion. Selbst gemacht ist sie allemal besser als das gekaufte Créma-di-Balsamico-Zeug.

Alles in allem ein schönes, sommerliches Gericht, mit dem ich gerade noch die Kurve für die Teilnahme am diesmonatigen Garten-Koch-Event kriege.

Garten-Koch-Event Juli 2011: Pfirsich [31.07.2011]

Der 2009er Chardonnay (ausgebaut im Barrique-Fass) des Selfmade-Winzers Frank Schiele ist ein hervorragender Begleiter zu diesem Gericht.

Schwein gehabt: Gegrilltes Ibérico-Schwein mit Lakritzsauce

Gegrilltes Ibérico-Schwein mit Lakritzsauce

Bisher habe ich Ibérico-Schwein stets als Zutat wahrgenommen, die ausschließlich der Spitzengastronomie vorbehalten ist. Dann fragte allerdings der Online-Fleischversand gourmetfleisch.de an, ob ich Interesse an einem Testpaket hätte - ich hatte. Und siehe da, es enthielt - sauber vakuumiert - 2 Filets vom Ibérico-Schwein.

Ibérico-Schwein ist - wie Wikipedia weiß - eine alte, halb wilde Schweinerasse, die im Südwesten Spaniens und in Portugal beheimatet ist. Die Tiere werden meistens frei laufend in Korkeichen- und Steineichenhainen gehalten und mit Eicheln gemästet. Und damit das auch wirklich so ist, unterliegt die Haltung der Tiere behördlichen Kontrollen.

Das Fleisch hat eine feste Konsistenz, ist aber - rückwärts gebraten (zunächst eine Stunde bei 80 °C im Backofen, dann kurz bei hoher Hitze in eine Grillpfanne gegeben) - dennoch sehr zart und saftig. Sein Geschmack ist intensiver als Fleisch von normalen Hausschweinen, und daher kann es auch gut mit kräftigen Aromen kombiniert werden. Lakritzsauce passt hervorragend. Ihr runder, leicht süßlicher Geschmack lässt sich sehr gut durch Röstaromen (z.B. Kartoffelpüree mit gerösteten Zwiebeln) kontrastieren. Dazu gab es bei uns einen kräftigen Carménère aus Chile. Wir waren begeistert.

Noch ein paar Sätze zu gourmetfleisch.de: Die gelieferte Fleischqualität war tadellos. Das Fleisch hat beim Braten so gut wie kein Volumen verloren und war geschmacklich sehr gut. Auch die Lieferung klappte einwandfrei. Die Ware wurde in Plastikfolie vakuumiert in einem Styropor-Behälter, mit Kühlakkus geliefert. Die Lieferung erfolgte - wie mit gourmetfleisch.de abgesprochen - innerhalb eines Tages durch UPS. Wer berufstätig ist und somit die Ware tagsüber nicht selber annehmen kann, hat die Möglichkeit, dem UPS-Fahrer über einen Zettel an der Haustür mitzuteilen, dass die Ware bei Nachbarn abgegeben werden soll. Einen entsprechenden Vordruck hat mir gourmetfleisch.de mit der Bestellbestätigung zugeschickt.