Foodblog - Gehoben, aber nicht abgehoben

Fisch mit Genuss-Garantie: Rotbarsch provenzialisch

Rotbarsch provenzialisch

Es gibt nicht wenige Hobbyköche, die vor Fischgerichten zurückscheuen, weil sie sich nicht zutrauen, den richtigen Garpunkt zu erwischen oder den Fisch richtig zu würzen. Aber wozu gibt es die Kochbibel “Alle Meine Rezepte” des unvergessenen Wolfram Siebeck (R.I.P.). OK, zugegeben, zu kaufen gibt es die schon lange nicht mehr. Aber unter anderem deshalb posten wir bei mankannsessen.de ja so gerne seine Rezepte, damit sie der kulinarischen Gemeinschaft zum Nachkochen zur Verfügung stehen.

Variatio delectat: Tomaten-Kokos-Cassoulet

Tomaten-Kokos-Cassoulet

Das heutige Rezept läuft unter dem Motto „Variatio delectat – Abwechslung erfreut“. Mal was Neues auszuprobieren ist beim Kochen immer spannend, man lernt dazu und erlebt kulinarische Genüsse, die einem sonst verborgen geblieben wären. Der Autor dieser Zeilen z. B. hat lange Zeit den Trend zum veganen Kochen ignoriert, musste dann aber bei ersten Versuchen feststellen, dass es in der Tat viele Vorteile hat: Vegane Gerichte sind gut verträglich und liegen nicht schwer im Magen, sie können durchaus sättigend sein, die Zutaten sind erschwinglich, die Zubereitung machbar, die Küche wird nicht so dreckig und, für einen Food Blogger sehr wichtig, sie können sehr schmackhaft und dabei noch fotogen sein. Erste Gehversuche in diese Richtung sind z. B. hier und hier nachzulesen.

Auch die Kochmagazine überregionaler Tageszeitungen widmen sich mehr und mehr diesem Trend. Derzeit bin ich ein großer Fan des ZEIT-Wochenmarkts und habe seinen Newsletter abonniert, der angenehmerweise immer freitags kommt, genau zu dem Zeitpunkt, wo sich die berühmte Frage „Was kochen wir am Wochenende“ regelmäßig stellt. Chefredakteurin Elisabeth Raether und diverse Gastautoren widmen sich hier nach eigener Aussage dem „lässigen Alltagskochen – mit frischen, saisonalen Zutaten und einem Hauch Ironie“. Damit befindet sie sich genau auf der Linie von mankannsessen.de. Auch dort zu finden ist die wunderbare Wein-Kolumne „Wein doch!“ von Gero von Randow, der es regelmäßig schafft, gleichermaßen kompetent und unterhaltsam über Wein zu schreiben und damit mein großes Vorbild ist. Aber bleiben wir beim Thema.

In der Ausgabe vom 11. August war dort das Rezept für ein Tomaten-Kokos-Cassoulet zu finden. Als zwar frankophiler, aber nicht unbedingt in französischer Küche bewanderter Mensch musste ich Cassoulet erst mal nachschlagen. Laut Wikipedia handelt es sich dabei um einen südfranzösischen Bohneneintopf mit Speck, gepökeltem Schweinefleisch und Würstchen. Moment mal, sollte es hier nicht um vegane Rezepte gehen? Ja, schon richtig. Es ist derzeit unter Trendköchen offenbar eine beliebte Übung, klassische Fleischgerichte vegan zu interpretieren. Ein Großmeister in dieser Disziplin ist der israelisch-britische Starkoch mit italienisch-deutschen Wurzeln Yotam Ottolenghi, unter seinen Rezepten findet man zahllose Beispiele dafür. Sein Name wird im Artikel zu diesem Rezept auch zitiert, zusammen mit der ebenfalls britischen Köchin Anna Jones, die ihm da in Kreativität kaum nachzustehen scheint, wie man hier und hier sehen kann, und für dieses Tomaten-Kokos-Cassoulet verantwortlich zeichnet. Der Artikel ist leider nur für Abonnenten, für die anderen haben wir es nachgekocht und im Folgenden beschrieben.

Dubbelachs

Dubbelachs

Warum dieses Gericht “Dubbelachs” heißt? Genau, wegen der “Dubbe” (pfälzisch für “Tupfen”) auf dem Lachs, die auch dem berühmten Dubbeglas seinen Namen gegeben haben. Hier sind die Dubbe halbierte Blaubeeren. Etwas deskriptiver hätte man das Gericht also auch “Lachs mit Blaubeeren vom Zedernholzbrett” nennen können, denn auf einem solchen wird der Fisch schonend gegart bzw. gegrillt. Er bekommt dadurch ein ganz leichtes und keineswegs übertriebenes oder unangenehmes Raucharoma, das wunderbar mit der Fruchtigkeit der Beeren harmoniert. Dies ist mein Beitrag zum aktuellen Blog-Event CLXXVII – Grillzeit!.

Blog-Event CLXXVII – Grillzeit! (Einsendeschluss 15. August 2021)

Als Inspirationsquelle diente das Rezept “Lachs von der Planke mit Blaubeeren und Granatapfelkernen” aus dem Buch Keramikgrill von Jenny und Thomas Eriksson-Fröhlich.

Zucchine superiore: Pasta mit Zucchini-Pesto

<Pasta mit Zucchini-Pesto>

An Pesto-Rezepten ist bei mankannsessen.de wahrlich kein Mangel, Basilikum und Bärlauch, getrocknete Tomaten und Walnuss, haben wir alles da. Besonders elegant und immer noch originell: Karotte-Ingwer. Aber von etwas Gutem kann man eigentlich nie zu viel haben. Wer hätte gedacht, dass man auch aus dem Universalgemüse Zucchini (dt. für zucchina) ein sommerlich-schmackhaftes Pesto zaubern kann?

Da bist du platt: Huhn mit Lavendel und Pfirsichen

<Huhn mit Lavendel und Pfirsichen>
Es ist die Zeit der Sommerrezepte, Zeit für dieses Rezept aus der Reihe ZEIT-Wochenmarkt von Margit Stoffels. Es ist bereits letztes Jahr erschienen, in der Ausgabe vom 26. August 2020, und gehört zur Kategorie der Platthuhn-Rezepte. Die Methode mutet etwas rabiat an, der Vorteil liegt dafür im gleichmäßigeren Garen des Huhns. Die Autorin ist außerdem der Ansicht, dass das Geflügel “knuspriger wird, saftiger bleibt sowie sich leichter tranchieren lässt.” Lassen wir alles gern so stehen.

Langsam gebackener Soja-glasierter Lachs mit asiatischem Spargelsalat

Langsam gebackener Soja-glasierter Lachs mit asiatischem Spargelsalat

Wir befinden uns in der Spargelzeit, und Lachs mit Spargel gilt als einer der saisonalen Klassiker. Wer abseits von bekannten Varianten wie gebratenem Lachs mit gekochtem weißen Spargel und Sauce Hollandaise nach Neuem sucht, sollte unbedingt dieses Rezept ausprobieren.

Das Lachsrezept (der Fisch wird im Backofen langsam bei 110 °C gegart und bleibt daher wunderbar saftig und zart; die Glasur aus Sojasauce, Sesam, Knoblauch und Ingwer gibt ihm ein intensives asiatisches Aroma) stammt von der amerikanischen Köchin Samin Nosrat, und zwar aus ihrem 2017 erschienenen Buch Salz. Fett. Säure. Hitze. Darin beschreibt sie ihre Kochphilosophie, die mit ihrer Einfachheit (sie besteht aus den 4 Komponenten - richtig! - Salz, Fett, Säure und Hitze) besticht. Ich habe das Buch zwar noch nicht komplett durchgelesen, finde es aber schon jetzt sehr inspirierend.

Um bei asiatischen Aromen zu bleiben, wird der Lachs mit Grünem Spargelsalat mit Sesamöl-Vinaigrette kombiniert, einem Rezept, dass ich bei den Küchengöttern entdeckt habe.

Insgesamt, ist das eine tolle Kombination, die man als Hauptgericht genießen kann, die sich aber auch (natürlich mit kleineren Portionen) gut als Vorspeise eignet. Auch wer Gäste mit einem ungewöhnlichen Spargelgericht beeindrucken möchte, sollte dieses Rezept in die engere Auswahl aufnehmen.

Raffiniert adaptiert: Der ultimative Rhabarberkuchen

<Raffiniert adaptiert: Der ultimative Rhabarberkuchen>
Die Rhabarbersaison ist in vollem Gang, und eine der raffiniertesten Zubereitungsarten ist für uns der Rhabarberkuchen. Rezepte dafür gibt es Hunderte, allein das Portal Chefkoch.de kennt über 430. Da sollte für jeden was dabei sein, könnte man meinen. Diesmal stand uns der Sinn nach einem Rezept, das ohne Baiser (zu süß und zu klebrig) und ohne Rhabarberstücke (zu faserig) auskommt und einen großzügigen Fruchtanteil hat. Das hier präsentierte Rezept kommt bei aller Bescheidenheit der Perfektion ziemlich nahe.

Hummerschwänze mit Zitronenrisotto und Estragon-Sößchen

Hummerschwänze mit Zitronenrisotto und Estragon-Sößchen

Wenn einem der Lieblingsitaliener ein Rezept verrät, sollte man tunlichst die Ohren spitzen und mitschreiben. Diesen Grundsatz hat das Zeit-Magazins beherzigt. Neulich wurde in der Online-Ausgabe dieses Gericht der Zürcher Accademia de Gusto vorgestellt. Wir haben es nachgekocht, allerdings mit einem etwas geänderten Risottorezept. Zusätzlich reichen wir dazu leicht angebratene Cherrytomaten und ein Estragon-Sößchen, welches formidabel zu Meeresfrüchten passt.

Die Hummerschalen sollte man auf keinen Fall wegschmeißen. Sie eignen sich hervorragend zur Zubereitung eines Krustentierfonds. Doch das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal verbloggt werden …

Mit Asien-Touch: Lachs mit Miso und Aprikosenkonfitüre

<Lachs mit Miso und Aprikosenkonfitüre>
Und noch ein Rezept von Angelika Schwaff. Das Können wahrer Meister der Küche erweist sich in der innovativen Kombination eigentlich bekannter, elementarer Aromen zu etwas Neuem. Angelika Schwaff beherrscht diese Kunst ganz offensichtlich, oder sie verfügt über exzellente Quellen. Hier ist es die Synergie von Misopaste, Aprikosenkonfitüre und Ingwer in der Verbindung mit Lachs. Das Ergebnis hat definitiv Sterneniveau. Das Tollste daran: Zubereitung und Garzeit dauern zusammen unter einer halben Stunde.

Pasta mit Bärlauch, grünem Spargel und gerösteten Pistazien

<Pasta mit Bärlauch, grünem Spargel und gerösteten Pistazien>

Oft sind es die Kleinigkeiten, die ein Rezept zu etwas kulinarisch Großem machen. In diesem Fall sind es die gerösteten (!) Pistazien. Die übrigen Zutaten – grüner Spargel, Bärlauch, Zitrone, Nudeln – sind eher unspektakulär. OK, der Ziegenkäse ist auch nicht gerade Standard. Doch der Reihe nach. Erfinder dieses Rezepts ist die Bloggerin Angelika Schwaff, sie schreibt regelmäßig für die ZEIT-Magazin-Kolumne Wochenmarkt. Ihre Rezepte finde ich fast immer sehr spannend, so auch dieses hier.

Pasta mit grünem Spargel finde ich per se eine gute Idee, mein Lieblingskraut Bärlauch dazu kann es nur besser machen, und mit Ziegenkäse und Zitrone wird es richtig frisch und kreativ. Der Knaller sind dann aber wirklich die gerösteten Pistazien. Sie bringen einen ganz und gar unerwartet originellen Kontrast in diese Rezeptur, der kulinarische Innovationen ausmacht. Das Rösten ist dabei ganz wichtig. Ich hatte sie eher unabsichtlich recht stark geröstet, weil ich sie in der Pfanne (Stufe 5 von 9 auf dem E-Herd) fast vergessen hatte. Das erwies sich als segensreich, weil genau richtig. Die Röstaromen waren der Kick in diesem innovativen Spargelrezept. Die Mengenangaben gelten für vier Portionen.