Tortanic vor Tortuga? Nö, nur hohe Käsetorte

Hohe Käsetorte

Der Käsekuchen ist laut ZEITmagazin Nr. 17/2012 der Klassiker unter den deutschen Kuchen. Da muss was dran sein, denn Käsekuchen bekommt man in so ziemlich jeder Bäckerei. Wie bei allen Klassikern existieren Dutzende von verschiedenen Grundrezepten. Dabei gibt es allerdings ein Problem, das ich mit dem Autor des Artikels Matthias Stolz teile: Fast keiner schmeckt so, wie es eigentlich sein soll.

Eigentlich geht es mir bei fast jedem gekauften Kuchen so, der selbst gebackene schmeckt mir immer besser, besonders dann, wenn er von meiner besseren Hälfte gebacken wurde. Aber beim Käsekuchen ist es besonders krass, da man geneigt ist anzunehmen, dass man bei einem derart puristischen Rezept nicht viel falsch machen könne. Man kann offenbar doch.

Zum Ausklang der Saison: Rührei mit Bärlauch

Rührei mit Bärlauch

In Süddeutschland neigt sich die Bärlauch-Saison unwiderruflich ihrem Ende zu, man findet kaum noch welchen, der nicht schon in voller Blüte steht, und dann werden die Blätter leider sehr schnell unansehnlich und bald auch welk. Wer jetzt noch welchen sammeln geht, achte bitte genau darauf, ihn nicht mit den giftigen Maiglöckchen zu verwechseln. Das gilt zum Glück nur für die Blätter, der Duft und die Form der Blüten sind ja wirklich kaum zu verwechsen.

Der Norden liegt im Frühling mit der Vegetation ja traditionell zwei bis vier Wochen zurück. Jedenfalls hat Elisabeth Raether mit ihrer ZEITmagazin-Kolumne Wochenmarkt erst jetzt den Bärlauch entdeckt, und zwar in London. Leider finde ich sowohl den Artikel als auch das Foto voll verpeilt. Wer reist schon zum Rührei-Essen nach London? Und das Foto bestätigt alle gängigen Vorurteile über englische Küche. Beides schlägt sich in entsprechend giftigen Kommentaren nieder. Das Rezept aber ist mir durchaus einen Blog wert, auch wenn es nicht besonders fantasievoll ist.

Gerechtigkeit für den Plattfisch: Seezunge in Gewürztraminer mit Sauce Hollandaise nach Wolfram Siebeck

Seezunge in Gewürztraminer mit Sauce Hollandaise

Seezunge ist langweilige Schonkost für magenkranke Manager? Regelmäßige Leser von mankannsessen.de wissen längst, dass das an Verleumdung grenzt (siehe hier, hier oder hier). Dennoch sieht sich Wolfram Siebecks bemüßigt, mit diesem Rezept dem Ruf des edlen Plattfisch abermals Gerechtigkeit widerfahren lassen. Und das gelingt ihm voll und ganz. Er beschreibt es treffend und etwas poetisch in seinem leider vergriffenem Buch Alle meine Rezepte: "Es [das Gericht] ist die wunderbare Vermählung der nordischen Seezunge mit alemannischen Nudeln, eine Liaison, die jeden Feinschmecker entzücken muss." Dem ist nichts hinzuzufügen.

Am besten eignen sich ganze Fische, da man aus den Häuten, Gräten und Abschnitten einen schmackhaften Fischfond kochen kann. Wer sich den Fisch vom Fischhändler filetieren lässt, sollte sich die "Abfälle" also umbedingt mitgeben lassen.

Ein Fest für die Sinne: Bärlauch-Crêpes-Röllchen

Bärlauch-Crêpes-Röllchen

Der Bärlauch ist noch jung und zart, und so lange ist er am besten, deshalb heute gleich noch ein Bärlauchrezept. Auch dieses stammt von den Küchengöttern. Eigentlich müsste die Seite ja Küchengöttinnen heißen, die Online-Redakteure sind bis auf eine Ausnahme alles Frauen. Dass es dort viele und gute Bärlauch-Rezepte gibt, ist nicht ganz zufällig, denn beim Sponsor der Seite, dem Verlag GU, gibt es auch ein Kochbuch zum Thema Bärlauch.

Ein heißer Tipp zu Ostern: Saibling mit Zitronen-Minz-Risotto

Saibling mit Zitronen-Minz-Risotto

Die Kombination auf Zitrone und Minze ist prädestiniert für frische, leckere Frühlingsgerichte. Ein Freund hat neulich daraus für mich ein köstliches Risotto zubereitet. Und als es beim Fischhändler meines Vertrauens frische Saiblingsfilets gab, habe ich zugeschlagen und das Zitronen-Minz-Risotto dazu als Beilage gemacht. Ein herrlich frisches Frühlingsessen. Der geröstete Knoblauch konstratiert diese Frische sehr schön mit einer rustikal-aromatischen Note. Schonend auf der Haut gebraten ist der Saibling butterzart. Dieses Gericht ist ein ganz heißer Tipp für das diesjährige Ostermenü.

Die Grillsaison ist eröffnet! Nudelsalat mit Erbsen und Bärlauch

Nudelsalat mit Erbsen und Bärlauch

Der Frühling 2012 ist wirklich eine Sensation, im Süden der Republik erlaubt er sogar vor der Umstellung auf Sommerzeit die Eröffnung der Grillsaison. Unser liebster Begleiter zu Grillfleisch ist traditionell Nudelsalat mit Erbsen und Kräutern. Seinen besonderen Reiz erhält dieser eher puristische Salat durch die verwendeten Kräuter der Saison und einen hochwertigen fruchtigen Balsamessig. Wenn der Balsamessig wirklich edel ist, kann man unter Umständen sogar auf das Fleisch verzichten...

Sauer macht nicht immer lustig: Schweinefilet mit jungem Rhabarber

Schweinefilet mit jungem Rhabarber

Nachdem Wolfram Siebeck jahrzehntelang seine Rezept-Kolumne für die Wochenzeitung DIE ZEIT geschrieben hatte, waren von ihm zuletzt nur noch Reiseberichte und Restaurantkritiken zu lesen. Ein echter Verlust für die Gourmet-Szene, vor allem, weil seine großartige Sammlung Alle meine Rezepte seit Jahren vergriffen ist und bisher nicht wieder aufgelegt wurde - hallo, wer schläft denn da?

Zum Glück gibt es einen Generationswechsel in Gestalt von Elisabeth Raether, die bisher eher als sozialkritische Autorin von sich reden machte. In der seit einem Jahr existierenden Kolumne Wochenmarkt des ZEITmagazins schreibt sie regelmäßig über Rezepte aus aktuell auf dem Markt erhältlichen Zutaten. In der Ausgabe Nr. 12 veröffentlichte sie einen mir sehr sympathischen Appell, man möge doch nicht immer Fleisch gegen Gemüse ausspielen, beide könnten voneinander profitieren, und legt als Beweis dieses Rezept vor.

Ich habe mich deshalb zum Nachkochen entschieden, auch weil mich die verwendete Zutat Rhabarber neugierig machte. Ob mich das Ergebnis überzeugt hat, steht weiter unten im Blog.

Perfekter Start in den Frühling: Gefüllte Lammhüfte mit Erbsenpüree

Gefüllte Lammhüfte mit Erbsenpüree

"Das Gericht zur Jahreszeit" wäre genau der richtige Untertitel für diese Rezept. Gefunden habe ich es vor einiger Zeit bei einfachköstlich.com. Erbsenpüree habe ich früher schon einmal versucht, aber leider ist es mir da etwas gräulich geraten. Zubereitet nach Franz' Methode bleibt es jedoch schön leuchtend grün - frühlingshaft eben und damit passen zur Jahreszeit. Minze und Zitrone (damit wird das Lammfleisch gefüllt, und ich habe auch noch ein kleines Sößchen aus Olivenöl und pürierter Minze zubereitet) passen perfekt dazu. Beim Lamm kommt - anders als bei Franz - Hüfte und keine Lachse zum Einsatz (die Hüftstücke sind etwas dicker als Lachse und ich finde sie saftiger). Durch das schonende Rückwärts-Braten bleibt das Fleisch schön zart. Die kross gebraten Knoblauchscheiben, mit denen das Gericht bestreut wird, sind der Hit. Der Frühling kann kommen!

Leicht und lecker: Salat mit gegrillter Avocado, Ziegenkäse und Zitronendressing

Salat mit gegrillter Avocado, Ziegenkäse und Zitronendressing

Vor kurzem war Tim Mälzer in der ARD mit einer Sendung zu sehen, in der mit Hilfe von freiwilligen Teilnehmern die Auswirkungen von mediterraner Ernährung, Ernährung mit deutscher Hausmannskost und Ernährung durch Fastfood (also McDoof und Co.) verglichen wurden. Das verblüffende Ergebnis: Es gibt keinen Unterschied. Nachdem die Teilnehmer sich jeweils 4 Wochen gemäß den Vorgaben des Tests ernährt hatten, konnte tatsächlich bei wichtigen Parametern wie den Blutfettwerten keine signifikante Differenz zwischen den Testgruppen festgestellt werden.

Ist es also egal, was wir essen? Das sicher nicht. Die Probanden aus der Fastfood-Gruppe fühlten sich durch die schwere Kost müde und schlapp. Wohingegen die mediterrane Gruppe vor Elan nur so strotzte. Als wichtige Randbedingung haben alle 3 Gruppen während des Tests die gleiche Kalorienmenge zu sich genommen. Die mediterrane Gruppe hat also große Mahlzeiten und die Fastfood-Gruppe wegen der hohen Energiedichte dieser Kost kleine Mengen bekommen. Dadurch hat sich bei den Personen in dieser Gruppe aber schnell wieder ein Hungergefühl eingestellt. Hätten sie nun gleich wieder weiter Fastfood gefuttert, wäre der Test ganz anders ausgefallen. Solange man nur auf die Kalorienmenge achtet, scheint es also egal zu sein, wie man sich ernährt. So jedenfalls die provokante These dieser Untersuchung.

Wie dem auch sei, bei diesem Fastfood der mediterranen Art muss man keine Bedenken haben. Wir haben zwei Rezepte von Tim Mälzers Website kombiniert: Salat mit Zitronendressing und gegrillte Avocado. Eine sauleckere und gesunde Kombination.

Mal etwas anderes: Italienisch angehauchter Rosenkohl-Auflauf

Italienisch angehauchter Rosenkohl-Auflauf

Neulich habe ich auf küchengötter.de diesen Rosenkohlauflauf der etwas anderen Art entdeckt. Anstatt der ewig gleichen Standardzutaten wie Kochschinken, Kartoffeln, Sahne werden hier Ricotta, Parmesan, Pinienkerne, Thymian und Orange verwendet. Das Ganze ist also etwas italienisch angehaucht. Zudem lässt sich dieser Auflauf schnell und einfach zubereiten und schmeckt saulecker.