Gehoben, aber nicht abgehoben
Das Gericht lässt sich nicht einer bestimmten Region zuordnen, sondern ist eine Mischung verschiedener Stile.

Chinesisch-bayrische Fusion-Küche: Gebratene Nudeln mit marinierter gegrillter Schweinshaxe

Gebratene Nudeln mit marinierter gegrillter Schweinshaxe

An echte chinesische gebratene Nudeln gehört chinesisches Grillfleisch, das ist fettes, süß und würzig mariniertes gegrilltes Schweinefleisch. Der Haken dabei ist: Man muss es einen Tag vorher zubereiten, da das Marinieren etwas Zeit in Anspruch nimmt und das Fleisch kalt verarbeitet wird. Damit war dieses Rezept für mich immer ein No Go, da ich mich zu den nötigen Vorbereitungen einen Tag vorher nie aufraffen konnte.

Neulich aber war ich auf einem bayrischen Abend eingeladen, wo es leckere gegrillte Schweinshaxe gab. Die Menge war reichlich bemessen, so dass ich ein paar Stück nach Hause mitnehmen durfte. Das war die Gelegenheit - auch wenn man das Fleisch ja streng genommen vor dem Grillen mariniert. Aber in der Küche ist ja fast alles erlaubt, und oft funktioniert es sogar. So entstand dieses chinesisch-bayrische Fusion-Gericht.

Lammcarrée mit Pfirsich-Zwiebel-Ragout und Rosmarinpolenta

Lammcarrée mit Pfirsichzwiebeln und Rosmarinpolenta

Hauptgerichte mit frischem Pfirsich sind ziemlich selten. In dem kürzlich erworbenen Kochbuch der Mannheimer Kochschule habe ich aber tatsächlich einen Vertreter dieser seltenen Gattung gefunden: Lammcarrée mit Pfirsich-Zwiebel-Ragout.

Das fruchtig-würzige Ragout passt nicht nur sehr gut in die Jahreszeit, sondern harmoniert auch perfekt zu dem aromatischen Lammcarrée. Die Rosmarinpolenta von hier war auch bei diesem Gericht eine klasse Beilage.

Bekanntlich ist ein Tor, wer die Abschnitte des Carrées wegwirft. Daraus lässt sich nämlich eine wunderbar intensive Sauce zaubern. Geschmackliche Unterstützung habe ich durch die Demi Glace vom HK Gourmetwerk gegeben. Die Köche aus Buxtehude produzieren sie auf klassische Art, und sie bietet sich für diejenigen an, die wie ich ihre Demi Glace wegen des Arbeitsaufwandes nicht selbst herstellen. Bezugsquelle ist u.a. der Onlineshop unseres Sponsors Solvino.

Rückwärts gebratenes Lammcarrée mit Couscous und Rhabarber-Ingwer-Kompott

Lammcarrée mit Couscous und Rhabarber-Ingwer-Kompott

Rhabarber ausschließlich in Desserts zu verwenden ist viel zu schade. Auch in Fleischgerichten macht er eine gute Figur. Hier wird er zusammen mit Ingwer und Chili in Form eines Kompotts zu Lammcarrée auf Couscous kombiniert. Die säuerlich-würzige Frucht des Kompotts passt sehr gut zu den Röstaromen (gebratene Zwiebeln und Paprika) und der Minze im Coucous. Das Highlight bei diesem Gericht ist jedoch die intensiv aromatische Sauce, die aus den Abschnitten des Carrées bereitet wird. Das Fleisch wird rückwärts gebraten. Resultat: Butterzartes Lammfleisch und wenig Stress bei der Zubereitung - sowohl für das Fleisch als auch für den Koch ;-)

Rinderfilet "Wellington light" mit Rotweinschalotten

Rinderfilet Wellington

Zu einem großen Essen gehört ein großer Wein - und umgekehrt. Dieses schöne Sprichwort nahm ich mir anlässlich unseres jüngsten Weinvergleichstests zu Herzen, denn gesucht war ein angemessenes Gericht zu einem ausdrucksstarken, komplexen Rotwein. Da ich schon immer mal den Gourmet-Klassiker Rinderfilet Wellington zubereiten wollte, war die Entscheidung nach dem passenden Sparringspartner schnell gefallen.

Rinderfilet Wellington gilt als anspruchsvoll in der Zubereitung. Daher war ich dankbar, dass Wolfram Siebeck in seiner vorzüglichen Sammlung "Alle meine Rezepte" sozusagen eine Light-Version dieses Rezepts veröffentlicht hat: Rinderfilet im Blätterteig mit Rotweinzwiebeln.

Des Guten Feind: Seezunge mit Karottenrisotto, Spinat und Ingwersauce

Seezunge mit Karottenrisotto, Spinat und Ingwersauce

Darf man sich als Foodblogger eigentlich selbst plagiieren? Na klar! Das dient ja alles nur der stetigen Verbesserung bereits vorhandener Rezepte. Schließlich ist das Bessere des Guten Feind.

In diesem Sinne habe ich für dieses Gericht den Tigerwels mit Karottenrisotto und Ingwersauce als Vorlage genommen. Den Tigerwels durch Seezunge ersetzt, gesunden Spinat hinzugefügt sowie die Sauce und das Risotto leicht verbessert. Das ergab ein farbexplosives und sehr empfehlenswertes Fusion-Gericht.

Auch für Traditionalisten: Linguine con asparago e salmone - Linguine mit Spargel und Lachs

Linguine con asparago e salmone

Ich höre ihn schon, den Aufschrei der Spargeltraditionalisten. Aber manchmal muss man Traditionen einfach brechen um Dinge weiterzuentwickeln. So wird Spargel hierzulande traditionell zusammen mit Lachs oder Schinken, Kartoffeln sowie geschmolzener Butter oder Sauce Hollandaise kombiniert.

Hier wird er zusammen mit Lachs zu einer Pastasauce verarbeitet. Die würzige, leicht säuerliche und frisch-zitronige Sauce schmeckt so lecker, dass sie bei uns ins Rezeptrepertoire für die Spargelzeit aufgenommen wird. Eine neue Tradition eben, und damit wiederum etwas für Traditionalisten ;-)

Das 10.000-km-Essen: Saibling mit Wasabi-Risotto und Teriyaki-Schalotten

Saibling mit Wasabi-Risotto und Teriyaki-Schalotten

Auf diesem Teller liegen 10.000 km. Denn so groß ist in etwa die Entfernung zwischen Mailand, der Hauptstadt der Risotto-Gegend Italiens, und Tokyo der Hauptstadt des Landes, das uns Wasabi, Sake und Teriyaki-Sauce bescherte. So fern sich die Zutaten geografisch sind, so gut passen sie kulinarisch zusammen. Es ist allerdings wichtig, dass man nicht zuviel Wasabi in das Risotto gibt, denn sonst wird es gegenüber dem Saibling zu dominant. Die Teriyaki-Schalotten bringen eine rustikale Würze ins Spiel. Uns hat diese italienisch-japanische Koproduktion durchaus gut geschmeckt - aus naheliegenden Gründen ;-)

Polarisierend: Lammcarrée mit Fenchel-Stampfkartoffeln und Lakritzsauce

Lammcarrée mit Fenchel-Stampfkartoffeln und Lakritzsauce

Es gibt tatsächlich Leute, die Lakritz hassen, und zugegebenermaßen könnten böswillige Zeitgenossen die Lakritzsauce, die es in diesem Blog einstmals zu Kalbssteaks gab, hinsichtlich Farbe und Konsistenz mit Altöl assoziieren. Aber andererseits ist diese Sauce so verdammt lecker ... - da ist die Idee durchaus naheliegend, sie zu anderen Fleischsorten zu kombinieren, die gerne auch etwas kräftiger schmecken dürfen als Kalb.

Und so wird sie bei dieser Rezeptkreation zu Lammcarrée gereicht. Mit dem Fenchelaroma der Stampfkartoffeln hat das hervorragend harmoniert. Auch Lammcarrée lässt sich sehr gut rückwärts braten: Zunächst für eine Stunde bei 60 °C im Backofen garen, dann kurz auf hoher Stufe in der Pfanne fertig gebraten. Das Resultat hat, wie das Foto erahnen lässt, voll überzeugt.

Thailandesk: Fenchel-Paprika-Wok mit Flusskrebsen

Fenchel-Paprika-Wok mit Flusskrebsen

Das ist wieder mal ein reines Fantasie-Gericht. Die Kombination Fenchel und Paprika hat zwar rein gar nichts mit Thailand zu tun hat, und erst recht nicht der Ricard. Das Thailandeske bekommt das Gericht vielmehr von der Currypaste, der Kokosmilch, der Fischsauce und dem Koriander. Erlaubt ist, was gefällt (bzw. schmeckt), und insofern bekommt diese Kreation eine dicke Empfehlung.
P.S: Wer es vegetarisch möchte, lässt die Flusskrebse einfach weg.

No risk, no fun: Lachs auf Wasabi-Risotto mit Portwein-Limetten-Schalotten

Lachs auf Wasabi-Risotto mit Portwein-Limetten-Schalotten

Dieses Gericht ist schon eine gewagte Mischung. Aber wie heißt es so schön: No risk, no fun. Und die Risikobereitschaft wird belohnt, denn diese Kombination passt wunderbar. Das durch den Wasabi japanisch angehauchte Risotto bringt eine pikante Schärfe mit, die Schalotten eine fruchtige Süße. Der Queller, den mir der italienische Verkäufer in der Metro samt Empfehlung für die Zubereitung wärmstens ans Herz gelegt hat, bringt den Meeresgeschmack. Der Lachs wird bei niedriger Temperatur im Backofen gegart. Damit er dabei nicht austrocknet, ist er in Klarsichtfolie eingewickelt. Aber keine Sorge, die 60 °C hält die Folie locker aus, und sie hat auf den Geschmack keinerlei negative Einflüsse. Alles in allem ist das eine tolle Kombination. Einfach mal ausprobieren.