Das Gericht lässt sich nicht einer bestimmten Region zuordnen, sondern ist eine Mischung verschiedener Stile.

Auch für Traditionalisten: Linguine con asparago e salmone - Linguine mit Spargel und Lachs

Linguine con asparago e salmone

Ich höre ihn schon, den Aufschrei der Spargeltraditionalisten. Aber manchmal muss man Traditionen einfach brechen um Dinge weiterzuentwickeln. So wird Spargel hierzulande traditionell zusammen mit Lachs oder Schinken, Kartoffeln sowie geschmolzener Butter oder Sauce Hollandaise kombiniert.

Hier wird er zusammen mit Lachs zu einer Pastasauce verarbeitet. Die würzige, leicht säuerliche und frisch-zitronige Sauce schmeckt so lecker, dass sie bei uns ins Rezeptrepertoire für die Spargelzeit aufgenommen wird. Eine neue Tradition eben, und damit wiederum etwas für Traditionalisten ;-)

Das 10.000-km-Essen: Saibling mit Wasabi-Risotto und Teriyaki-Schalotten

Saibling mit Wasabi-Risotto und Teriyaki-Schalotten

Auf diesem Teller liegen 10.000 km. Denn so groß ist in etwa die Entfernung zwischen Mailand, der Hauptstadt der Risotto-Gegend Italiens, und Tokyo der Hauptstadt des Landes, das uns Wasabi, Sake und Teriyaki-Sauce bescherte. So fern sich die Zutaten geografisch sind, so gut passen sie kulinarisch zusammen. Es ist allerdings wichtig, dass man nicht zuviel Wasabi in das Risotto gibt, denn sonst wird es gegenüber dem Saibling zu dominant. Die Teriyaki-Schalotten bringen eine rustikale Würze ins Spiel. Uns hat diese italienisch-japanische Koproduktion durchaus gut geschmeckt - aus naheliegenden Gründen ;-)

Polarisierend: Lammcarrée mit Fenchel-Stampfkartoffeln und Lakritzsauce

Lammcarrée mit Fenchel-Stampfkartoffeln und Lakritzsauce

Es gibt tatsächlich Leute, die Lakritz hassen, und zugegebenermaßen könnten böswillige Zeitgenossen die Lakritzsauce, die es in diesem Blog einstmals zu Kalbssteaks gab, hinsichtlich Farbe und Konsistenz mit Altöl assoziieren. Aber andererseits ist diese Sauce so verdammt lecker ... - da ist die Idee durchaus naheliegend, sie zu anderen Fleischsorten zu kombinieren, die gerne auch etwas kräftiger schmecken dürfen als Kalb.

Und so wird sie bei dieser Rezeptkreation zu Lammcarrée gereicht. Mit dem Fenchelaroma der Stampfkartoffeln hat das hervorragend harmoniert. Auch Lammcarrée lässt sich sehr gut rückwärts braten: Zunächst für eine Stunde bei 60 °C im Backofen garen, dann kurz auf hoher Stufe in der Pfanne fertig gebraten. Das Resultat hat, wie das Foto erahnen lässt, voll überzeugt.

Thailandesk: Fenchel-Paprika-Wok mit Flusskrebsen

Fenchel-Paprika-Wok mit Flusskrebsen

Das ist wieder mal ein reines Fantasie-Gericht. Die Kombination Fenchel und Paprika hat zwar rein gar nichts mit Thailand zu tun hat, und erst recht nicht der Ricard. Das Thailandeske bekommt das Gericht vielmehr von der Currypaste, der Kokosmilch, der Fischsauce und dem Koriander. Erlaubt ist, was gefällt (bzw. schmeckt), und insofern bekommt diese Kreation eine dicke Empfehlung.
P.S: Wer es vegetarisch möchte, lässt die Flusskrebse einfach weg.

No risk, no fun: Lachs auf Wasabi-Risotto mit Portwein-Limetten-Schalotten

Lachs auf Wasabi-Risotto mit Portwein-Limetten-Schalotten

Dieses Gericht ist schon eine gewagte Mischung. Aber wie heißt es so schön: No risk, no fun. Und die Risikobereitschaft wird belohnt, denn diese Kombination passt wunderbar. Das durch den Wasabi japanisch angehauchte Risotto bringt eine pikante Schärfe mit, die Schalotten eine fruchtige Süße. Der Queller, den mir der italienische Verkäufer in der Metro samt Empfehlung für die Zubereitung wärmstens ans Herz gelegt hat, bringt den Meeresgeschmack. Der Lachs wird bei niedriger Temperatur im Backofen gegart. Damit er dabei nicht austrocknet, ist er in Klarsichtfolie eingewickelt. Aber keine Sorge, die 60 °C hält die Folie locker aus, und sie hat auf den Geschmack keinerlei negative Einflüsse. Alles in allem ist das eine tolle Kombination. Einfach mal ausprobieren.

Kurzgebratenes vom Lamm mit kandierten Datteln nach Anthony Bourdain

Kurzgebratenes vomLamm mit kandierten Datteln

Auf der Suche nach Fleischgerichten werde ich oft in Anthony Bourdain's Buch So koche ich fündig. Wer es noch nicht besitzt, hat zur Zeit leider Probleme, es zu bekommen, denn es wird nicht mehr gedruckt, und für ein gebrauchtes Exemplar muss man schon einige Euros hinblättern (bei Amazon gibt es aktuell Angebote für horrende 95, 200 und 250 Euro). Auch wenn das Buch bei Valentina nicht ganz so gut weggekommen ist, bin ich von ihm sehr angetan. Man findet darin sehr gute, meist klassisch zuzubereitende und mit vertretbarem Aufwand herzustellende Gerichte. Und gerade Anthony Bourdains schnodderigen Stil finde ich sehr erfrischend.

Das vorliegende Gericht stammt aus dem Buch und wird ebenfalls klassisch zubereitet. Einzige Besonderheit sind die kandierten Datteln, die der Sauce eine schöne Süße geben. Das Fleisch wird zur Abwechselung mal wieder vorwärts gebraten. Beilagen sind Rosenkohl, klassisch zubereitet (und das geht so: 20 Minuten dämpfen, dann kurz in Butter schwenken und mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss würzen), und Kartoffelgratin nach Wolf Uecker.

Leicht und lecker: Kartoffel-Knoblauch-Suppe mit Einlage

Kartoffel-Knoblauch-Suppe
Rezepte für Kartoffelsuppe gibt es viele, aber derart leichte wie dieses fast ohne tierisches Fett sind eher ungewöhnlich. Diese Suppe wird nur mit Wasser aufgesetzt, also ohne Brühe. Dennoch ist sie erstaunlich schmackhaft. Das Originalrezept von Wolfram Siebeck ist bei mir leider verschollen, allerdings hatte es mich schon immer so fasziniert, dass ich es auswendig kenne - meinte ich zumindest.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen - oder: nach dem Obst kommen endlich die Pralinen

Erst die Arbeit und dann das Vergnügen

Vor dem Einstieg in die diesjährige Pralinenproduktion stieß ich beim Gemüsehändler meines Vertrauens auf eine lecker aussehende "Riesenpapaya" (wie die genaue Bezeichnung lautet, weiß ich leider nicht; die Frucht ist ca. 20 lang und schmeckt m. E. besser als ihre kleinen Geschwister) und leuchtende Granatäpfel. Eigentlich hatte ich vorher gerade im Supermarkt die Zutaten für die erste, diesjährige Charge Pralinen gekauft; da diese jedoch eine längere Halbwertzeit besitzen, mußte zunächst das Obst dran glauben.

Asiatische Entenrouladen mit Feigen-Cassis-Chutney und Kartoffel-Karotten-Ingwer-Püree

Asiatische Entenroulade mit Feigen-Cassis-Chutney und Kartoffel-Karotten-Ingwer-Püree

Ich lese sie nicht oft, die essen & trinken. Manchmal im Urlaub. Aber meistens finde ich darin dann recht ansprechende Rezepte. So wie dieses hier.

Die Entenbrustfilets werden enthäutet und flach zu Rouladen aufgeschnitten. Hinein kommt eine asiatische Gemüsefüllung, deren Highlight die Würze mit 5-Gewürz-Pulver ist - ein Pülverchen, das übrigens auch sehr gut mit Fisch harmoniert. Den Aromenkick bekommt das Gericht schließlich durch das Feigen-Cassis-Chutney. Eine exzellente Kombination.

Dazu passt asienkompatibles Kartoffel-Karotten-Ingwer-Püree. Auf dem Foto sieht es etwas stückig aus, da ich die Karotten zusammen mit den Kartoffeln zerstampft habe. Besser ist, die Karotten zusammen mit dem Ingwer zu pürieren und erst dann unter die Kartoffeln zu geben. Man bekommt dann ein homogeneres Püree.

Farbenfrohe Geschmacksexplosion: Marinierte Streifen von der Lammhüfte mit Rote-Bete-Risotto und fruchtigem Wirsing

Marinierte Streifen von der Lammhüfte mit Rote-Bete-Risotto und fruchtigem Wirsing

Diese farbenfrohe Geschmacksexplosion ist frei nach Sarah Wiener entstanden. Sie hat seinerzeit eine ganz ähnliche Kreation beim Kerner gekocht.

Gegenüber der Version der Kollegin Wiener wird hier allerdings anstatt Lammfilet Lammhüfte verwendet (welche oft saftiger ist), das Rote-Bete-Risotto muss hier ohne Trüffel auskommen (wir haben ihn aber auch nicht wirklich vermisst), und den Rosenkohl habe ich durch Wirsing ersetzt (wobei der Rosenkohl à l'Orange sicher auch sehr gut gepasst hätte).

Alles in allem ist das Ergebnis ist eine ungewöhnliche, aber dennoch sehr leckere Kombination, die perfekt in die kalte Jahreszeit passt.