Gehoben, aber nicht abgehoben

Italy goes Arabia: Cannelloni con agnello all' arabesco

Canneloni con agnello all' arabesco

Nach den türkisch inspirierten Cannelloni und den Cannelloni con pesce e zucca hier abermals eine experimentelle Cannelloni-Variante, dieses Mal mit arabischen Einflüssen. Die Cannelloni werden dabei mit Lammhackfleisch, das mit Harissa und Ras el-Hanout gewürzt und mit getrockneten Feigen gemischt ist, gefüllt. Zusammen mit der Paprika-Tomaten-Sauce und dem Minz-Zitronen-Joghurt, der eine fruchtige Frische hineinbringt, schmeckt das ganz wunderbar. Und da ich mir durchaus vorstellen könnte, dass es so ein Gericht, heimische Zutaten mit italienischen Einflüssen kombinierend, auch in Marokko geben könnte, reiche ich es zum 5. Mediterranen Kochevent "Marokko" ein.

5ter mediterraner Kochevent - Marokko - tobias kocht! - 10.02.2010-10.03.2010

Sommerliche Beilage: Tabouleh

Tabouleh mit Feta

Und schon wieder habe ich ein Buch wiederentdeckt. Dieses Mal ist es Oriental Basics von Sebastian Dickhaut und Cornelia Schinharl. Ein Buch, aus dem ich tatsächlich noch nie irgendetwas gekocht habe. Im Nachhinein ist mir das absolut unverständlich, denn es enthält überaus gute und interessante Rezepte.

Dieses hier für Tabouleh zum Beispiel. Seit diesem Jahr ist das bei uns so etwas wie eine Standardbeilage zum Grillen geworden (dann allerdings ohne Feta - mit Feta essen wir es als Hauptgericht). Das Originalrezept aus Oriental Basics haben wir etwas abgewandelt, da wir auf Empfehlung unseres türkischen Gemüsehändlers die Zwiebeln mit der Chili und etwas Tomatenmark zunächst anbraten, bevor wir sie zum Bulgur geben. Das ist gut für den Geschmack und die Farbe. Wie auch immer, das Buch bekommt eine dicke Empfehlung.

Lammhüfte mit Kaffee-Kardamom-Kruste auf Auberginenmus mit Granatapfelsauce

Lammhüfte mit Kaffee-Kardamom-Kruste auf Auberginenmus mit Granatapfelsauce

Der längliche Name dieses Gerichtes passt zu seiner Herkunftsregion, der arabischen Halbinsel. Dort haben lange Namen Tradition. Ich denke dabei etwa an Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah, jenem Held aus einigen Romanen Karl Mays, der - nach Winnetou - der beste Kumpel von Kara Ben Nemsi war, welcher wiederum das Alter Ego von Old Shatterhand ist. Aber wir wollen den Ausflug in die Lieblingsabenteuerliteratur meiner Kindheit nicht weiter vertiefen, sondern uns der Hauptsache zuwenden.

Dieses Gericht habe ich aus dem Buch Kulinarisches Arabien von Florian Harms und Lutz Jäkel, das - obwohl es sehr gut ist (8 Länder des arabischen Kulturkreises inkl. Nordafrika und dem Nahen Osten werden mit vielen gelungen Fotos und ihren typischen Rezepten vorgestellt) - bis jetzt unbenutzt in meinem Kochbuchregal geschmort hat. Ich hatte es wohl gekauft, nachdem ich eine Wüstenreise gemacht hatte und geglaubt habe, ich würde mich kochmäßig mehr der arabischen Welt zuwenden. Dann ist es aber leider doch völlig in Vergessenheit geraten. Also ein typischer Fall für DKduW.

Auf die Idee, das Buch mal wieder in die Hand zu nehmen, bin ich gekommen, nachdem ich beim Metzger meines Vertrauens wunderschöne Stücke aus der Lammhüfte ergattern konnte und ich Lust auf etwas Neues hatte. Ich habe mich dann für dieses geschmacksexplosive Gericht aus Dubai entschieden.

Geschmacklich hat das Gericht in der Tat einiges zu bieten: Wir haben den leicht bitteren, durch den Honig etwas gemilderten Geschmack der Kaffee-Kardamom-Kruste auf dem Lammfleisch, die würzig-knackige Auberginenmus sowie die intensive lammig-süßliche Sauce. Einfach mal probieren - es schmeckt klasse!

Als Beilage passt sehr gut Kartoffel-Oliven-Püree. Ich würde allerdings neben den Oliven lediglich Petersilie untermischen.