Hasenverwertung: Kaninchenkeulen in Estragonsauce

Kaninchenkeulen in Estragonsauce

Ostern ist lange vorbei, der Osterhase hat alle Eier gebracht und die sind wahrscheinlich schon komplett aufgegessen. Bleibt also noch der Hase ...

Hier bietet sich ein Rezept aus Alfred Bioleks Buch Meine neuen Rezept und Wein wie ich ihn mag an - vorausgesetzt man kann frischen Estragon ergattern, denn dieser gehört unbedingt dazu.

Ansonsten ist dieses Gericht ziemlich standardmäßig. Die Kaninchenkeulen werden in Weißwein (aber eben mit Estragon) geschmort. Dann wird die Sauce mit Sahne und weiterem Estragon verfeinert.

Köstlich dazu sind gebutterte Pellkartoffeln (dazu Kartoffel in Salzwasser gar kochen. Dann pellen und in etwas Butter schwenken, dabei salzen und pfeffern). La Ratte, Bamberger Hörnla oder (Moor-)Sieglinde sind besonders gut geeignet.

Entdeckung im Schützenhaus: Bärlauch-Sahne-Spaghetti mit Lachswürfeln

Bärlauch-Sahne-Spaghetti mit Lachswürfeln

Wolf Schönmehl ist für mankannsessen.de kein Unbekannter. Weinnase hat bereits vor fast 2 Jahren Schönmehls Lammrücken mit Pinienkernkruste hier verbloggt. Das Gericht erlangte weiter Prominenz, als eine Leserin es bei ihren Auftritt bei "Das perfekte Dinner" nachkochte.

Bekannt geworden ist Schönmehl durch sein Restaurant im Heidelberger Schloss. Er leitete es 15 Jahre lang bis 2007. Anfang letzten Jahres hat er die Restauration im Schützenhaus Oftersheim übernommen. Ziemlich unscheinbar an der L 291 zwischen Walldorf und Oftersheim gelegen, fährt man leicht daran vorbei. Doch das wäre sehr schade, kredenzt Schönmehl doch auch hier eine exzellente Küche. Den Stil würde ich als bodenständig und saisonal mit Ausflügen ins Mediterrane beschreiben.

Letzte Woche hatte ich das Vergnügen, in Schönmehls Schützenhaus seine Spaghetti "integrale" mit Bärlauch und Würfeln von der Lachsforelle genießen zu dürfen. Ich fand sie so gut, dass ich sie gleich nachgekocht habe.

Zanderfilet mit Bärlauch-Pistazien-Kruste auf Bärlauch-Risotto

Zanderfilet mit Bärlauchkruste auf Bärlauch-Risotto

Weil's so schön war, gleich noch ein Bärlauch-Rezept, und noch eine Eigenkreation. Wenn ich ehrlich bin, ist es echte Resteküche, ich habe nur Risottoreis und Zitronen eingekauft und frischen Bärlauch aus dem Wald geholt, der Rest kam aus meinem Gefrierfach und dem Küchenschrank. In Ermangelung der eigentlich benötigten Pinienkerne gab's gehackte Pistazien, und siehe da, auch das passt wunderbar.

Das Ergebnis ist ein aromatisches Gericht, wobei der Zander einmal mehr von der dezenten Würze des Bärlauchs profitiert.

Endlich Frühling! Gnocchi mit Bärlauch-Schafskäse-Pesto

Gnocchi mit Bärlauch-Schafskäse-Pesto

Der Frühling ist einfach die schönste Jahreszeit. Die Vegetation erwacht, allen voran Krokusse, Narzissen, Forsythien, Weißdorn und, für Kulinariker besonders interessant, Bärlauch. Der erste ist besonders zart und aromatisch, daher ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt für ein Bärlauch-Rezept.

Ich habe mich mal wieder an einer Eigenkreation versucht. Beeinflusst wurde ich dabei von einem Gericht aus der Kantine meines Arbeitgebers (sic!). Die ist neuerdings bei vegetarischen Rezepten wirklich zu erstaunlichen Leistungen fähig, sodass auch ich als bekennender Carnivore dort gern mal fleischlos esse.

Das neulich verwendete Schafskäse-Pesto war vom Ansatz her sehr interessant, aber etwas dünn. Ich habe es mit Bärlauch weiterentwickelt, es ist bei dem Rezept das Highlight. Den kleinen Rest, der übrig blieb, habe ich pur auf geröstetem Weißbrot verputzt - lecker!

Spargel mal anders: Spargelsülze mit Joghurt-Wasabi-Sauce

Spargelsülze mit Joghurt-Wasabi-Sauce

Spargel mal anders, so startet die Spargelsaison 2011 auf mankannsessen.de. Die ungewöhnlichen Vorspeise ist eine Sülze aus Spargelsud, Erbsen, Mortadella und natürlich Spargel.

Das Ganze ist schön frühlingshaft, lässt sich gut vorbereiten und eignet sich wunderbar als Gästeüberraschung.

Unbedingt dazu gehört die Joghurt-Wasabi-Sauce. Sie gibt dem ganzen eine leicht scharfe Frische. Wasabi sollte dabei nur sehr sparsam verwendet werden, damit der subtile Spargelgeschmack der Sülze nicht untergeht.

Bulljabääs: Fischsuppe Sylter Art

Fischsuppe Sylter Art

Wer sagt denn, dass eine gute Bouillabaisse nur auf provencialische Art gelingen kann? In meinem letzten Urlaub auf Sylt habe ich mich auf lokal erhältliche Zutaten beschränkt, und siehe da: Auch eine "Bulljabääs" Sylter Art schmeckt ganz manierlich. Sie kommt ohne Muscheln und Safran aus, den Pastis ersetzt ein ordentlicher Schluck Küstennebel. Und wenn die echte Bouillabaisse wüsste, was ihr ohne die Sahne entgeht ...

Studentenfutter: Schmorhähnchen mit Aprikosen

Schmorhähnchen mit Aprikosen

Das heute vorgestellte Gericht ist eine Retrospektive auf meine Studentenzeit, als ich die ersten Gehversuche als Hobbykoch gemacht habe. Das Kochbuch Gerichte für unter 10,- DM des Bielefelder Pudding-Doktors hat wesentlichen Anteil daran, dass ich dem Kochen als Hobby treu geblieben bin. Sein Untertitel lautet "Schmackhaft kochen für 4 Personen", es enthält viele schöne Rezepte, die man sich auch mit einem Studentenbudget leisten konnte, und steht noch heute in meinem Küchenregal.

Das Buch ist, wie der Titel schon sagt, etwas älter, es stammt aus 1985 und ist nur noch über Antiquariate erhältlich, vermutlich müsste es heute wegen der Währungsunion und 25 Jahren Inflation fairerweise "Gerichte unter 10 Euro" heißen. Inhaltlich ist es dagegen nach wie vor auf der Höhe der Zeit, wir ziehen es für die schnelle Alltagsküche immer wieder gern heran.

Eine Sünde wert: Schoko-Haselnuss-Torte

Schoko-Haselnuss-Torte

Als Schokoholiker hat man mit den meisten Schoko-Kuchen ein Problem: So richtig intensiv nach Schokolade schmecken sie irgendwie nicht. Das wird daran liegen, dass Schokolade im Backofen einen Großteil ihrer flüssigen Aromastoffe verliert. Für die häufig verwendete Gegenmaßnahme, die Schoko-Kuvertüre, gilt dann aber leider "gut ist das Gegenteil von gut gemeint". Denn Kuvertüre ist für den Schokoholiker allenfalls eine Backzutat und niemals ein Ersatz für seine Lieblingsdroge.

Wie gut, dass es Ainsley Harriott und sein praktisches Kochbuch just five gibt. Darin konnte ich vor Kurzem das perfekte Schoko-Kuchen-Rezept finden. Man kann sich über die richtigen Begleiter von Schokolade ja trefflich streiten, von Sahne über Chili und Rum-Trauben bis hin zu Rotwein ist da ja alles möglich. Für mich sind Nüsse das einzig wahre kongeniale Gegenstück zu Schoggi beim Backen. Sie sind auch die einzige Zutat, die ich in Schokoladentafeln dulde. Und das Beste: Ainsley Harriott schafft es auch bei diesem Gericht, mit fünf Zutaten auszukommen, die sich in jedem halbwegs gut sortierten Haushalt finden. Also wenn der Sonntagskuchen noch nicht gesetzt ist: Hier ist ein ernsthafter Kandidat zum Selbermachen!

Kaninchenkeulen in Senfsauce mit Tagliatelle und Rosenkohl

Kaninchenkeulen in Senfsauce

Alfred Biolek ist längst in Rente. Das heißt aber noch lange nicht, dass auch seine Bücher aufs Altenteil geschoben werden. Dieses Mal wurde ich in Bioleks Buch Meine neuen Rezepte und Wein wie ich ihn mag fündig.

Es enthält - wie auch seine anderen mir gekannten Bücher - einfach zuzubereitende, leckere Rezepte. In diese Kategorie gehört auch das vorliegende. Die Zubereitung ist völlig problemlos, das Resultat exquisit. Insbesondere die Senfsauce bekommt ein dickes Lob. Jahreszeitgemäß war Rosenkohl die Gemüsebeilage. Im Sommer würde sich Fenchel oder auch Zucchini anbieten.

Bioleks Buch reiche ich bei Foodfreaks Dauerevent Dein Kochbuch, das unbekannte Wesen ein - und werde in Zukunft hoffentlich öfter mal wieder einen Blick hinein werfen ;-)

Weihnachtlich: Hirschkalbsrücken mit Pilzbutter, Orangen-Rösti und Gewürzjus

Hirschkalbsrücken mit Pilzbutter, Orangen-Rösti und Gewürzjus

Ich habe ein Gericht von Dieter Müller nachgekocht! Um seine Rezepte hatte ich bisher voller Ehrfurcht einen Bogen gemacht (einzige Ausnahme ist seine Weißwein-Sahne-Sauce, die bei uns mittlerweile Klassikerstatus bei Fischgerichten erlangt hat - das ist aber auch eher eine Standardsauce).

Bei den meisten Gerichten aus dem Dieter Müller Kochbuch kann ich nur mit den Ohren schlackern - alleine die Zutatenlisten erstrecken sich oft über zwei Seiten. Und so habe ich seine Kochbücher bisher stets in dem Bewusstsein durchgeblättert, dass die meisten Rezepte darin für mich schlicht und einfach nicht nachkochbar sind.

In Einfach und genial: Rezepte aus der Kochschule des Meisters sind die Rezepte etwas einfacher. Daraus stand Müllers "Hirschmedaillon mit Pilzkruste, Gewürzjus, Rotkohl und Schupfnudeln" Pate für diesen Beitrag. Das Hirschmedaillon wurde durch Hirschkalbsrücken und die Schupfnudeln durch Orangen-Rösti ersetzt. Vom Metzger gab es einen Rehunterschenkel geschenkt, der in die Saucenzubereitung wanderte (es geht aber auch ohne). Resultat war ein schön würzig-aromatisches Gericht, das auf jeden Fall das Zeug zum Festessen für Weihnachten hat.