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Attraktiv und raffiniert: Filetsteak "Lady Gaga"

von weinnase
18. Januar 2012

Filetsteak
Mit Filetsteaks kann man eigentlich nicht viel falsch machen, außer sie zu lange zu braten. Allerdings gibt es schon gewisse Raffinessen, die ein solches Gericht erst zur kulinarischen Großtat werden lassen. Diese Variante kommt eher klassisch-deftig daher, mit einem leicht mediterranen Touch. Sie ist eine Reminiszenz an mein früheres Lieblingsrestaurant "Da Roberto", wo diese Spezialität direkt am Tisch zubereitet wurde. Leider wurde das Restaurant vor etwa 10 Jahren wegen einer Familienstreitigkeit geschlossen, was mich noch heute schmerzt. Aber die Besitzer waren Sizilianer, und wenn man sich da richtig weg hat... Warum das Rezept Filetsteak "Lady Gaga" heißt, dazu mehr im Artikel.

Zutaten

für drei Personen

  • Drei Rinderfiletsteaks, mindestens 3 cm dick
  • 750 g Kartoffeln
  • 2 EL Rosmarinnadeln
  • 500 g Kräutersaitlinge
  • 1 Schalotte
  • 1 Becher Schmand
  • 2 EL frischer Estragon
  • 500 g Karotten
  • 1 Tasse Gemüsebrühe
  • Cognac
  • 100 g Butter
  • Speiseöl
  • Salz, Pfeffer, Zucker

Zubereitung

Backofen auf 60 °C vorheizen. Filetsteaks auf einen Teller legen, mit Klarsichtfolie abdecken und in den Ofen stellen. Wenn sie aus dem Kühlschrank kommen, eine Stunde, sonst reichen 45 Minuten. Der richtige Zeitpunkt ist dann erreicht, wenn der Boden des Tellers etwas von Fleischsaft bedeckt ist und die Steaks außen ganz leicht hell werden. Währenddessen Kartoffeln schälen und grob reiben, mit Pfeffer und Salz großzügig würzen, in eine Schale geben, die gehackten Rosmarinnadeln darunterrühren und zur Seite stellen. Karotten ebenfalls schälen und schräg in ca. 2-3 mm dünne Scheiben schneiden. Kräutersaitlinge längs zum Stiel in dünne Scheiben schneiden. Rosmarin und Estragon fein hacken. Die Schalotte schälen und fein hacken. 75 g Butter in einer Pfanne erhitzen, die Schalottenwürfel darin anschwitzen. Kräuersaitlinge hinzugeben und bei mittelstarker Hitze anbraten, sie dürfen ruhig etwas Farbe nehmen. Mit einem guten Schuss Cognac ablöschen und flambieren. Sobald die Kräutersaitlinge weich sind, den Schmand hinzugeben und mit Salz, Pfeffer und Zucker (ca. 1 TL) abschmecken. Estragon unterrühren und warm stellen. Die restliche Butter in einer Kasserole zerlassen, Karottenscheiben darin andünsten. 1 TL Zucker und eine Prise Salz hinzugeben. Mit der Gemüsebrühe ablöschen, gut umrühren und bei mittlerer Hitze offen einkochen lassen, bis die Flüssigkeit verdunstet ist. Fertig sind die glacierten Karotten. Warm stellen. In einer großen Pfanne 3-4 EL Öl stark erhitzen. Die geriebenen Kartoffeln ausdrücken, zu drei Kugeln formen, in die Pfanne geben und mit einem Pfannenwender plattdrücken. Nach ca. 5 min., wenn sie gut gebräunt sind, wenden. Nach weiteren 5 min. die Hitze herunterschalten und die Röstis gar ziehen lassen. Abschmecken und wahrscheinlich nachsalzen. In einer weiteren Pfanne einen Spritzer Öl bis zum Rauchpunkt erhitzen. Die Filetsteaks aus dem Ofen nehmen, trockentupfen, mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer bestreuen und von jeder Seite ca. 1 min. bei starker Hitze braten. Herausnehmen und ca. 2-3 min. ruhen lassen. Eine Portion Kräutersaitlinge auf gewärmte Teller geben, die Steaks darauflegen, mit den Röstis und den glacierten Karotten anrichten, mit Rosmarin garnieren und servieren. Ach so, ich schulde noch eine Erklärung, warum das Rezept nach Lady Gaga benannt ist. Nun, ähem, *räusper*, um ehrlich zu sein, hat die gar nichts damit zu tun. Ich war neulich nur so beeindruckt und auch ein kleines bisschen neidisch, dass Mipis Spaghetti alla Sophia Loren über 1000 Leser hatte. Natürlich war die Rezeptur wie immer genial, aber tausend Leser? Ich wurde den Verdacht nicht los, dass der Name Sophia Loren da für ein kleines bisschen SEO (Search Engine Optimization) gesorgt hatte. Was liegt da näher, als ein Experiment mit einem delikaten Rezept und einem ebenso attraktiven Namen zu starten. Also, liebe Leser, die es bis hierher geschafft haben: Willkommen bei einem sozialen Experiment in Sachen SEO, vielen Dank für die Teilnahme und nichts für ungut. Ich hoffe, es schmeckt trotzdem! Euch sei der Fairness halber auch verraten, dass der richtige Name dieses Rezepts "Filetsteak Roberto" lautet. Und immerhin hat Lady Gaga ja italienische Wurzeln.

Dazu passt...

...ein Châteauneuf-du-Pape! Wir hatten noch eine Flasche von dem 2007er von La Bastide St. Dominique, der perfekt damit harmoniert hat. Der liegt mit mittlerweile ca. 25 Euro (ich hab seinerzeit direkt vom Erzeuger ca. zwei Drittel bezahlt, so viel zum Thema Wertentwicklung von Rotweinen) zwar weit jenseits der mankannsessen-Schallgrenze, aber für Lady Gaga darf man doch mal eine Ausnahme machen, oder? :-)

Kommentare

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